USS DUNCAN ( DD-874 )

USS DUNCAN ( DD-874 )

Biografie

Silas M. Duncan
* 1788 in Rockaway Township, New Jersey
† 14. September 1834 in White Sulphur Springs, West Virginia
war ein Offizier in der United States Navy während des Krieges von 1812

Am 15. November 1809 ernannte man Silas Duncan zum Midshipman. Auf der Kriegskorvette USS SARATOGA ( 1814 ) nahm er als third Lieutenant an der Schlacht von Lake Champlain am 11. September 1814 teil. Die Korvett war das Flaggschiff von Captain Thomas MacDonough, Jr. ( 21. Dezember 1783 bis 10 November 1825 ). Der Befehlshaber der britischen Flotte während dieser Schlacht war Commodore George Downie ( * ? – † 11. September 1814 ) und befand sich auf der Fregatte HMS CONFIANCE ( 1814 ) die ihm als Flaggschiff diente. Während der Schlacht lagen sich beide Flaggschiffe gegenüber und beschossen sich mit ihren Kanonen. Auf beiden Schiffen waren durch die vielen Abschüsse die Kanonen zu heiß geworden und dadurch fast unbrauchbar. MacDonough befahl Duncan das am Anker liegende Schiff zu drehen, dass dadurch die bis dahin auf Backbord befindlichen Kanonen zum Einsatz kommen könnten. Duncan ließ ein Beiboot zu Wasser bringen und mit seiner Crew zog er die Korvette um den Anker herum. Dabei war das Beiboot einem konzentrierten feindlichen Feuer ausgesetzt nachdem die Briten begriffen welches Manöver man vorhatte. Duncan wurde schwer verwundet und verlor seinen rechten Arm. Gleich nachdem sich die amerikanische Korvette wieder in einer günstigen Schussposition befand, wurde eine komplette Breitseite abgefeuert. Dabei kam der britische Flottenbefehlshaber Downie und viele Besatzungsmitglieder auf dem Flaggschiff ums Leben. Der Rest der Besatzung ergab sich. Die HMS LINNET ( 1813 ) wollte dem britischen Flaggschiff zu Hilfe kommen, wurde aber von der USS SARATOGA so schwer getroffen, dass das Schiff sofort zu sinken begann. Die restlichen britischen Schiffe flüchteten unbehelligt. Thirt Lieutenant Duncan erhielt für sein tapferes Verhalten während der Schlacht einen Dank des Kongresses ausgesprochen. Von 1818 bis 1824 versah Duncan seinen aktiven Dienst an Bord der Fregatte USS INDEPENDENCE ( 1814 ), der Brigg USS HORNET ( 1805 ), der Fregatte USS GUERRIERE ( 1814 ), dem ehemaligen britischen Postschiff HMS CYANE ( 1806 ) das am 20. Februar 1815 erobert und in den Dienst der US Navy mit dem Namen USS CYANE gestellt wurde, und dem Schoner USS FERRET ( 1822 ). Am 3. Februar 1831 heiratete Silas Duncan Martha Dandridge Aylett, die Enkelin des amerikanischen Patrioten Patrick Henry ( 29. Mai 1736 – 6. Juni 1799 ). Ihr Vater war Phili p Aylett und sie wohnten im King William County, Virginia. Martha war die drittjüngste von sechs Töchtern. Insgesamt hatte sie noch zwölf Geschwister. Master Kommandant Silas M. Duncan stellte am 31. Mai 1831 die Schaluppe USS LEXINGTON nach einer Generalüberholung in der Norfolk Navy Yard wieder in den Dienst der US Navy. Mit dem Schiff sollte er sich in das Brasilien Squadron eingliedern. Innerhalb dieses Squadrons erhielt er noch im selben Jahr den Befehl eine Expedition zu den Falkland Inseln zu starten. Dort waren von den Argentiniern unter dem Kommando von Luis Vernet ( 1791 – 1871 ) die amerikanischen Fischereifahrzeuge Harriet, Superior und Breakwater samt Besatzungen beschlagnahmt worden, weil es zum Streit über den Fischfang und die Rechte bei der Robbenjagd gekommen war. Duncan überfiel Luis Vernet´s Siedlung Puerto Luis und nahm ohne großes Gefecht sieben argentinische Gefangene an Bord die der Piraterie angeklagt wurden und eroberte die amerikanischen Fischereifahrzeuge mit den Besatzungsmitgliedern zurück. Die Gefangenen entließ man in Argentinien. Danach segelte Duncan mit der USS LEXINGTON um das Kap Horn um den amerikanischen Handel vor der Pazifikküste zu schützen. Am 1. März 1834 legte die Schaluppe im Hafen von Rio de Janeiro an wo der amerikanische Diplomat Edmund Roberts ( 29. Juni 1784 – 12. Juni 1836 ) an Bord kam. Am 24. April erreichte das Schiff den Hafen von Boston. Duncan ging dort von Bord des Schiffes. Master Kommandant Silas M. Duncan verstarb am 14. September 1834 in White Sulphur Springs, West Virginia.

Drei Schiff wurden bei der US Navy zu Ehren von Master Kommandant Silas M. Duncan benannt.
Das erste Schiff war der Zerstörer USS DUNCAN ( DD-46 ) aus der CASSIN – Klasse.
Das zweite Schiff war der Zerstörer USS DUNCAN ( DD-485 ) aus der GLEAVES – Klasse.
Das dritte Schiff war der Zerstörer USS DUNCAN ( DD-874 ) aus der GEARING – Klasse.


USS DUNCAN ( DD-874 )

Schiffsbiografie

Die USS DUNCAN ( DD-874 ) ist das dritte Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Silas Duncan benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das fünfundachtzigste Schiff aus der GEARING – Klasse.
Auf der Consolidated Steel Corporation in Orange, Texas wurde am 22. Mai 1944 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. D. C. Thayer taufte am 27. Oktober 1944 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Commander Paul D. Williams stellte am 25. Februar 1945 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach der Erprobungs- und Ausbildungsfahrt rüstete man die USS DUNCAN in Norfolk, Virginia zu einem Radarvorposten Zerstörer um. Diese Arbeiten waren Ende Mai 1945 abgeschlossen und am 2. Juni legte das Schiff in Norfolk ab. Das Ziel war der Pazifik. Nach der Durchquerung des Panamakanals führte die Fahrt des Zerstörers über San Diego, Kalifornien nach Pearl Harbor, Territorium Hawaii. Dort unterzog man die Schiffsbesatzung einer intensiven Ausbildung und überprüfte den Schiffsrumpf der USS DUNCAN. Außerdem führte der Zerstörer mindestens ein Manöver mit dem Geleitflugzeugträger USS CABOT ( CVL-28 ) durch. Nach Abschluss dieser Ausbildungen verlegte man den Zerstörer in die Task Group 12.3. In dieser TG befanden sich ebenso neben der USS DUNCAN und der USS CABOT die beiden Schlachtschiffe USS PENNSYLVANIA ( BB-38 ) und USS TENNESSEE ( BB-43 ) und die Zerstörer USS CHEVALIER ( DD-805 ), BOYLE ( DD-600 ), USS CHAMPLIN ( DD-601 ) und USS ORDRONAUX ( DD-617 ). Dieser Verband verließ am 31. Juli Pearl Harbor und erreichte am 1. August das Atoll Wake Island auf dem Weg nach Saipan, Nördliche Marianen Inseln. Auf Wake Island bombardierten die Schiffe japanische Stellungen. Am darauffolgenden Tag legte der Verband im Hafen von Saipan an. Dort bunkerten die Schiffe neuen Kraftstoff und wurden auf die Fahrt zum Atoll Eniwetok, Marshall Islands vorbereitet. Nachdem sie dort angelegt hatten, erhielten sie die Nachricht, dass am 15. August Japan die bedingungslose Kapitulation akzeptiert hätten und damit der Zweite Weltkrieg auch im Pazifik beendet war. Man löste den Verband auf und beorderte die einzelnen Schiffe zu ihren neuen Einsatzgebieten. Die USS DUNCAN erhielt die Aufgabe nach Okinawa zu fahren und dort der neugeschaffenen 7.US Flotte beizutreten. Die Schiffe dieser Flotte führten Patrouillen in chinesischen und koreanischen Gewässern durch. Dabei überwachte die USS DUNCAN mit ihren Radargeräten die Anlandungen von amerikanischen Besatzungstruppen in Tsingtao, Taku, Shanghai und Incheon. Bis zum 25. März 1946 übte der Zerstörer seine Pflichten in diesen Gewässern aus. Danach fuhr er wieder an die Westküste der USA und legte am 28. April im Hafen von San Diego, seinem neuen Heimathafen, an. Hier blieb das Schiff erst einmal vor Anker liegen, da man die Schiffsbesatzung zum Teil austauschte. Von vielen Besatzungsmitgliedern waren die Dienstverpflichtungen ausgelaufen und mussten sich ausschiffen. Es kamen zwar genügend neue Besatzungsmitglieder wieder an Bord, aber diese mussten an ihren Einsatzbereichen erst angelernt werden. Daher verlegte man die USS DUNCAN am 1. November 1946 kurzerhand in die Mare Island Navy Yard, Kalifornien, wo man das Schiff einer Überholung unterzog. Am 3. Februar 1947 verließ der Zerstörer die Werft wieder. In den nun folgenden Monaten fuhr der Zerstörer entlang der Westküste, wo die Schiffsbesatzung sich einigen Ausbildungen unterziehen musste und an Manövern teilnahm um ihre operativen Fähigkeiten und Kampfbereitschaft zu demonstrieren. Im Mai 1947 legte der Zerstörer in San Diego wieder ab und führte eine fünfmonatige Kreuzfahrt im Fernen Osten durch. Dabei besuchte das Schiff unter anderem auch Okinawa, Japan und mehrere Häfen in China. Nach der Rückkehr in ihren Heimathafen, nahm die USS DUNCAN wieder an mehreren Küsteoperationen entlang der Westküste der USA teil. In diese Operationen waren auch Flugzeuge der US Navy und U-Boote eingegliedert. Wieder zurück an der amerikanischen Westküste, nahm der Zerstörer an weiteren lokalen Operationen teil. Dabei ereignete sich am 1. März 1948 ein ereignisreicher Unfall. An Bord des Schiffes gab es eine Explosion wegen unbedachten Umgangs mit Munition. Dabei wurden zwei Besatzungsmitglieder getötet und vierzehn zum Teil schwer verletzt. Nach den Reparaturarbeiten in der Long Beach Naval Shipyard in San Pedro, Kalifornien kehrte der Zerstörer in die 7. US Flotte zurück und nahm an erneuten Ausbildungen bis zum Januar 1949 teil. Danach fuhr die USS DUNCAN für acht Monate in den Westpazifik zu Patrouillenfahrten. In dieser Zeit, am 18. März 1949, klassifizierte man den Zerstörer in einen Radarvorposten Zerstörer um und gab ihm die Kennung DDR-874. Nach der Rückkehr in seinen Heimathafen, musste sich der Zerstörer vom 6. April bis zum 12. Juli 1950 einer erneuten Überholung in der Mare Island Navy Yard unterziehen. Mit in der Werft befanden sich die Schwesterschiffe USS PERKINS ( DD-877 ) und USS HENRY W TUCKER ( DDR-875 ) Zur Vorbereitung auf die kommende Kreuzfahrt mit der 7. US Flotte, pendelte die USS DUNCAN nun bis zum November 1950 zwischen San Diego und Pearl Harbor, Hawaii. Danach diente das Schiff vor der koreanischen Küste während des Koreakrieges. Dort bewachte der Zerstörer mit seiner Radartechnik die eingesetzten Flugzeugträger und übernahm für die Schlachtschiffe die U-Boot Eskorte. Nebenbei unterstützte das Schiff die amerikanischen Minensucher vor der nordkoreanischen Küste in dem es feindliche Küstenbatterien beschoss und feindliche Kommunikationsverbindungen zerstörte. Außerdem patrouillierte der Zerstörer auf der Suche nach nordkoreanischen Minensuchboote und Fischerboote vor dieser Küste. Nach dem Ende des Koreakrieges am 27. Juli 1953 blieb die USS DUNCAN auch weiterhin im Pazifik stationiert. In den folgenden Jahren wechselten die Einsätze im Fernen Osten und den Ausbildungsfahrten entlang der US Westküste einander ab. In diesen Jahren besuchte der Zerstörer mehrere Häfen von Australien, Japan, den Philippinen, Taiwan, Hongkong und vielen Inseln im Pazifik. Zwischen den Jahren 1960 und 1961 musste sich die USS DUNCAN in der Long Beach Naval Shipyard dem Fleet Rehabilitation and Modernization ( FRAM ) – Programm unterziehen. Nach dieser Überholung und Modernisierung erfolgten wieder entlang der US Westküste mehrere lokale Operationen in denen die Schiffsbesatzung sich mit den neuen Anti-U-Boot-Waffen, dem neuen Sonar und den ASROC raketengestützten Torpedowerfern vertraut machen konnte. Am 16. April 1962 war die USS DUNCAN wieder in den Gewässern des Fernen Ostens unterwegs und begleitete unter anderem dem Flugzeugträger USS CORAL SEA ( CVA-43 ).
Am 15. Mai 1963 um 13:04 Uhr startete auf Cape Canaveral, Florida die Mercury 9 Raumkapsel, mit Leroy Gordon Cooper, Jr. ( 6. März 1927 – 4. Oktober 2004 ) an Bord, in den Weltraum. Die Raumkapsel umkreiste zweiundzwanzig Mal die Erde und trat danach in die Erdatmosphäre wieder ein. Am 16. Mai um 23:24 Uhr landete die Raumkapsel im Pazifik auf der Position 27° 20’ Nord / 176° 26’ West. Um diese Kapsel zu bergen wurden zwei Flotten zusammengestellt. Die eine im Atlantik falls der Wiedereintritt in die Atmosphäre zu zeitig begonnen hätte und im Pazifik wo die eigentliche Ziellandung vorgesehen war. Im Atlantik lagen zur Bergung der Raumkapsel bereit, der Flugzeugträger USS WASP ( CVS-18 ), die Zerstörer USS BEATTY ( DD-756 ), USS DACIS ( DD-937 ), USS COMPTON ( DD-705 ), USS GAINARD ( DD-706 ), USS HARWOOD ( DD-861 ), USS HYMAN ( DD-732 ), USS MYLES C FOX ( DD-829 ), die Minensucher USS USS STALWART ( AM-493 ) und USS ADROIT ( MSO-509 ) und das Bergungsschiff USS OPPORTUNE ( ARS-41 ). Im eigentlichen Landungsgebiet befanden sich der Flugzeugträger USS KEARSARGE ( CVS-33 ), der die Raumkapsel aufnahm und auf dem die Operation überwacht wurde, dann die Zerstörer USS DUNCAN, USS DE HAVEN ( DD-727 ), USS EPPERSON ( DD-719 ), USS FLETCHER ( DD-445 ), USS FRANK KNOX ( DD-742 ), USS JOHN A. BOLE ( DD-755 ), USS JOHN W. THOMASON ( DD-760 ), USS LOFBERG ( DD-759 ), USS MANSFIELD ( DD-728 ), USS TAUSSIG ( DD-746 ) und die beiden Flottentanker USS CHIPOLA ( AO-63 ) und USS KAWISHIWI ( AO-146 ).
Die USS DUNCAN wurde danach für den Vietnamkrieg verwendet. Dort übernahm der Zerstörer den Schutz der Flugzeugträger die auf „Yankee Station“ im Golf von Tonkin lagen. Nahm an den Operationen „Sea Dragon“ und „Market Time“ teil und übernahm Such- und Rettungsaufgaben von abgeschossenen amerikanischen Flugzeugpiloten. Nebenbei unterstützte der Zerstörer auch mit seinen Schiffsgeschützen mehrere Angriffe amerikanischer Einheiten in Küstennähe.
Am 15. Januar 1971 stellte man die USS DUNCAN in San Diego außer Dienst und strich den Schiffsnamen am 1. Februar 1974 von der US Navy – Liste. Nach dem Abbau aller Waffentechnischen Ausrüstungen schleppte man den Schiffskörper vor die Kalifornische Küste und versenkte ihn am 31. Juli 1980 als Seeziel auf der Position 31° 00’ 00,7’’ Nord und 120° 00’ 00,3’’ West. In ungefähr 1.200 Metern Tiefe blieb es auf dem Meeresgrund liegen.


USS DUNCAN ( DD-874 )
Commanding Officer

CDR Paul D. Williams       25. Februar 1945 – Juli 1946
CDR Paul Van Leunen Jr.        Juli 1946 – Mai 1948
CDR James Robert North       Mai 1948 – Mai 1949
CDR Everett George Sanderson        Mai 1949 – 12. Dezember 1951
CDR Russell Henry Smith        12. Dezember 1951 – 19. Dezember 1952
LCDR Ernest William (Bill) Dobie Jr.       19. Dezember 1952 – 21. Dezember 1952 (Aktiv) (erreichter Rang RADM)
CDR Robert Edward Lawrence         21. Dezember 1952 – 6. September 1954
CDR Edward Everett Conrad          6. September 1954 – Juni 1956
CDR Peter Sterling Smith          Juni 1956 – Mai 1958
CDR Lawrence Mitchell Smith        Mai 1958 – September 1959
CDR Henry Ehrman (Tim) Thornhill Jr.        September 1959 – Dezember 1960
CDR Edward James Messere          Dezember 1960 – 17. März 1961
CDR William Bruce Althoff          17. März 1961 – 9. März 1963
CDR Malvern Eugene Soper          9. März 1963 – 25. Juni 1964
CDR Jack Edward Weatherford         25. Juni 1964 – 26. Oktober 1965
CDR Stanley Wadsworth Birch Jr.        26. Oktober 1965 – 8. März 1968
CDR Charles Russell Stephan         8. März 1968 – 12. Dezember 1969
CDR Robert Lake Turnage          12. Dezember 1969 – Oktober 1970
LCDR John Anthony Carbone          Oktober 1970 – 15. Januar 1971

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