USS WOOLSEY ( DD-77 )

USS WOOLSEY ( DD-77 )

Biografie

Melanchthon Taylor Woolsey
* 5. Juni 1780 in Plattsburgh, New York
† 18 May 1838 in Utica, New York
War ein Offizier bei der US Navy und diente während des Krieges von 1812 bei den Schlachten auf den Großen Seen

Woolsey war ein Nachkomme von George Woolsey, einem der ersten Siedler von New Amsterdam und dem Siedler Thomas Cornell. Nach einer Zeit des Jurastudiums trat er am 9. April 1800 in die Navy ein. An Bord der Fregatte USS ADAMS ( 1799 ) befand er sich auf seiner ersten Kreuzfahrt. Diese dauerte bis 1801 und war in der Karibik. Kurz vor dem Ende des Ersten Barbary Krieges im Jahre 1805 kam er ins Mittelmeer. Woolsey kam aber nicht mehr zu einem Kampfeinsatz dort. Im Jahre 1807 beförderte man ihn zum Lieutenant und schickte ihn nach Washington DC wo er einen Code von Signalen für die Navy entwickelte. Man versetzte ihn dann 1808 an den Lake Ontario bei Sackett Harbor wo man auf einer Werft dabei war die Brigg ONEIDA ( 1809 zu bauen. Woolsey sollte diesen Bau überwachen. Da die Spannungen zwischen den USA und Großbritannien immer größer wurde, holte man 3.000 Arbeitskräfte aus New York City und baute auf dieser Werft elf Kriegsschiffe. Das Kommando über diese Werft erhielt ebenfalls Woolsey. Ab 1810 ließ er die USS ONEIDA ausrüsten. In der Zwischenzeit hatte die US Regierung ein Embargogesetz gegen britische Waren erlassen. Woolsey war mit der Brigg auf dem Lake Ontario auf Patrouillenfahrt unterwegs und nahm am 5. Juni 1812 den britischen Schoner LORD NELSON gefangen. Mit dem Schiff im Schlepptau ging es zurück zum Sackett Harbor. Der offene Krieg zwischen beiden Ländern brach am 18. Juni offen aus. Ein britisches Geschwader lief am 19. Juli aus seinem Heimathafen Kingston, Kanada aus mit dem Ziel sich den gekaperten Schoner zurück zu holen. Woolsey ließ die USS ONEIDA mit der LORS NELSON vertäuen und versuchte auf die offene See zu gelangen, aber das britische Geschwader war schon zu nahe. Somit entschloss er sich beide Schiffe soweit wie möglich in seichtes Wasser zu manövrieren und die Kanonen der USS ONEIDA an Land zu bringen. Von dort aus ließ er an Land eine Batterie aufbauen mit der er die Hafeneinfahrt beschießen konnte. Zwei Stunden dauerte die Schlacht. Dann zogen die britischen Schiffe unverrichteter Dinge wieder ab. Anfang Oktober 1812 übernahm Commodore Isaac Chauncey ( 20. Februar 1779 – 27. Januar 1840 ) das Oberkommando über sämtliche Navy Aktivitäten auf den großen Seen. Lieutenant Woolsey wurde sein Stellvertreter und behielt das Kommando über die USS ONEIDA. Ab dem Herbst 1812 konzentrierte sich Woolsey auf den Bau, dem Kauf und der Ausstattung von zusätzlichen Kriegsschiffen. Zwischen den Briten und den Amerikanern entstand dabei ein Wettrennen wer die meisten Schiffe auf dem Lake Ontario stationiert hatte. Für die Amerikaner ging Woolsey im Herbst in Führung nachdem er weitere acht Schoner wie die USS ONEIDA zur Verfügung hatte. Unter ihnen war auch der drei Kanonen führende Schoner USS JULIA ( 1812 ). Am 8. November stieß Woolsey mit seiner 19 Kanonen führenden USS ONEIDA und vier weiteren Schonern auf die 24 Kanonen führende Korvette HMS ROYAL GEORGE aus Kingston. Die britische Korvette jagde in die Bay of Quinte und wurde über Nacht nicht mehr gesehen. Am folgenden Morgen entdeckte man sie und die Jagd ging von vorne los. Mit Müh und Not rettete sich das britische Kriegsschiff in den Hafen von Kingston wo mehrere Hafenbatterien sie beschützte. Die amerikanischen Schiffe begannen zwar ein Bombardement über die Uferbatterien und der Stadt, mussten aber durch einen heraufziehenden Sturm sich wieder nach Sackett Harbor zurückziehen. Am 25. April 1813 waren auf der USS ONEIDA und anderen Schiffen des amerikanischen Geschwaders Truppen von Brigadegeneral Zebulon Montgomery Pike ( 5. Januar 1779 – 27. April 1813 ) eingeschifft. Das Ziel war York, Kanada. Das Geschwader erreichte am 27. April die Stadt und die amerikanischen Truppen setzten innerhalb von nur zwei Stunden an Land. Die Stadt fiel rasch in die Hände der Angreifer. Die britischen Truppen die sich in das Fort York zurück gezogen hatten zündeten das Pulvermagazin an damit es nicht in die Hände der Amerikaner fällt. General Pike wurde dabei von umher fliegenden Steinen getroffen und getötet. In der Nacht des 26. Mai 1813 begann das amerikanische Geschwader Segel zu setzten damit ihre Truppen Fort George in Kanada erobern konnten. Gegen 9:00 Uhr landeten die Truppen und gegen Mittag war die Stadt und das Fort eingenommen. Im Juli 1813 beförderte man Woolsey zum Master Commander und im August übergab man ihm das Kommando über den Schoner USS SYLPH ( 1813 ). Am Nachmittag des 11. September begann eine langwierige Schlacht vor der Mündung des Genessee River. Während der dreieinhalb Stunden dauernden Schlacht erlitt das amerikanische Geschwader keine Verluste noch Schäden. Auf der Seite der Royal Navy wurden aber vier Mann getötet und eine Brigg schwer beschädigt. Das britische Geschwader konnte sich nur mit Mühe über die Amherst Bay zurück ziehen. Am 28. September trafen beide Geschwader in der York Bay wieder aufeinander. Woolsey konnte aber mit der USS SYLPH nicht nahe genug an die britischen Schiffe herankommen um einen Angriff zu wagen. Er ließ aus großer Entfernung auf die feindlichen Schiffe schießen und wartete auf den Rest des Geschwaders. Commodore Chauncey aber musste alle seine Schiffe wegen eines aufziehenden Sturmes in Sicherheit bringen. Bis zum 31. September tobte dieser. Am 2. Oktober begann die Jagd auf das britische Geschwader von vorne. Am Nachmittag des 5. Oktober konnten sieben britische Schiffe aus diesem Geschwader ausgemacht werden. Woolsey nahm mit der USS SYLPH fünf als Prisen gefangen. Ein britisches Schiff, die HMS LADY GORE, die nicht mehr hundertprozentig Seetüchtig war wurde sofort verbrannt nachdem sich deren Besatzungsmitglieder ergeben hatten. Ein britisches Schiff konnte entkommen. Zwei der Prisen erwiesen sich als ehemalige amerikanische Schiffe. Das waren die HMS CONFIANCE die einmal die USS JULIA war und die HMS HAMILTON die einmal die USS GROWLER ( 1812 ) war. Die anderen eroberten Schiffe waren der Kutter HMS DRUMMOND und die Schoner HMS ELIZABETH und HMS MARY ANN. Der Rest des britischen Geschwaders blieb ab sofort in Kingston liegen und das amerikanische Geschwader blockierte die Hafenausfahrt bis Ende November. Man zog sich dann in den eigenen Hafen zurück da bei der kommenden Kälte der See zufror. Über Winter entstand bei beiden feindlichen Parteien ein regelrechtes Wettrennen im Bau von neuen Schiffen. Woolsey ließ seine USS SYLPH zu einer Brigg ausbauen und stellte noch mehr Kanonen auf die Decks. Im Frühjahr überrumpelten die Briten die Amerikaner in dem sie als Erste auf dem Lake Ontario waren. Woolsey war mit seinem Schiff in dem amerikanischen Versorgungslager bei Oswego, New York um sich dort neue Kanonen, weiteres Kriegsgerät und andere Versorgungsgüter für Sackett Harbor abzuholen. Da erschien ein Teil des britischen Geschwaders am 5. Mai 1814. Der größere Teil blockierte den Hafen von Sackett Harbor. Durch die Verbreitung von falschen Informationen gelang Woolsey auf der USS SYLPH in einer Nacht die Flucht. Die Briten hatten allerdings aus ihren vergangenen Fehlern gelernt und begannen die Jagd indem sie versuchten das amerikanische Schiff zu überholen und dann den Weg abzuschneiden. Dies gelang ihnen auch bei Big Sandy Creek. Doch Woolsey hatte dort einen Hinterhalt von Major Daniel Appling ( 29. August 1787 – 5. März 1817 ) und dessen 150-Mann Kontingent eine US Army Schützenregimentes legen lassen. Britische Landungstruppen setzten über an Land um das dort ankernde amerikanische Schiff zu erobern. Die folgende Schlacht dauerte nur 15 Minuten. Dann war ein weiterer amerikanischer Sieg errungen. Auf Britischer Seite gab es 143 Gefangene, 10 Offiziere und 133 Mannschaften; 20 Verletzte, 2 Offiziere und 18 Mannschaftsmitglieder und 14 getötete, 1 Offizier und 13 Mannschaftsmitglieder. Drei Kanonenboote wurden von den Amerikanern erobert. Woolsey ließ in diesem Hafen alles was in Sackett Harbor benötigt wurde auf Ochsenkarren laden und dies über dem Landweg transportieren. Dort angekommen übernahm Woolsey das Kommando über die nei gebaute Brigg USS JONES ( 1814 ). Am 6. Juni 1814 ließ der britische Befehlshaber Sir James Lucas Yeo ( 7. Oktober 1782 – 21. August 1818 ) seine Schiffe von Sackett Harbor abziehen da auf der amerikanischen Seite eine Epidemie ausgebrochen war. Dadurch konnte das amerikanische Geschwader erst am 31. Juli Segel setzen und sich auf den Lake Ontario wagen. Das amerikanische Geschwader erreichte am 5. August Niagara das in britischer Hand war. Dort wurde die britische Brigg HMS CHARWELL aufgespürt und gejagt. Die britische Mannschaft setzte das Schiff dabei kurzer Hand auf Land und verbrannte es. Über York segelte dann das amerikanische Geschwader weiter nach Kingston wo es eine Blockade aufbaute. Chauncey befahl Woolsey mit der USS JONES und dem Schoner USS CONQUEST ( 1812 ) die Verbindungen zwischen Oswego und Sackett Harbor zu überwachen. Am 17. September kehrte Woolsey mit der USS JONES wieder zum amerikanischen Geschwader zurück. Gegen Ende November zog sich das Geschwader wegen des anrückenden Winters wieder nach Sackett Harbor, wo es wieder überwinterte. Am 18. Februar 1815 war der Krieg dann beendet. Master Commander Woolsey behielt nach dem Krieg das Kommando über die Navy Station in Sackett Harbor. Im Jahre 1816 beförderte man ihn zum Captain. Er lernte Susan Cornelia Treadwell ( 8. Dezember 1796 – 1863 ) aus Long Island, New York kennen und lieben. Ihr erster Sohn Melancthon Brooks Woolsey erblickte am 11. August 1817 das Licht der Welt. Melancthon Taylor Woolsey heiratete Susan am 3. November 1817. Im Jahre 1824 übertrug man Woolsey das Kommando über die Fregatte USS CONSTELLATION ( 1797 ). Bis Juni 1827 kreuzte er mit dem Schiff in der Karibik. Danach übernahm er das Kommando über die Marinewerft in Pensacola, Florida und zog mit seiner Familie dorthin. Dieses Kommando behielt er bis 1831. Man ernannte ihn dann zum Commodore und übertrug ihm das Kommando über das Brasiliengeschwader von 1832 bis 1834. Sein letzter aktiver Dienst führte Woolsey in die Chesapeake Bay wo er Inspektionen durchführte. 1837 war seine Gesundheit nicht zum Besten. Er verstarb am 18. Mai 1838 in Uticah, New York.

Zwei Schiffe bei der US Navy erhielten zu Ehren den Namen Woolsey.
Das erste Schiff war der Zerstörer USS WOOLSEY ( DD-77 ) aus der WICKES – Klasse der zu Ehren von Commodore Melanchthon Taylor Woolsey benannt worden ist.
Das zweite Schiff war der Zerstörer USS WOOLSEY ( DD-437 ) aus der GLEAVES – Klasse der zu Ehren von Commodore Melanchthon Taylor Woolsey und dessen Sohn Commodore Melancthon Brooks Woolsey benannt worden ist.


USS WOOLSEY ( DD-77 )

Schiffsbiografie

Die USS WOOLSEY ( DD-77 ) ist bei der US Navy zu Ehren von Commodore Melanchthon Taylor Woolsey benannt worden.
Der Zerstörer ist das dritte Schiff aus der WICKES – Klasse.
Auf der Bath Iron Works Corporation in Bath, Maine wurde am 1. November 1917 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Elise Campeau Wells ( 19. Januar 1877 – Juni 1934 ), Ehefrau von Hewitt Lea Wells ( 1883 – 8. März 1960 ) und Nachkomme von Commodore Melanchthon Taylor Woolsey, taufte am 17. September 1918 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander Frederick Vallette McNair, Jr. ( 13. März 1882 – 2. September 1962 ) stellte am 30. September das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach der Erprobungsfahrt des Zerstörers verlegte man das Schiff in die Boston Navy Yard, wo die Endausrüstung erfolgte. Danach fuhr das Schiff nach Newport, Rhode Island in die Newport Torpedo Station um sich ihre ersten Torpedos abzuholen. Nach Abschluss dieser Arbeiten fuhr die USS WOOLSEY nach New York, wo sie am 9. Oktober anlegte. Dort bereitete man den Zerstörer für die Fahrt nach Europa vor wo noch der Erste Weltkrieg tobte. Dorthin begleitete die USS WOOLSEY das Schlachtschiff USS VIRGINIA ( BB-13 ). Am 13. Oktober verließen beide Schiffe den Hafen von New York und eskortierten die Handelsschiffe des Geleitzuges HX 52. Nach einer relativ ereignislosen Fahrt, erreichte der Konvoi am 22. Oktober einen britischen Verband der die Handelsschiffe weiter eskortierte. Die USS WOOLSEY nahm danach Kurs auf den äußerst nördlichen Teil von Irland und ankerte am 23. Oktober im Hafen von Buncrana, County Donegal, Irland. Zwei Tage später hievte man die Anker wieder auf und der Zerstörer fuhr in die Irische See. Von dort aus führte der Weg des Schiffes nach Ponta Delgada, Azoren. Am 30. Oktober legte man in dem dortigen Hafen an und bunkerte Kohle. Noch am selben Tag legte der Zerstörer aber wieder ab und fuhr zurück an die Ostküste der USA. Das Schiff legte am 5. November im Hafen von New York an. Einen Monat später verließ der Zerstörer wieder New York und fuhr nach Europa. Mittlerweile war am 11. November durch einen Waffenstillstand Deutschlands der Erste Weltkrieg beendet worden. Die USS WOOLSEY erhielt die Aufgabe einem amerikanischen Navy Kontingent beizutreten die die Nachkriegspflichten überwachen sollte. Am 20. Dezember erreichte der Zerstörer Brest, Frankreich und wurde dort dem Kommandanten der Naval Forces für Europa unterstellt. Innerhalb der folgenden sieben Monate absolvierte das Schiff die verschiedensten Missionen für die US Navy. Die Hauptaufgabe aber bestand darin zwischen Brest und den englischen Häfen Plymouth und Southampton zu patrouillieren und die Beförderung von Passagieren und der Post zu garantieren. Am 11. März 1919 war die USS WOOLSEY zusammen mit der USS LITTLE ( DD-79 ) einer von vier Zerstörern die das Passagierschiff USS GEORGE WASHINGTON ( ID-3018 ) nach Brest eskortierten. Auf diesem Ozeandampfer befand sich der amerikanische Präsident Thomas Woodrow Wilson ( 28. Dezember 1856 – 3. Februar 1924 ), der an der Versailler Friedenskonferenz teilnahm. Die USS WOOLSEY führte ihre Patrouillen bis in den Juni weiter fort und übernahm dann wieder die Eskorte für die USS GEORGE WASHINGTON die sich ab Ende Juni auf die Rückreise an die amerikanische Ostküste begab. Am 8. Juli 1919 legte der Verband in Hampton Roads, Virginia an.
Zehn Tage später stach die USS WOOLSEY wieder in See. Den Zerstörer hatte man in die Pazifikflotte versetzt. Am 24. Juli durchquerte das Schiff den Panamakanal und fuhr zu Manövern zu den Inseln von Hawaii. Nach der Beendigung des Manövers fuhr der Zerstörer nach San Diego, Kalifornien. Dort stellte man das Schiff am 31. Mai 1920 außer Dienst und verlegte es in die Mare Island Navy Yard, Kalifornien. Dort sollten einige umfangreiche Änderungen vorgenommen werden. Am 20. Oktober 1920 stellte man das Schiff wieder in den Dienst der US Navy und beließ es an der Westküste der USA.
Am frühen Morgen des 26. Februar 1921 befand sich die USS WOOLSEY in der Nähe von Coiba Island vor der panamesischen Küste. Durch Unachtsamkeit kollidierte der Zerstörer mit dem Handelsschiff SS STEEL INVENTOR und wurde in zwei Teile zerrissen. Beide Schiffshälften versanken sofort in den Fluten des Meeres. Das Schwesterschiff USS AARON WARD ( DD-132 ) eilte den Besatzungsmitgliedern der USS WOOLSEY zu Hilfe und rettete sie.


USS WOOLSEY ( DD-77 )
Commanding Officer

LCDR Frederick Vallette McNair Jr.        30. September 1918 – ?
LCDR Henry Chalfant Gearing Jr.         ? 1919 – ?

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