USS BRACKETT ( DE-41 )

USS BRACKETT ( DE-41 )

Biografie

Bruce Godfrey Brackett
* 16. Oktober 1915 in Seattle, Washington
† offiziell am 23. Januar 1943 für Tot erklärt

Bruce Godfrey Brackett trat 1936 freiwillig ins Naval Reserve Officers Training Corps ein und diente anfangs an Bord der Schlachtschiffe USS NEW YOTK ( BB-34 ) und USS COLORADO ( BB-45 ) und dem Zerstörer USS HOPKINS ( DD-249 ). Man versetzte ihn am 5. September 1939 nach Pensacola, Florida an die dortige Pilotenausbildungsstätte, wo er zum Piloten ausgebildet wurde. Den Rang eines Ensign verlieh man ihm am 15. April 1940 nach der erfolgreichen Abschlussprüfung. Anschließend versetzte man Brackett an Bord des Leichten Kreuzers USS HONOLULU ( CL-48 ) und integrierte ihn in das Cruiser Scouting Squadron 9 ( VCS-9 ). Der Leichte Kreuzer operierte von der amerikanischen Marinebasis Pearl Harbor, Territorium Hawaii aus. Am 7. Dezember 1941, dem Tag an dem die Japaner diese Marinebasis massiv mit Flugzeugen angriffen, lag die USS HONOLULU in Pearl Harbor vor Anker. Das Kriegsschiff erlitt während der feindlichen Luftangriffe nur geringe Schäden. Daher übernahm der Leichte Kreuzer Eskortierpflichten zwischen der US Westküste, Australien und den Inseln von Samoa. Im Juni 1942 beförderte man Brackett zum Lieutenant ( jg ). Den folgenden Sommer verbrachte er weiterhin an Bord der USS HONOLULU, welche nun zwischen den Inseln der Aleuten operierte. Man beförderte Brackett schon am 1. Oktober 1942 zum Lieutenant und versetzte den Leichten Kreuzer zur Task Force 67. Während der am 30. November tobenden Schlacht bei Tassafaronga, Guadalcanal, Ostsalomonen gehörte Brackett mit seinem PBY Wasserflugzeug zu den Luftaufklärern. Vom 16. Dezember 1942 bis zum 14. Januar 1943 flog er gefährliche Missionen um den japanischen „Tokyo Express“, die sogenannten Versorgungsschiffe die die an Land befindlichen japanischen Einheiten mit Nachschub an Mensch und Material in den Nächten versorgen sollten, zu suchen. Auf seinen Missionsflügen zeichnete sich Brackett durch Tapferkeit aus, wenn er mit schwerem japanischem Flugabwehrfeuer konfrontiert wurde. Ohne Rücksicht auf seine persönliche Sicherheit leuchteten er und seine Mannschaftsmitglieder feindliche Ziele aus, damit amerikanische PT-Boot Staffeln zum Angriff übergehen konnten und eben diese feindlichen Versorgungsschiffe vernichten konnten. Während der stürmischen Nacht vom 14. zum 15. Januar 1943 wurde seine PBY Catalina über Savo Island abgeschossen, während Brackett mehrere amerikanische PT-Boote an einen japanischen Schiffskonvoi, bestehend aus neun Zerstörern, heranführte und mit seinen Suchscheinwerfern unterstützte, damit der Nachschub für die Japaner auf Guadalcanal unterbunden werden konnte. Lieutenant Brackett fand man in den folgenden Tagen weder Tod noch lebendig. Deshalb erklärte man ihn am 23. Januar für tot und verlieh ihm posthum für seinen Heroismus den Silver Star.


USS BRACKETT ( DE-41 )

Schiffsbiografie

Die USS BRACKETT ( DE-41 ) ist das erste Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Lieutenant Bruce Godfrey Brackett benannt wurde.
Der Geleitzerstörer ist das sechsunddreißigste Schiff aus der EVARTS – Klasse.
Auf der Puget Sound Navy Yard in Bremerton, Washington wurde am 12. Januar 1943 der Kiel des Schiffes gelegt. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Schiff für die Royal Navy in Großbritannien gebaut werden und die Kennung BDE-41 tragen. Doch am 16. Juni 1943 übernahm die US Navy den Geleitzerstörer und er erhielt die Kennung DE-41. Mrs. George G. Brackett, Mutter von Lieutenant Bruce Godfrey Brackett, taufte am 1. August 1943 den Geleitzerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander John Henry Roskilly, Jr. ( 1912 in Massachusetts – ? ) ( USNR ) stellte am 18. Oktober 1943 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Die Gewässern vor Bremerton verließ die USS BRACKETT und fuhr zur amerikanischen Marinebasis San Diego, Kalifornien. Hier meldete sich das Kriegsschiff am 12. November beim Operational Training Command. Der Geleitzerstörer begann hier mit der Erprobungs- und Ausbildungsfahrt. Nach Abschluss der daran anschließenden Begutachtung des Schiffskörpers und der notwendig gewordenen Reparaturen verließ die USS BRACKETT am 15. Dezember San Diego und wechselte Nach San Francisco, Kalifornien. Hier warteten mehrere Versorgungsschiffe. Am 21. Dezember verließ der Schiffskonvoi die kalifornische Küste und erreichte sechs Tage später die amerikanische Marinebasis Pearl Harbor, Territorium Hawaii. Umgehend beteiligte sich die USS BRACKETT an mehreren Übungen innerhalb der Hawaiianischen Gewässer, die zur Vorbereitung auf die Invasion der Marshall Islands durchgeführt wurden. Dazu versetzte man den Geleitzerstörer in die Task Group 51.2, die Majuro Attack Group, die Rear Admiral Harry Wilbur Hill ( 7. April 1890 in Oakland, Kalifornien – 19. Juli 1971 in Annapolis, Maryland ) kommandierte. In der TG befanden sich die Geleitflugzeugträger USS NASSAU ( CVE-16 ) und USS NATOMA BAY ( CVE-62 ), der Schwere Kreuzer USS PORTLAND ( CA-33 ) und die Zerstörer USS BULLARD ( DD-660 ), USS KIDD ( DD-661 ), USS CHAUNCEY ( DD-667 ) und USS BLACK ( DD-666 ), die Geleitzerstörer USS BRACKETT und USS DEMSPEY ( DE-26 ), sowie zwei Schnelle Truppentransporter, das Angriffstruppentransporter USS CAMBRIA ( APA-36 ) und ein Panzerlandungsschiff transportierten ein Bataillon der 27. US Infanteriedivision. Am 23. Januar verlassen diese Schiffe, zusammen mit denen der TG 51.1, Pearl Harbor und fuhren zu den Marshall Islands. Der Angriff und die Landeoperation auf das unverteidigte Atoll Majuro beginnen am Morgen des 31. Januar. Die Japaner hatten dieses Atoll schon im November 1942 verlassen, da es für sie ohne Interesse war. Sofort beginnen die Arbeiten, um das Atoll zu einem wichtigen Stützpunkt der US Flotte auszubauen. Für die US Navy war dieses Atoll das beste Sprungbrett um sicher zu den folgenden Inseln zu gelangen. Dank der Bemühungen der United States Coast and Geodetic Survey gab es ab dem 2. Februar eine großangelegte Verankerungsstelle. Die beiden Schlachtschiffe USS WASHINGTON und USS INDIANA ( BB-58 ) sind die ersten Kriegsschiffe die diese nutzten. Die USS BRACKETT eskortierte ab dem 4. Februar mehrere Kriegsschiffe aus der 5. US Flotte in den sicheren Hafen des Atolls. Bis zum 9. Mai setzte der Geleitzerstörer nun seinen Eskortierdienst für Versorgungsschiffe zwischen den Marshall und den Gilbert Insel fort. Ab dem 9. Mai fuhr das Kriegsschiff wieder nach Pearl Harbor. Dort musste in einem Trockendock unbedingt die Steuerbordwelle und der dazugehörige Schacht repariert werden. Die Arbeiten dazu waren am 15. Juni abgeschlossen. Nach mehreren Testfahrten verließ die USS BRACKETT am 19. Juni die Marinebasis und eskortierte Versorgungsschiffe zu den Inseln der Marianen. Die Insel Saipan erreichte der Geleitzerstörer, da tobte noch der erbitterte Kampf um dieses Eiland. Von Saipan aus nahm das Kriegsschiff seinen Konvoidienst auf und eskortierte Versorgungsschiffe, damit der lebensnotwendige Nachschub, wie Treibstoff, Munition und Nahrung, bis zu den hart umkämpften Basen herangeführt werden konnte. Vom 28. zum 29. Juli befand sich die USS BRACKETT auf dem Weg vom Atoll Eniwetok, Marshall Islands nach Saipan. Da erhielt man auf dem Geleitzerstörer einen Unterwasserkontakt. Umgehend ließ Lieutenant Commander Alfred C. Reed, Jr., Kommandant des Geleitzerstörers, mehrere Wasserbomben über Bord werfen. Nach deren Explosion konnte man aber nicht mit Sicherheit sagen, ob man ein feindliches U-Boot vernichtet hatte. Die nach dem Krieg geöffneten japanischen Aufzeichnungen deuteten daraufhin, dass in diesem Seegebiet zu dieser Zeit sich kein U-Boot aufgehalten hatte. Für die USS BRACKETT kam ab Ende 1944 der natürliche Tiefseehafen Seeadler Harbour, Manus Island, Admiralitätsinseln zu ihrer regelmäßigen Patrouillen- und Eskortierfahrt hinzu. Das erste Mal erreichte der Geleitzerstörer Ende Oktober diesen Hafen und verließ ihn Anfang November wieder. In diesen Tagen hatte das Kriegsschiff samt seiner Besatzung nur gelegentliche Einsätze die gefährlich waren. Zu diesen Einsätzen gehörten schwimmende Treibminen die versenkt werden mussten. Doch ab dem 4. Dezember änderte sich dies schlagartig. Früher wurden die Marshall Inseln Wotje, Jaluit, Milli und Maloelap mit den zu eskortierenden Versorgungsschiffen umfahren. Doch mit der Zeit war diese große Umfahrung ein dringend benötigter Zeitfaktor. Daher wurden die auf diesen Inseln befindlichen japanische Einheiten ständig bombardiert. Doch um Erfolge aufweisen zu können, wurden von den Marshall Inseln Scouts eingesetzt, die die Koordinaten durchgaben wo sich feindliche Stellungen befanden. So feuerte die USS BRACKETT unter anderem am 5. Januar 1945 auf eine feindliche Geschützstellung auf dem Atoll Taroa, Marshall Islands. Diese japanische Geschützbatterie samt Bedienungspersonal war danach nicht mehr einsatzfähig. Am 7. Februar löste man den Geleitzerstörer aus dem Eskortier- und Patrouillendienst heraus und das Kriegsschiff fuhr nach Pearl Harbor. Hier wurden dringend notwendig gewordene Reparaturen ausgeführt und der Schiffsbesatzung eine Ruhepause gegönnt. Die USS BRACKETT verließ am 8. März die amerikanische Marinebasis und fuhr zum Atoll Ulithi, Karolinen. Hier waren die Vorbereitungen auf den Angriff auf Okinawa voll im Gange. Dieses Atoll war dazu die am nächsten gelegene Operationsbasis. Hier wurden die 40 Öltanker, Munitions- und Versorgungsschiffe stationiert, die den dringend benötigten Treibstoff, frische und gefrorene Vorräte sowie Munition zu den Rykyu Inseln brachten, damit die Kriegsschiffe der 5. und 3. US Flotte ständig den dringend benötigten Nachschub erhielten. Zur Sicherung all dieser Schiffe versetzte man auch die USS BRACKETT in die Task Group 50.8, welche Rear Admiral Donald Bradford Beary ( 4. Dezember 1888 in Helena, Montana – 7. März 1966 in San Diego, Kalifornien ) während der Operation „Iceberg“ befehligte. In dieser TG befanden sich die Geleitflugzeugträger USS SAVO ISLAND ( CVE-78 ), USS SARGENT BAY ( CVE-83 ) und USS RUDYERD BAY ( CVE-81 ), der Leichte Kreuzer USS DETROIT ( CL-8 ), die Zerstörer USS THORN ( DD-647 ), USS STEVENSON ( DD-645 ), USS KALK ( DD-611 ), USS GILLESPIE ( DD-609 ), USS AYLWIN ( DD-355 ), USS HOBBY ( DD-610 ), USS STOCKTON ( DD-646 ), USS SCHROEDER ( DD-501 ) und drei weitere Zerstörer, die Geleitzerstörer USS BRACKETT, USS KYNE ( DE-744 ), USS LYMAN ( DE-302 ), USS REYNOLDS ( DE-42 ), USS DONALDSON ( DE-44 ), USS HOWARD F CLARK ( DE-533 ), USS BANGUST ( DE-739 ), USS WATERMAN ( DE-740 ), USS WEAVER ( DE-741 ), USS CROWLEY ( DE-303 ), USS LAMONS ( DE-743 ), USS HILBERT ( DE-742 ), USS LAKE ( DE-301 ), USS LA PRADE ( DE-409 ), USS McCOY REYNOLDS ( DE-440 ), USS JACK MILLER ( DE-410 ), USS STRAUS ( DE-408 ), USS CORBESIER ( DE-438 ) und USS CONKLIN ( DE-439 ), die Tanker USS TALUGA ( AO-62 ), USS CIMARRON ( AO-22 ), USS TALLULAH ( AO-50 ), USS PATUXENT ( AO-44 ), USS COWANESQUE ( AO-79 ), USS ASHTABULA ( AO-51 ), USS LACKAWANNA ( AO-40 ) und USS CHICOPEE ( AO-34 ) und der Hochseeschlepper USS UTE ( AT-76 ). Die Schiffe der TG 50.8 verließen am 25. März das Atoll Ulithi um für die 5. US Flotte während der Operation „Iceberg“ den Nachschub zu sichern. Am 1. April begann der Angriff auf Okinawa. Die Sicherungsschiffe der TG hatten alle Hände voll zu tun um die Nachschubschiffe vor Luft-, Kamikaze- und U-Boot Angriffen zu schützen. Während der dritten Eskortierfahrt griffen zehn Kamikazepiloten die Versorgungsflotte an. Ein Flugzeug davon schoss zuerst auf die USS TALUGA und stürzte sich dann auf den Tanker, der 300.000 Gallonen Flugbenzin geladen hatte. Doch das Flugzeug explodierte noch vor dem Aufschlag vor der Schiffsbrücke, so dass der Tanker schon nach kurzer Zeit wieder im Einsatz war. Ein zweites Kamikazeflugzeug stürzte neben einem Patrouillenboot ins Wasser ohne Schaden anzurichten. Die Schiffe der TG 58.4 wurden dann am 24. April auf offener See versorgt. Bis zum 28. Mai blieb die USS BRACKETT in dieser TG und sicherte die Nachschubschiffe vor feindliche Angriffe ab. An diesem 28. Mai verließ der Geleitzerstörer die TG vor Okinawa und eskortierte mehrere Versorgungsschiffe zum Atoll Ulithi. Dieses Atoll verließ das Kriegsschiff gleich nach der Ankunft und eskortierte mehrere Schiffe bis nach Guam, Marianen. Hier erhielt die USS BRACKETT den Befehl an die US Westküste zusammen mit mehreren Versorgungsschiffen zurück zukehren. Guam verließen die Schiffe am 27. Juni und erreichten wenige Tage später Pearl Harbor. Die Schiffe verließen diese Marinebasis am 8. Juli und erreichten sechs Tage später San Francisco. Hier bugsierte man die USS BRACKETT in ein Trockendock der Mare Island Naval Shipyard in Vallejo, Kalifornien und begann mit einer umfangreichen Überholung. Während der Arbeiten akzeptierte Japan am 15. August die bedingungslose Kapitulation. Damit war der Zweite Weltkrieg im Pazifik zu Ende. Die Reparaturarbeiten an der USS BRACKETT wurden nun eingestellt und man begann alle kriegstechnischen Einrichtungen auf dem Geleitzerstörer abzubauen. Am 23. November 1945 stellte man dann das Kriegsschiff außer Dienst und am 5. Dezember 1945 strich man den Namen USS BRACKETT ( DE-41 ) von der US Navy – Liste. Den Schiffskörper verkaufte man am 22. Mai 1947 an die National Metal and Steel Corporation auf Terminal Island, Los Angeles, Kalifornien zum verschrotten.


USS BRACKETT ( DE-41 )
Commanding Officer

LCDR John Henry Roskilly, Jr.  (USNR)        8. Oktober 1943 – 13. Juni 1944
LCDR Alfred C. Reed, Jr.  (USNR)         13. Juni 1944 – 23. November 1945

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