USS WICKES ( DD-75 )

USS WICKES ( DD-75 )

Biografie

Lambert Wickes
* 1735 in Kent County, Maryland
† 1. Oktober 1777 bei den Grand Banks, Neufundland
war ein Captain in der Continental Navy während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges

Das Haus seiner Familie stand auf Eastern Neck Island. Vor der amerikanischen Revolution war Lambert Wickes Kapitän auf den Handelsschiffen NEPTUN und CERES. Am 28. März 1776 kaufte der Continental Congress eine sechzehn Kanonen führende Brigg und benannte sie in USS REPRISAL ( 1776 ). Im Mai des gleichen Jahres übertrug man Wickes das Kommando über diese Brigg und schickte ihn später in die Schlacht gegen die britische Fregatte HMS ROEBUCK die im Delaware River kreuzte. Lambert Wickes wurde dabei auf der Dienstalters – Liste der Continantal Navy auf Rang 11 geführt. Am 10. Juni 1776 trat der Ausschuss der geheimen Korrespondenz des Kongresses zusammen und übertrug Wickes nach Absprache mit dem Navy Ausschuss den Auftrag mit der USS REPRISAL nach Martinique zu segeln um dort Munition für die Armeen George Washington zu kaufen und gleichzeitig den Passagier William Bingham ( 8. April 1752 – 6. Februar 1804 ) nach Martinique zu bringen der ein Agent der amerikanischen Kolonien war. In der zweiten Junihälfte ließ Wickes die Leinen lösen im Hafen von Philadelphia, Pennsylvania um über den Delaware River den Atlantischen Ozean zu erreichen. Doch noch bevor die US REPRISAL am 29. Juni den Ozean erreicht hatte, erspähte man im dichten Nebel die amerikanische Brigg USS NANCY ( 1775 ) die Captain Hugh Montgomery kommandierte und aus St. Croix und St. Thomas zurückkehrte. Das Schiff hatte 386 Fässer mit Schießpulver für die amerikanische Armee geladen. Am Horizont erblickte Wickes die Wimpel der britischen Kriegsschaluppen HMS KINGFISHER ( 1770 ) und der Fregatte HMS ORPHEUS ( 1773 ) die der amerikanischen Brigg nachjagten. Captain Montgomery ließ sein Schiff in Ufernähe auf Grund auflaufen um das kostbare Schießpulver von seiner Crew ausladen zu lassen. Captain Wickes ließ sein Schiff bei der Brigg beidrehen um mit seiner Mannschaft bei der Entladung zu helfen. In diesem Augenblick erschien die amerikanische Brigantine USS LEXINGTON ( 1776 ) die unter dem Kommando von Captain John Barry ( 25. März 1745 – 13. September 1803 ) stand. Er übernahm umgehend das Kommando über die Entladung der USS NANCY. Barry ließ von seiner Mannschaft ebenfalls Boote zu Wasser lassen die sie besetzen, um zum einen bei der Bergung des Schießpulvers zu helfen und zum anderen die Briten abzulenken da diese einen größeren Tiefgang hatten und sich nicht in Ufernähe trauten jedoch mit ihren Kanonen auf die USS NANCY schossen. Nachdem am späten Morgen des 29. Juni 286 Fässer Schießpulvers von der USS NANCY geborgen worden waren, ließ Captain Barry an die restlichen Fässer auf der Brigg eine Lunte legen. Diese bestand aus dem Großsegel in dem fünfzig Pfund Schießpulver eingewickelt waren. Der Crew der USS NANCY befahl er die Segel zu setzen, das Schiff zu wenden und in Richtung der britischen Schiffe segeln zu lassen. Bis auf einen Matrosen kehrte die Crew der USS NANCY an Land zurück um die Fässer zu bewachen. Alle anderen Mannschaften begaben sich wieder an Bord ihrer Schiffe und sollten sich in Sicherheit bringen. Dabei wurde der Bruder von Captain Wickes, Third Lieutenant Richard Wickes ( gestorben 29. Juni 1776 ), von einer britischen Kanonenkugel getötet. Der letzte Matrose auf der USS NANCY enterte den Mast auf der Brigg auf und entfernte dort die amerikanische Flagge. Für die Briten war das das Zeichen, das die Amerikaner kapitulieren würden. Sie hatten keine Ahnung was auf der Brigg vor sich gegangen war. Die schon angezündete Lunte brannte vom Deck aus bis in den Lagerraum wo die restlichen Pulverfässer standen. Mit einem Langboot wollten sechs britische Seeleute die USS NANCY entern nachdem sich das amerikanische Schiff inmitten der britischen Schiffe befand. In diesem Augenblick erreichte das Feuer der Lunte das Schießpulver. Der Explosionspilz war in einer Entfernung von vielen Meilen noch zu sehen. Die britischen Seeleute auf dem Langboot wurden durch die Druckwelle hinweggefegt und starben noch bevor sie begriffen was geschehen war. Auf den britischen Schiffen wurden mehrere Seeleute durch umherfliegende Trümmer getötet oder über Bord geschleudert. Captain Wickes verließ mit der USS REPRISAL am 3. Juli endgültig die Delaware Capes um seinen Auftrag auszuführen. Er kreuzte im Juli vor den Westindischen Inseln und brachte mehrere Prisen auf. Vor der Insel Martinique kam es dann am 27. Juli zu einer unvorhergesehenen Begegnung mit der Kriegsschaluppe HMS SHARK ( 1776 ) wobei beide Schiffe mehrere Breitseiten aufeinander abfeuerten. Captain Wickes schaffte es sich mit seinem Schiff von der HMS SHARK zu lösen und flüchtete ohne nennenswerten Schaden in den Hafen von Martinique. Am 13. September kehrte er wieder nach Philadelphia zurück. Im folgenden Monat, am 24. Oktober 1776, kamen Benjamin Franklin ( 17. Januar 1706 – 17. April 1790 ) sowie sein sechzehnjähriger Enkel William Temple Franklin ( 1762 – 25. Mai 1823 ) an Bord der USS REPRISAL als Passagiere. Benjamin Franklin war zum amerikanischen Botschafter in Frankreich ernannt worden. Sein Enkel war sein persönlicher Sekretär. Auf der Reise nach Europa konnte Captain Wickes zwei britische Briggs aufbringen und erreichte am 29. November Nantes, Frankreich wo seine beiden Passagiere von Bord gingen. Im Januar 1777 ließ Wickes die Segel von der USS REPRISAL setzen, um eine Kreuzfahrt im Golf von Biscaya und in der Mündung des Ärmelkanals auf der Jagd nach britischen Schiffen durchzuführen. Schon am 5. Februar stieß man dabei auf ein britisches Paketboot das Depeschen zwischen Großbritannien und dem verbündeten Portugal transportierte. Nach einem harten 40-minütigem Kampf ergaben sich die Briten. Auf der Seite der Amerikaner wurden zwei Offiziere schwer verletzt und ein Matrose getötet. In den weiteren Wochen dieser Kreuzfahrt gegen die britische Schifffahrt, brachte Captain Wickes noch weitere fünf Prisen auf die er im Hafen von Port Louis, Mauritius zurückließ. Von Mauritius segelte er mit der USS REPRISAL in den Hafen von Lorient, Frankreich wo er aber von den französischen Hafenbehörden und der französischen Regierung auf Druck Großbritanniens angewiesen wurde den Hafen innerhalb von vierundzwanzig Stunden zu verlassen. Captain Wickes behauptete jedoch, dass sein Schiff unterhalb der Wasserlinie ein Leck habe was unbedingt repariert werden musste. Dadurch konnte er Zeit gewinnen und die Absichten der französischen Regierung mehrfach durchkreuzen. Im April 1777 erreichten die amerikanischen Brigantinen USS LEXINGTON und USS DOLPHIN ( 1777 ) die Küste Frankreichs. Dort vereinten sie sich mit der USS REPRISAL zu einem Geschwader das unter dem Kommando von Captain Wickes stand. Am 28. Mai wurden die Segel gesetzt und das Geschwader segelte von St. Auzeau aus zur Irischen See. Dort kreuzten die drei amerikanischen Schiffe von Juni bis August. In dieser Zeit nahmen sie innerhalb von fünf Tagen fünfzehn britische Schiffe gefangen. Captain Wickes verließ am 14. September mit der USS REPRISAL Frankreich wo er die USS DOLPHIN wegen Reparaturarbeiten zurücklassen musste. Sein Ziel war Philadelphia. Am 1. Oktober 1777 erreichte die Brigg die Grand Banks bei Neufundland. Dort lief das Schiff auf ein Riff auf und versank augenblicklich in den eisigen Fluten. Von den 129 Besatzungsmitgliedern konnte sich nur der Koch retten.

Zu Ehren von Captain Lambert Wickes wurden bei der US Navy zwei Schiffe benannt.
Das erste Schiff war der Zerstörer USS WICKES ( DD-75 ) aus der WICKES – Klasse.
Das zweite Schiff war der Zerstörer USS WICKES ( DD-578 ) aus der FLETCHER – Klasse.


USS WICKES ( DD-75 )

Schiffsbiografie

Die USS WICKES ( DD-75 ) war das erste Schiff bei der US Navy, das zu Ehren von Captain Lambert Wickes benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das erste Schiff der WICKES – Klasse.
Auf der Bath Iron Works Corporation in Bath, Maine wurde am 26. Juni 1917 der Kiel des Schiffes gelegt. Miss Ann Elizabeth Young Wickes, Tochter von Dr. Walter Wickes, einem Nachkommen von Captain Lambert Wickes, taufte am 25. Juni 1918 den Zerstörer. Lieutenant Commander John Sherman Barleon ( 12. August 1883 in McArthur, Vinton County, Ohio – 19. August 1966 ) stellte am 31. Juli 1918 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach einer verkürzten Erprobungs- und Ausbildungsfahrt legte die USS WICKES am 5. August im Hafen von Boston, Massachusetts ab und fuhr nach New York City. Dort legte der Zerstörer drei Tage später an. Noch am selben Tag stach das Kriegsschiff aber wieder in See und eskortierte zusammen mit anderen Kriegsschiffen einen Schiffskonvoi, bestehend aus Handelsschiffen zur Versorgung Großbritanniens, bis zu den britischen Inseln. Die USS WICKES trennte sich aber am 19. August von dem Konvoi und lief in den Hafen von Queenstown, Irland ein. Am folgenden Tag stach der Zerstörer wieder in See und fuhr zu den Azoren. Im Hafen von Ponta Delgada warteten Passagiere und Post auf die Weiterbeförderung nach New York. Das Kriegsschiff eskortierte dann entlang der US Ostküste Schiffskonvois. Am 7. Oktober legte der Zerstörer in New York ab und sollte nach Nova Scotia, Neufundland, Kanada fahren. Von dort aus sollte ein Schiffskonvoi eskortiert werden. Aber auf der Fahrt nach Norden erkrankte die Besatzung des Kriegsschiffes an der Influenza. Gleich nach der Ankunft der USS WICKES in Halifax, wurden 30 Besatzungsmitglieder, einschließlich der Kommandant des Schiffes, ins Krankenhaus an Land gebracht. Bald ließ der Ausbruch der Grippe auf dem Zerstörer nach und es zeigte kein weiteres Besatzungsmitglied die bekannten Symptome. Die genesenen Besatzungsmitglieder kehrten auf das Kriegsschiff zurück und der normale Dienst konnte wieder aufgenommen werden. Aber das Pech verfolgte den Zerstörer weiter. Am 23. Oktober stach das Kriegsschiff um 17:48 Uhr in See und verließ New York. Die USS WICKES sollte zusammen mit dem Panzerkreuzer USS PUEBLO ( ACR-7 ) einen Schiffkonvoi zu den britischen Inseln eskortieren, der schon ausgelaufen war. Um 21:04 Uhr befand sich ein unbekanntes Schiff auf Kollisionskurs zu dem Zerstörer. Das Kriegsschiff änderte umgehend den Kurs und Licht wurde eingeschaltet. Aber das entgegenkommende Schiff blieb auf Kollisionskurs. Da befahl LCDR Barleon die USS WICKES mit voller Geschwindigkeit nach achtern zu drehen. Um 21:10 Uhr, sechs Minuten nach der ersten Sichtung des nicht identifizierten Schiffes, prallte der Bug dieses Schiffes gegen die Backbordseite den Zerstörer und verursachte großen Schaden. Es gab keine personellen Verluste und das in den Zerstörer eindringende Wasser konnte durch ein Schott aufgehalten werden. Das nicht identifizierte Schiff fuhr unbeirrt weiter und verschwand in der Nacht. Um 21:12 Uhr stoppte man auf der USS WICKES die Motoren und begann mit der Sichtung des Schadens. Anschließend machte man sich auf den Weg in die New York Naval Shipyard, wo der Zerstörer am 24. Oktober um 4:53 Uhr einlief. Während das Kriegsschiff repariert wurde, erfolgte am 11. November 1918 die Unterzeichnung des Waffenstillstandes und der Erste Weltkrieg war beendet. US Präsident Thomas Woodrow Wilson begab sich an Bord des Truppentransportschiffes USS GEORGE WASHINGTON ( ID- 3018 ). Das Schiff legte am 4. Dezember in New York ab und fuhr nach Brest, Frankreich. Wilson wollte zu den Pariser Friedensverhandlungen. Die USS WICKES gehörte so wie das Schlachtschiff USS PENNSYLVANIA ( BB-38 ) und neun weitere Zerstörer zu den Begleitschiffen. In den französischen Gewässern stießen am 13. Dezember noch neun weitere Schlachtschiffe und achtzehn Zerstörer dazu. Wenige Tage nach der Ankunft in Brest, verließ die USS WICKES die französischen Gewässer und fuhr in die nordeuropäischen Gewässer. Dabei wurde ein Besuch in den Häfen von Hamburg, Stettin und Harwich, England durchgeführt. Während dieser Kreuzfahrt kollidierte der Zerstörer am 3. März 1919 im Hafen von Hamburg mit dem deutschen Handelsschiff LJUNSE ELF. Nach den Reparaturen fuhr das Kriegsschiff wieder nach Brest und legte dort im Juni an. US Präsident Wilson verließ am 8. Juli auf der USS GEORGE WASHINGTON die europäischen Gewässer. Die USS WICKES gehörte zur Eskorte, die den Truppentransporter sicher bis nach New York brachte. Gleich nach der Rückkehr an die amerikanische Küste integrierte man den Zerstörer in das
Geschwader 4 der Destroyer Force und sollte sich der Pazifikflotte anzuschließen. Am 24. Juli erfolgte die Durchquerung des Panamakanals. Daran beteiligten sich die Schwesterschiffe USS PHILIP ( DD-76 ), USS BUCHANAN ( DD-131 ), USS WATERS ( DD-115 ), USS BOGGS ( DD-136 ), USS YARNALL ( DD-143 ), USS ELLIOT ( DD-146 ), USS DENT ( DD-116 ) und USS TARBELL ( DD-142 ). Die Zerstörer erreichten am 2. August die amerikanische Marinebasis San Diego, Kalifornien. Von hier aus fuhr die USS WICKES in die Mare Island Naval Shipyard in Vallejo, Kalifornien und unterzog sich einer umfassenden Überholung. Am 19. September übernahm LCDR William Frederick Halsey, Jr. ( 30. Oktober 1882 in Elizabeth, Union County, New Jersey – 20. August 1959 auf Fishers Island, Suffolk County, New York ) das Kommando über den Zerstörer. Als Flaggschiff der Zerstörer Division 10 operierte das Kriegsschiff 1922 vor der US Westküste und führte die üblichen Ziel- und Schießübungen durch. Als eine Welle von Sparmaßnahmen in Friedenszeiten über die USA hereinbrachen und eine weit verbreitete antimilitärische Stimmung nach dem Ersten Weltkrieg aufkam, stellte man die USS WICKES am 15. Mai 1922 in der Marinebasis San Diego außer Dienst.
Am 26. April 1930 stellte man die USS WICKES wieder in den Dienst der US Navy und Commander Henry Thomas Markland übernahm das Kommando. Man versetzte den Zerstörer in den Atlantik und der Heimathafen des Kriegsschiffes wurde New York. Das Kriegsschiff operierte vor der US Ostküste und unternahm Trainingskreuzfahrten der Naval Reserve aus dem 3. Naval District, New York. Vom 3. bis zum 18. Februar 1931 besuchte der Zerstörer Tampa, Florida zur Florida State Fair and Gasparilla Pirate Festival. Anschließend fuhr die USS WICKES nach Mobile, Alabama und nahm dort am Mardi Gras Festival teil. Im November besuchte der vielbeschäftigte Zerstörer Bridgeport, Connecticut und nahm dort am 11. November am Armistice Day teil. Im April 1932 meldete sich das Kriegsschiff bei dem Rotation Reserve Geschwader 20 und wechselte dazu in den Pazifik. Von 1933 bis 1937 operierte der Zerstörer von San Diego aus. Am 6. April 1937 stellte man erneut die USS WICKES außer Dienst und versetzte den Zerstörer in die Reserve. Dort blieb das Kriegsschiff wegen der zunehmenden Spannungen in Europa und dem Fernen Osten aber nicht. Am 1. September 1939 brach mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg aus. US Präsident Franklin Delano Roosevelt wies die US Navy umgehend an, entlang der US Atlantikküste mit ihren Neutralitätspatrouillen zu beginnen. Dazu gehörten der Panamakanal, die Guantanamo Bay und der Golf von Mexiko. Um diese Seestrecke einer vernünftigen Patrouille zu unterwerfen wurden 77 Zerstörer und Minenleger reaktiviert. Dazu gehörte auch die USS WICKES. Den Zerstörer stellte man am 30. September 1939 wieder in den Dienst der US Navy und Lieutenant Commander Charles Joseph Stuart übernimmt das Kommando. Ab Oktober erfolgte auf dem Zerstörer die Ausrüstung, während er in der Zerstörerbasis längsseits neben dem Zerstörer Tender USS WHITNEY ( AD-4 ) lag. Anfang November wechselte das Kriegsschiff in ein Trockendock in der Mare Island Naval Shipyard, um den Schiffskörper einer Überprüfung zu unterziehen. Am 21. November kehrte die USS WICKES nach San Diego zurück. Dort blieb das Kriegsschiff für sechs Tage zum bunkern von Proviant, Munition und Treibstoff. Am 27. November stach der Zerstörer zusammen mit den Kriegsschiffen der Zerstörer Division 64 ( DesDiv 64 ) in See und fuhr nach Panama. Unterwegs erfolgte eine Betankungsübung mit dem Öltanker USS NECHES ( AO-5 ). Die Zerstörer Division erreichte am 6. Dezember den Hafen von Balboa, Panama. Nach der Durchquerung des Panamakanals am folgenden Tag, ging die Fahrt weiter durch den Golf von Mexiko. Die Zerstörer erreichten am 11. Dezember die Naval Operating Base in Key West, Florida. Von hier aus begannen die Kriegsschiffe mit ihrer Neutralitätspatrouille. Die USS WICKES und ihre Schwesterschiffe patrouillierten abwechselnd im Yucatan Kanal zwischen der Ostküste Kubas und der Halbinsel Yucatan sowie auf der Passage zwischen Florida und der Westküste Kubas. Diese amerikanischen Schiffe überwachten Handelsschiffe und Kriegsschiffe der Royal Navy und der Commonwealth Navy auf der Suche nach deutschen Frachtern oder Passagierschiffen, die bei Kriegsausbruch in oder in der Nähe von amerikanischen Küstengewässern gefangen gehalten worden waren. Bei ihrer ersten Patrouille entdeckte die USS WICKES am 14. Dezember um 10:58 Uhr einen Kreuzer. Möglicherweise war dies der australische Kreuzer HMAS PERTH ( D29 ). Der Zerstörer beschattete das australische Schiff und änderte Kurs und Geschwindigkeit, um sich den Bewegungen des anderen Schiffes anzupassen. Dies ging so bis weit nach Einbruch der Dunkelheit. Die USS WICKES lag kurz vor Weihnachten vor Port Everglades, Florida vor Anker. Von dem Zerstörer aus bemerkte man, dass der britische Zerstörer HMS HEREWARD ( H93 ) zwischen dem 23. und dem 25. Dezember rund zehn Seemeilen vor der Küste von Florida fleißig patrouillierte. Der amerikanische Zerstörer kehrte am 30. Dezember nach Key West zurück. Sofort begann man mit dem bunkern von Treibstoff und Proviant. Schon am 2. Januar 1940 stach das Kriegsschiff wieder in See und begann für eine Woche vor der Halbinsel Yucatan zu patrouillieren. Am 9. Januar lag das Kriegsschiff wieder im Hafen von Key West. Die USS WICKES wechselte wenige Tage später in die Guantanamo Bay und trainierte dort vom 24. bis zum 26. Januar zusammen mit größeren Einheiten des Atlantikgeschwaders. An diesem 26. Januar fuhren alle Zerstörer der DesDiv 64 nach Puerto Cabello, Venezuela. Dort liefen die Zerstörer am folgenden Tag ein und blieben für drei Tage. Nachdem die USS WICKES und die anderen Zerstörer der DesDiv 64 am 30. Januar wieder abgelegt hatten, besuchten sie St. Thomas auf den Jungferninseln. Am 6. Februar legten die Zerstörer im Hafen von St. Eustatius, Niederländisch – Westindien an, wo die Zerstörer der DesDiv 65 lagen. Am folgenden Tag trafen sich die Schiffe der beiden Divisionen mit dem Schweren Kreuzer USS WICHITA ( CA-45 ) und den Zerstörern der DesDiv 82. Zusammen mit den Zerstörern der DesDiv 61 und 83 sowie dem Schweren Kreuzer USS VINCENNES ( CA-44 ) bildeten diese Kriegsschiffe das „Antilles Detachment“ des Atlantikgeschwaders. Nach der Übung in der Formationsfahrt sowie anderen Übungen erreichte die USS WICKES am 9. Februar die Guantanamo Bay. Von dort aus wechselte der Zerstörer an die Naval Operation Base in Key West und legte dort am 14. Februar an. Ab Ende Februar patrouillierte das Kriegsschiff in der Florida Straße und besuchte im Verlauf ihrer Operationen die Try Tortugas, einer kleinen Inselgruppe westlich von Key West. Ende März befand sich die USS WICKES dann auf der Yucatan Patrouille, um dann am 8. April wieder nach Key West zurückzukehren. Hier manövrierte das Kriegsschiff längsseits zu dem Zerstörer USS TWIGGS ( DD-127 ) am Tank Pier. Die beiden Kriegsschiffe berührten sich bei diesem Manöver am Heck und der Propellerschutz der USS TWIGGS brach ab, welcher dann ein kleines Loch über der Wasserlinie in die USS WICKES bohrte. Der Schaden war gering und der Zerstörer konnte wenige Stunden später wieder in See stechen, um vor der Küste von Key West sich an Nahkampfübungen zu beteiligen. Mitte April begann für das Kriegsschiff ein weiterer Patrouilleneinsatz vor der Halbinsel Yucatan. Ab Ende April bis Mitte Juni besuchte die USS WICKES San Juan, Puerto Rico und St. Thomas auf den Jungferninseln. Der Zerstörer verließ diesen Hafen am Nachmittag des 1. Juli, um sich als Sicherungsschiff den Schlachtschiffen USS TEXAS ( BB-35 ), USS ARKANSAS ( BB-33 ) und USS NEW YORK ( BB-34 ) in der Karibik anzuschließen. In der Nacht führte man von dem Zerstörer aus simulierte Torpedoangriffe auf diese Schlachtschiffe durch. Der Zerstörer operierte dann für den Rest des Monats von San Juan aus. In Europa hatte sich derweil die Situation der Briten erheblich verschlechtert. Der verheerende deutsche Blitzkrieg hatte die Niederlande und Frankreich überrollt. Die britischen Zerstörer hatten während des unglücklichen norwegischen Feldzuges und der Evakuierung aus Dünkirchen furchtbar gelitten. Darüber hinaus hatten deutsche U-Boote ihren Tribut bei ihren Operationen gegen Schiffskonvois gefordert. Mit dem Kriegseintritt Italiens im Sommer 1940 standen die Briten vor einer weiteren langen Reihe von Kämpfen im Mittelmeerraum. Premierminister Winston Churchill bat US Präsident Franklin Delano Roosevelt um Unterstützung. Im Sommer 1940 wurde ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien ausgearbeitet. Als Gegenleistung für 50 überalterte amerikanische Zerstörer, die an die Royal Navy übergeben wurden, erhielten die USA für eine Dauer von 99 Jahren Pachtverträge für strategische Basisstandorte von Neufundland bis Britisch – Guayana. Dementsprechend wurden fünfzig Zerstörer für den Transfer auserwählt. Dazu gehörte auch die USS WICKES. Nach ihrer letzten Karibikpatrouille kehrte der Zerstörer nach Key West zurück. Am 27. Juli verlegte das Kriegsschiff nach Galveston, Texas. Hier wurde es auf der Todd´s Drydock Company einer Überholung unterzogen. Diese dauerte bis in den August hinein. Nach mehreren Probefahrten legte die USS WICKES am 22. September in Galveston ab und fuhr in Begleitung des Zerstörers USS EVANS ( DD-78 ) über Key West bis in die Norfolk Navy Yard in Portsmouth, Virginia. In den Hafen liefen beide Schiffe am 26. September ein. Die USS WICKES verließ am 9. Oktober zusammen mit den Zerstörern aus der DesDiv 64 Hampton Roads und fuhr zur Naval Torpedo Station in Newport, Rhode Island. Die Kriegsschiffe blieben dort nur kurz und durchquerten dann den Cape – Code – Kanal auf dem Weg nach Princeton, Massachusetts. Nach einem kleinen Zwischenstopp ging die Fahrt nach Halifax, Nova Scotia, Kanada weiter. Die amerikanischen Zerstörer USS WICKES, USS TWIGGS, USS EVANS, USS YARNALL ( DD-143 ), USS STOCKTON ( DD-73 ), USS RODGERS ( DD-254 ), USS PHILIP ( DD-76 ), USS McCALLA ( DD-253 ), USS CONWAY ( DD-70 ) und USS CONNER ( DD-72 ) legten dort am 16. Oktober an. Als Teil der fünften Gruppe von Zerstörern, die die Royal Navy und Canada Navy von der US Navy übergeben bekamen, besuchte am 19. Oktober der Premierminister von Kanada William Lyon Mackenzie King ( 17. Dezember 1874 – 22. Juli 1950 ) und der amerikanische Rear Admiral Ferdinand Louis Reichmuth ( 11. April 1881 – 16. August 1978 ), der Commander der Zerstörer im Atlantikgeschwader, besuchten die USS WICKES. An Bord befanden sich die Mannschaften der US Navy und der Royal Navy. Am 23. Oktober stellte man den Zerstörer außer Dienst und übergab ihn noch am selben Tag an die Royal Navy, die das Schiff in HMS MONTGOMERY ( G95 ) umtaufte. Das Kommando über den Zerstörer übernahm Commander Henry Freston Nash ( 21. Januar 1886 in Victoria, Britisch Columbia, Kanada – 19. Februar 1972 in Meanporth, Falmouth, Cornwall ), der extra dafür aus dem Ruhestand zurückgeholt worden war. Die US Navy strich am 8. Januar 1941 den Namen USS WICKES ( DD-75 ) von ihrer Liste.
Die HMS MONTGOMERY wurde weiter ausgerüstet auf das Niveau der Royal Navy und legte am 1. November 1940 in Halifax ab. Ziel waren die britischen Inseln. Auf dem Weg dorthin wurde der Zerstörer von dem Schwesterschiff HMS LEAMINGTON ( G19 ) und den ehemaligen CLEMSON – Klasse Zerstörer HMS SHERWOOD ( I80 ) und HMS STANLEY ( I73 ) sowie die ehemaligen Zerstörer aus der CALDWELL – Klasse HMS LEWES ( G68 ) und HMS LEEDS ( G27 ) begleitet. Diese Kriegsschiffe trafen am 5. November auf einzelne Handelsschiffe aus dem Schiffskonvoi HX 84, der nur von dem bewaffneten Handelskreuzer HMS JERVIS BAY ( F40 ) und den beiden Zerstörern HMCS COLUMBIA ( I49 ) und HMCS ST FRANCIS ( I93 ) eskortiert wurde. Dieser Schiffskonvoi, bestehend aus 37 Handelsschiffen, war wenige Stunden zuvor von dem deutschen Schweren Kreuzer ADMIRAL SCHEER rund 755 Seemeilen südsüdwestlich von Reykjavik um 17:15 Uhr angegriffen worden. Der bewaffnete Handelskreuzer HMS JERVIS BAY schob sich zwischen die Handelsschiffe und dem Schweren Kreuzer damit der Schiffskonvoi Zeit erhielt um sich zu zerstreuen. Doch die Besatzung war völlig überfordert. Schon nach zwanzig Minuten des Kampfes, sank der Handelskreuzer und nahm 190 Besatzungsmitglieder mit in die Tiefe. Danach begann die ADMIRAL SCHEER mit der Jagd auf die Handelsschiffe. Zuerst fiel das Frachtschiff SS MAIDAN ( 7.908 BRT ) mit allen Besatzungsmitgliedern zum Opfer. Der Tanker SS SAN DEMETRIO ( 8.073 BRT ) wurde in Brand geschossen, sank aber nicht. Als nächstes folgten die Trawler SS TREWELLARD ( 5.201 BRT ) und SS KENBANE HEAD ( 5.225 BRT ) und die beiden Frachter SS BEAVERFORD ( 10.042 BRT ) und SS FRESNO CITY ( 4.955 BRT ) die versenkt wurden. Nachdem die Zerstörer rund um die HMS MONTGOMERY in der Nähe des Schauplatzes erreichten, floh die ADMIRAL SCHEER. Trotz der intensiven Suche konnte man das feindliche Schiff nicht finden. Dann nahm man die Suche nach Überlebende auf und die Begleitung des Schiffskonvois. Am 11. November traf die HMS MONTGOMERY in Belfast, Nordirland ein. Eine Woche später wechselte der Zerstörer nach Plymouth, England und wurde am 25. November in die HM Dockyard in Devenport, für Nachrüstungen und Modifikationen für den Einsatz als Geleitschutz für Konvois, bugsiert. So wurde der Hauptmast entfernt, der Vormast verkleinert, die Torpedorohre und das mittlere US – Geschütz entfernt. Installiert wurde die Befestigung der britischen Abwurfanlage zur Bekämpfung von U-Booten und auch die Schiffhaut wurde mit einer neuen Tarnfarbe versehen. Im Dezember schloss man die Arbeiten ab und man wies das Kriegsschiff dem Kommando Western Approaches zu, doch aufgrund von Mängeln während der Nachrüstarbeiten verzögerte sich die Fertigstellung. Erst am 24. Dezember erreichte die HMS MONTGOMERY Scapa Flow. Der Heimathafen war Liverpool, wo die 7. Escort Group stationiert war. Hier begann man an dem Zerstörer weitere Arbeiten ausgeführt. Am 12. Januar 1941 trat das Kriegsschiff dann der Gruppe bei, zum Einsatz zur Verteidigung der Atlantikkonvois. In dieser Gruppe befanden sich die Zerstörer HMS WESTCOTT ( D47 ) und HMS CAMPBELTOWN ( I42 ), ehemals USS BUCHANAN, und die Schaluppe HMS ROCHESTER ( L50 ). So beteiligte sich die HMS MONTGOMERY ab dem 18. Januar an der Sicherung des Schiffskonvois OB 275 zwischen dem Seegebiet von Island und den britischen Inseln. Am 22. Januar konnten die Sicherungsschiffe den Konvoi wieder verlassen. Die Zerstörer und die Schaluppe übernahmen dann vom 1. bis zum 5. Februar die Sicherung über den Konvoi OB 281 bis nach Reykjavik. Dort übernahmen die Kriegsschiffe am 6. Februar die Handelsschiffe des Konvois HX 105 und geleitete diese bis nach Londonderry, Nordirland. Der Hafen war am 9. Februar erreicht worden. Dann übernahm man dort am 20. Februar den Schiffskonvoi OB 287. Schon am Vortag hatte eine Focke Wulf FW 200 den Schiffkonvoi gesichtet und den britischen Tanker SS GRACIA ( 5.42 BRT ) und das Frachtschiff SS HOUSATONIC ( 5.559 BRT ) versenkt. Am Morgen des 20. Februar finden zwei FW 200 den Konvoi erneut und beschädigen den britischen Tanker SS D. L. HARPER ( 12.223 BRT ) sowie die britischen Frachter SS ROSENBORG ( 1.997 BRT ) und SS ST ROSARIO ( 4.312 BRT ). Die auf Lauer liegenden deutschen und italienischen U-Boote kommen wegen einer ungenauen Positionsmeldung nicht heran. Eine FW 200 findet am 21. Februar den Konvoi OB 288 und kann den britischen Tanker SS SCOTTISH STANDARD ( 6.999 BRT ) beschädigen. Die HMS MONTGOMERY befindet sich in der Nähe und kann 39 Überlebende aus dem Wasser retten. Am folgenden Tag wird das Frachtschiff durch das deutsche U-Boot U-96, Kommandant Kapitänleutnant Heinrich Lehmann-Willenbrock ( 11. Dezember 1911 in Bremen – 18. April 1986 in Bremen ), versenkt. Erfolglos versuchen die HMS HURRICANE ( H06 ) und die Korvette HMS PERIWINKLE ( K55 ) das U-Boot zu versenken. Das italienische U-Boot RSMG LORENZO MARCELLO wird von der HMS MONTGOMERY südlich von Island auf der ungefähren Position 59° 00‘ Nord, 17° 00‘ West versenkt. Alle 58 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Die Überlebenden des britischen Tankers SS SCOTISH STANDARD werden nach Reykjavik gebracht. Hier übernahm die HMS MONTGOMERY, zusammen mit den anderen Kriegsschiffen ihrer Gruppe, am 24. Februar den Schiffskonvoi HX 108 und brachten ihn sicher bis in die britischen Gewässer von Liverpool. Hier übernahmen die Zerstörer und die eine Korvette am 5. März den Schiffskonvoi OB 294 und eskortieren diesen bis zum 9. März sicher bis nach Island. Schon am folgenden Tag wird der Schiffskonvoi SL 066 übernommen, der von Sierra Leona kam, und am 14. März Liverpool erreichte. Hier wurden die Schiffe des Konvois OB 299 am 19. März übernommen und bis in die Gewässer von Island eskortiert. In diese fuhr man am 24. März ein. Die Handelsschiffe mussten selbständig bis Island weiterfahren, da am 24. März die Gruppe um die HMS MONTGOMERY den äußerst wichtigen Schiffskonvoi HX 114, den zusätzlich das britische Schlachtschiff HMS RODNEY ( 29 ) sicherte, bis nach Liverpool begleitete. Nach einigen Übungen vor Londonderry, Nordirland fuhren die Schiffe wieder nach Island und übernahmen am 10. April die Schiffe von dem Konvoi HX 117, den sie bis zum Ziel am 15. April sicherten. Anschließend fuhr die HMS MONTGOMERY nach Barrow, Laneashire. Hier unterzog sich der Zerstörer einer umfassenden Überholung und mehreren Reparaturen. Außerdem installierte man das neue Radar System 271 für eine bessere Warnung vor U-Booten. Die beiden amerikanischen vorderen Torpedorohre wurden demontiert und durch eine britische Dreifachtorpedoabschussanlage ersetzt. Dann baute man noch an jeder Seite eine 20 mm Oerlikon Kanone anstelle des US 4 – Zoll Geschützes auf unter der Berücksichtigung des zulässigen Tiefgangs. Diese Arbeiten dauerten mit den notwendigen Erprobungs- und Ausbildungsfahrten bis in den September hinein. Zusätzlich integrierte man den Zerstörer in die 4. Escort Group, welche in Greenock, Schottland stationiert war. In dieser befanden sich die Zerstörer HMS MONTGOMERY, HMS BEAGLE ( H30 ), HMS ROXBOROUGH ( I07 ), ehemals USS FOOTE ( DD-169 ), die Korvetten HMS HEATHER ( K69 ), HMS NARCISSUS ( K74 ), HMS ORCHIS ( K76 ), HMS SNOWDROP ( K67 ) und die französischen Korvetten FFL COMMANDANT DÉTROYAT ( K183 ) und FFL LOBÉLIA ( K05 ). Die Kriegsschiffe der 4. Escort Group verlassen Anfang September ihren Heimathafen und fuhren Nach Island. Hier übernahmen sie die Sicherung über den Schiffskonvoi HX 148 bis Londonderry, wo sie am 14. September anlegten. Die HMS MONTGOMERY Blieb die nächsten Tage dort. Am 19. September beteiligte sich der Zerstörer zusammen mit dem britischen U-Boot HMS H50, dem britischen ASW Trawler HMS ST ELSTAN ( GJ 240 ) und der Korvette HMS ANEMONE ( K48 ) an mehreren Übungen vor Lough Foyle bei Londonderry. Schon am 22. September übernahmen die Kriegsschiffe der 4. Escort Group den Schiffskonvoi ON 019 und begleiteten ihn bis zum 27. September in den isländischen Gewässern. Hier übernahmen sie am 1. Oktober den Schiffskonvoi HX 151, bestehend aus 44 Handelsschiffen, und geleiten diesen bis zum 6. Oktober, wo er dann aufgelöst wird. Die HMS MONTGOMERY muss am folgenden Tag in die Handelswerft von Clyde, Schottland fahren. Hier müssen eine Überholung und wichtige Reparaturen in die Werft ausgeführt werden. Im November nominiert man das Kriegsschiff für den Einsatz in der Western Local Escort Force, die in Halifax mit Schiffen der Royal Canadian Navy aufgefüllt ist. Am 25. November sind die Nachrüstungen an dem Kriegsschiff abgeschlossen und für den Dienst in den arktischen Gewässern von Halifax vorbereitet. Anschließend gliederte sich die HMS MONTGOMERY für ihre letzte Eskorte unter der Royal Navy wieder in die 4. Escort Group ein. Die Kriegsschiffe übernahmen am 6. Dezember den Schiffskonvoi SC 056 und begleiteten diesen von Island bis nach Londonderry, wo sie am 8. Dezember anlegten. Man traf hier die Vorbereitungen für die Fahrt nach Halifax und der Übergabe an die Royal Canadian Navy. Die HMCS MONTGOMERY verließ am 8. Januar 1942 Londonderry und beteiligte sich an der Eskorte des Schiffskonvois CT 009, bestehend aus kanadischen Truppentransportern, über Island nach Halifax. Am 14. Januar verließ der Zerstörer den Konvoi, der am folgenden Tag sein Ziel erreichte, und operierte in den kanadischen Gewässern. Dabei war das Kriegsschiff auf der Suche nach Überlebende des unter panamaischer Flagge fahrende Handelsschiff SS FRIAR ROCK ( 5.427 BRT ), dieses gehörte zum Konvoi SC 64, welches rund 95 Seemeilen südwestlich von Cape Race, Neufundland durch U-130, Kommandant Korvettenkapitän Ernst Kals ( 2. August 1905 in Glauchau, Sachsen – 8. November 1979 in Emden ) versenkt worden war. 31 Besatzungsmitglieder des Handelsschiffes kamen dabei ums Leben. Die HMCS MONTGOMERY konnte in der Nacht vom 16. zum 17. Januar sechs Besatzungsmitglieder aus dem Nordatlantik retten und bei St. John, Neufundland an Land bringen. Von dort aus fuhr das Kriegsschiff nach Halifax und unterzog sich einer intensiven Überholung. Nach Abschluss der Arbeiten war die HMCS MONTGOMERY ein Teil der Eskorte für den kanadischen Truppentransport NA 003. Am 11. Februar wurde dieser in Halifax übernommen und am 19. Februar im Hafen von Clyde übergeben. Der Zerstörer blieb für einige Tage in Clyde und legte erst am 3. März zusammen mit dem Schiffskonvoi ON 072, bestehend aus 17 Handelsschiffen, in dem schottischen Hafen ab und begleitete die Schiffe zuerst bis nach Island, wo sie am 16. März ankamen und von dort aus erreichte man dann zwei Tage später die Position vor Halifax, wo der Konvoi aufgelöst wurde. Am 24. März verließen 25 Handelsschiffe, aus dem Konvoi SC 076, Halifax. Die HMCS MONTGOMERY übergab am 28. März vor Island den Konvoi an die nächsten Sicherungsschiffe. Der Zerstörer blieb in den isländischen Gewässern und begann in den folgenden Tagen mit Anti-U-Boot Patrouillen. Doch schon am 1. April erreichte der Schiffskonvoi ON 078, bestehend aus 27 Handelsschiffen, von den britischen Inseln kommend, Island. Das Kriegsschiff eskortierte die Frachter bis nach Halifax, wo sie am 9. April anlegten. Nach dem bunkern von Treibstoff und Proviant begann der Zerstörer vor der kanadischen Küste zu patrouillieren. Am 20. April legte das Kriegsschiff in Halifax ab und eskortierte den Schiffskonvoi HX 186 bis nach Reykjavik, wo die Schiffe am 23. April anlegten. Drei Tage später wurde der Schiffskonvoi ON 086, bestehend aus 45 Handels- und Frachtschiffe, übernommen und bis in die kanadischen Gewässer geleitet. Nach einigen dringend notwendig gewordenen Reparaturen übernahm die HMCS MONTGOMERY am 14. Mai den Schiffskonvoi SC 084, bestehend aus 45 Handels- und Frachtschiffen, und eskortierte diesen bis nach Island, wo er am 17. Mai übergeben wurde. Erst am 22. Mai erschien der Schiffskonvoi ON 094 bestehend aus 30 Handelsschiffen. Die Fahrt bis nach Halifax dauerte bis zum 25. Mai, aber die HMCS MONTGOMERY musste noch bis zum folgenden Morgen bei Nachzüglern bleiben und diese vor den Angriffen deutscher U-Boote beschützen. Der Zerstörer fuhr nun nach Boston, Massachusetts und beteiligte sich ab dem 29. Mai an der Sicherung des Schiffskonvois BX 021 bis Halifax. Dort legten die Schiffe am 31. Mai an. Erst ab dem 7. Juni musste der Schiffskonvoi XB 024 nach Boston sicher geleitet werden, wo sie am 9. Juni anlegten. Schon am folgenden Tag lief der Zerstörer mit den Schiffen des Konvois BX 024 aus und erreichte am 12. Juni Halifax. Die HMCS MONTGOMERY kehrte daraufhin nach Boston zurück und übernahm dort am 17. Juni die Eskorte über den Konvoi BX 025. Die Schiffe erreichten am 20. Juni die kanadischen Gewässer von Neufundland. Erst am 28. Juni konnte der Zerstörer wieder auslaufen und eskortierte zusammen mit anderen Kriegsschiffen den Konvoi XB 027. Man erreichte am 30. Juni Boston. Umgehend begann man mit der Verladung des dringend notwendig gewordenen Kriegsmaterials. Schon am 2. Juli legte der Schiffskonvoi BX 027 in Boston ab und fuhr zwei Tage später in den Hafen von Halifax ein. Hier stand schon der Konvoi XB 028 bereit und lief am folgenden Tag aus. Unter anderem sicherte die HMCS MONTGOMERY diesen Schiffskonvoi bis nach Boston, wo die Handelsschiffe am 7. Juli anlegten. Gleich nach dem Abschluss der Verladung legten die Schiffe des Konvois BX 028 wieder ab und fuhren, gesichert durch das Kriegsschiff, nach Halifax. Hier beteiligte sich der Zerstörer am 12. Juli an der Sicherung des Konvois XB 029. Die Schiffe legten am 14. Juli in Boston an. Am nächsten Tag lief das Kriegsschiff mit dem Konvoi BX 029 wieder aus und erreichte am 17. Juli Halifax. So fuhr die HMCS MONTGOMERY bis Anfang September zwischen Boston und Halifax hin und her. Dabei wurden von Halifax nach Boston, vom 26. bis 28. Juli der Konvoi XB 031, vom 2. bis 4. August XB 032, vom 9. bis 11. August XB 033, vom 23. bis 25. August XB 035, vom 30. August bis 1. September XB 036 und vom 6. bis 8. September XB 037 sowie zwischen Boston und Halifax vom 30. Juli bis 1. August BX 031, vom 5. bis 7. August BX 032, vom 14. bis 16. August BX 033, vom 2. bis 4. September BX 036 und vom 9. bis 11. September BX 037, Schiffskonvois eskortiert. Mit diesem letzten Konvoi wird auch diese Route eingestellt und den Zerstörer gliederte man wieder in den atlantischen Geleitdienst ein. Der erste Schiffskonvoi, der von der HMCS MONTGOMERY nun eskortiert werden soll, ist ON 127, bestehend aus 32 Handelsschiffen, die von der Eskortier Gruppe C 4, bestehend aus den kanadischen Zerstörern HMCS ST CROIX ( I81 ), ehemals USS McCOOK ( DD-252 ), HMCS OTTAWA ( H60 ) und den Korvetten HMCS AMHERST ( K148 ), HMCS ARVIDA ( K113 ), HMCS SHERBROOKE ( K152 ) und die britische Korvette HMS CELANDINE ( K75 ), begleitet wurden. Doch über diesem Schiffskonvoi lag kein guter Stern. Auf den Sicherungsschiffen fielen die Radargeräte aus. Diese waren somit fast blind und man konnte nur den Ausguck mit mehr Männern verstärken, um nach feindlichen U-Booten zu suchen. Ab dem 9. September hielt U-584, Kommandant Kapitänleutnant Joachim Deecke ( 29. Juni 1912 in Lübeck – 31. Oktober 1943 auf U-584 im Nordatlantik ), Fühlung zu dem Schiffskonvoi, der ab diesem Tag von Island aus in Richtung der kanadischen Gewässer fuhr. Doch die Fühlung reist in der Nacht ab und kann erst am Nachmittag des folgenden Tages wiedergewonnen werden. Um 16:31 Uhr geht U-96, Kommandant Oberleutnant zur See Hans-Jürgen Hellriegel ( 16. Juni 1917 in Berlin – Wilmersdorf – 2. Juli 1944 südwestlich von Teneriffa auf U-543 ) zu einem Unterwasserangriff über und es werden vier Torpedos auf vier Schiffe abgefeuert. Das belgische Frachtschiff SS ELISABETH VAN BELGIE ( 4.241 BRT ) und der norwegische Tanker SS SVEVE ( 6.313 BRT ) werden versenkt. Der britische Tanker SS F. J. WOLFE ( 12.190 BRT ) wird beschädigt und kann später aus eigener Kraft Neufundland erreichen. Das U-Boot kann am folgenden Abend das portugiesische Segelschiff DELAES ( 415 BRT ) mit Artillerie versenken. In der Nacht zum 11. September greifen den Schiffskonvoi die U-Boote des Wolfsrudels „Vorwärts“ nacheinander an. So torpediert U-659, Kommandant Kapitänleutnant Hans Stock ( 2. August 1915 in Lahr, Baden – 4. Mai 1943 auf U-659 westlich Kap Ortegal, Spanien ) den britischen Tanker SS EMPIRE OIL ( 8.029 BRT ). Das Schiff wird schwer beschädigt, sinkt aber nicht. U-659 wird daraufhin durch eine Korvette angegriffen und muss beschädigt das Einsatzgebiet verlassen. U-584 versenkt wenige Stunden später den Tanker. Außerdem konnte das deutsche U-Boot den norwegischen Frachter SS HINDANGER ( 4.884 BRT ) so schwer beschädigen, das dieser nur noch von der HMCS AMHERST versenkt werden konnte. U-404, Kommandant Kapitänleutnant Otto von Bülow ( 16. Oktober 1911 in Wilhelmshaven – 5. Januar 2006 in Hamburg ), kommandierte in der Bundesmarine von 1959 bis 1962 den Zerstörer Z 6, torpedierte den norwegischen Tanker SS MARIT II ( 7.417 BRT ), dieser wurde getroffen, sank aber nicht. Der Tanker konnte aus eigener Kraft sein Ziel erreichen. Ebenso erging es dem norwegischen Tankschiff SS DAGHILD ( 9.272 BRT ). U-608, Kommandant Oberleutnant zur See Rolf Struckmeier ( 27. Juli 1916 in Obernkirchen, Schaumburg – ? ), torpedierte am 12. September gegen 3:00 Uhr den britischen Frachter SS HEKTORIA ( 13.797 BRT ) und gegen 5:00 Uhr den britischen Frachter SS EMPIRE MOONBEAM ( 6.894 BRT ). Beide Schiffe waren Nachzügler und sanken. U-218, Kommandant Kapitänleutnant Richard Becker, ( 21. Februar 1911 in Altona – 28. Juni 2000 Hamburg ) torpedierte den norwegischen Tanker SS FJORDAAS ( 7.361 BRT ). Das Schiff wird getroffen, kann aber aus eigener Kraft nach Clyde zurückkehren. Am 13. September kann U-594, Kommandant Oberleutnant zur See Friedrich Mumm ( 15. Januar 1915 in Pahlen, Nord-Dithmarschen – 4. Juni 1943 auf U-594 westlich von Gibraltar ), kann den Nachzügler SS STONE STREET ( 6.074 BRT ), der unter panamaischer Flagge fuhr, versenken. Ab dem 14. September erreichen Kriegsschiffe der Western Local Escort Force zur Sicherung des Schiffskonvois ON 127 ein. Mehrere U-Boote werden abgedrängt, doch U-91, Kommandant Kapitänleutnant Heinz Walkerling ( 19. Mai 1915 in Kiel – 16. September 2001 in Mühlheim ) kann den kanadischen Zerstörer HMCS OTTAWA versenken. Die HMCS MONTGOMERY erreichte am 18. September die Nachzügler des Geleitzuges ON 127 und eskortierte diese bis nach St. Johns, Neufundland, wo sie am 20. September einliefen. Schon am 24. September lief der Zerstörer erneut aus und übernahm zusammen mit den Kriegsschiffen der Escort Group B 4 bis zum 27. September die Sicherung des Konvois HX 209, bestehend aus 31 Frachtschiffen. Wegen Sturm, starkem Regen und Hagelböen kommen die auf der Lauer liegenden deutschen U-Boote nicht heran. Erst ab dem 3. Oktober erhalten sie Fühlung. Die HMCS MONTGOMERY kehrte am 27. September nach Halifax zurück und beteiligte sich ab dem 4. Oktober an der Sicherung von HX 210. Der Zerstörer verlässt am 7. Oktober bei Island den Schiffskonvoi und übernimmt hier ab dem 10. Oktober ON 134. Bis zum 14. Oktober behielt das Kriegsschiff die Sicherung. Anschließend übernahm es ab dem 28. Oktober ON 138 und sicherte die Frachtschiffe bis zum 31. Oktober auf ihrer Fahrt. Ab dem 2. November folgte der Schiffskonvoi ON 140. Dieser Schiffskonvoi war im Visier deutscher U-Boote, wurde aber nicht angegriffen da man lieber ostgehende Konvois angreifen wollte. Die HMCS MONTGOMERY erreichte am 7. November mit allen Frachtschiffen Halifax. Von dort lief am 11. November der Schiffskonvoi HX 215 aus. Der Zerstörer verlässt am 14. November diesen und übernimmt am 20. November SC 110 und verlässt ihn vier Tage später. Das Kriegsschiff übernimmt dann am 2. Dezember HX 217, bestehend aus 33 Frachtschiffen und gesichert durch die Escort Group B 6 mit dem britischen Zerstörer HMS FAME ( H78 ), dem polnischen Zerstörer ORP BURZA, der britischen Korvette HMS VERVAIN ( K190 ), den norwegischen Korvetten HNoMS POTENTILLA ( K214 ), HNoMS ROSE ( K102 ) und HNoMS EGLANTINE ( K197 ) und dem mit HF/DF ausgerüsteten Rettungsschiff PERTH. Die HMCS MONTGOMERY schießt am dem 6. Dezember Leuchtgranaten ab und kann so mehrere deutsche U-Boote ablenken. Der Zerstörer verlässt ihn am 7. Dezember den Schiffskonvoi, der am 8. Dezember durch U-524, Kommandant Kapitänleutnant Walter Freiherr von Steinacker ( 25. März 1917 in Berlin – 22. März 1943 auf U-524 südlich von Madeira ) den britischen Tanker SS EMPIRE SPENSER ( 8.194 BRT ) versenken kann. Die HMCS MONTGOMERY beteiligte sich ab dem 13. Dezember an der Sicherung des westwärts laufenden Schiffskonvoi ON 151 und verließ diesen am 18. Dezember wieder. Der Zerstörer verließ nun sein Einsatzgebiet und fuhr nach Charleston, South Carolina. Hier unterzog sich das Kriegsschiff dringend notwendig gewordenen Reparaturen und einer Überholung. Anfang Februar 1943 kehrte die HMCS MONTGOMERY zu ihrer Western Local Escort Group zurück. Sofort begibt sich der Zerstörer auf Station und beteiligt sich ab dem 10. Februar an der Eskorte des Schiffskonvois SC 119, der von der EG B1 gesichert wurde. Dieser Schiffskonvoi weicht nach Norden bis an die Eiszone aus und umgeht so die deutschen U-Boote, die unter dem Operationsnamen „Ritter“, auf der Lauer liegen. Am 14. Februar verlässt die HMCS MONTGOMERY den Konvoi und eilt dem Schiffskonvoi SC 120 entgegen, der von den Kriegsschiffen der EG B7 Group gesichert wurde. Der Schiffskonvoi fuhr über Island aus nach Westen an die kanadische Küste. Auch mit diesen Schiffen wird ab dem 21. Februar eine nördlichere Route benutzt, um die deutschen U-Boote zu umgehen. Der Zerstörer verlässt am 24. Februar den Konvoi. Weiter südlich war es zu einer Schlacht gekommen. Die deutschen U-Boote der Gruppe „Ritter“ trafen auf den Schiffskonvoi ON 166, der einen südlichen Kurs eingeschlagen hatte, um diese auf der Lauer liegenden U-Boote zu umgehen. In dem Schiffskonvoi befanden sich 40 Frachtschiffe und 9 Nachzügler, die von der Sicherungsgruppe A 3 eskortiert wurden. Die Schlacht begann schon ab dem 20. Februar und dauerte fünf Tage. U-628, Kommandant Oberleutnant zur See Heinrich Hasenschar ( 27. September 1916 in Höringhausen, Sauerland – 3. Juli 1943 auf U-628 nordwestlich von Kap Ortegal, Neufundland ), hatte bis zum 25. Februar schon drei Abschüsse zu verzeichnen. An diesem Tag sichtete um 8:17 Uhr Hasenschar erneut die Schiffe des Konvois, diese befanden sich rund 340 Seemeilen vor Cape Race, Neufundland, und lässt einen Fächer von vier Torpedos abfeuern. Das U-Boot musste anschließend sofort abtauchen, da Sicherungsschiffe die Position lokalisiert hatten. Mindestens einer der Torpedos traf den britischen Frachter SS MANCHESTER MERCHANT ( 7.264 BRT ). Dieses Schiff sank schon nach neunzig Sekunden nach dem Treffer. Eines der Kriegsschiffe, das auf das deutsche U-Boot zueilte war die HMCS MONTGOMERY. Zusammen mit der kanadischen Korvette HMCS ROSTHERN ( K69 ), das Schiff gehörte zur Sicherungsgruppe, konnten der Kapitän, 26 Besatzungsmitglieder und 4 Artilleristen aus dem Wasser gerettet werden. Durch den Torpedoangriff starben von der SS MANCHESTER MERCHANT 30 Besatzungsmitglieder und 6 Artilleristen. Die HMCS MONTGOMERY und die kanadische Korvette brachten die Überlebenden an Land bei St. John´s. Der kanadische Zerstörer wurde ab dem 9. März dem Schiffskonvoi ON 169, gesichert durch die Kriegsschiffe der Eskortier Gruppe B 4, zugeteilt. Schwere See machte den Schiffen zu schaffen und mehrere Frachter wurden von dem Geleitzug getrennt. Am 11. März sichtete U-621, Kommandant Oberleutnant zur See Max Kruschka ( 7. Mai 1919 in Schleswig – 12. April 1948 auf dem Fischerkutter „SENATOR PREDOHL“ ), den britischen Frachter SS BARON KINNAIRD ( 3.355 BRT ) und torpediert den Nachzügler. Erst nach mehreren Fehlschüssen wird das Schiff getroffen, sinkt aber nicht, obwohl auf beiden Seiten sich große Löcher befanden. Auch durch den Beschuss mit der Kanone von dem U-Boot kann das Frachtschiff nicht versenkt werden. U-621 muss abdrehen. Die SS BARON KINNAIRD sinkt erst am 12. März um 10:54 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt gibt es schon keine Überlebenden mehr an Bord des Frachtschiffes. Alle 36 Besatzungsmitglieder und 6 Artilleristen sind tot. Die anderen Schiffe des Konvois wurden in diesen Tagen von deutschen U-Booten gesichtet, kamen aber nicht mehr heran um anzugreifen. Die HMCS MONTGOMERY verlässt am 12. März den Schiffskonvoi und beteiligte sich vom 29. März bis zum 2. April an der Sicherung von SC 124. Die Frachtschiffe können ungehindert den deutschen U-Booten aus den Gruppen „Seeteufel“ und „Seewolf“ ausweichen. Noch am 2. April übernimmt der kanadische Zerstörer den Schiffskonvoi ON 175, gesichert von der Escort Group A 3, und kann diesen bis zum 8. April sicher an die auf Lauer liegenden deutschen U-Boote vorbeibringen. Am 13. April stößt die HMCS MONTGOMERY zu dem Schiffskonvoi ON 176, bestehend aus 46 Frachtschiffen, gesichert durch EG B4. Dieser Konvoi war am Vortag von deutschen U-Booten der Gruppe „Adler“ angegriffen worden. Dabei wurde durch U-188, Kommandant Kapitänleutnant Siegfried Lüdden ( 20. Mai 1916 in Neubrandenburg – 13. Januar 1945 in Kiel ), der britische Zerstörer HMS BEVERLEY ( H64 ), ehemals USS BRANCH ( DD-197 ), und durch U-404, Kommandant Kapitänleutnant Otto von Bülow, der britische Frachter SS LANCASTRIAN PRINCE ( 1.914 BRT ) versenkt. Es gab keine Überlebenden. Die HMCS MONTGOMERY eskortierte den Schiffskonvoi bis zum 17. April. Dann erfolgte vom 16. bis zum 22. Mai die Eskorte für den Konvoi ON 182, vom 32. Mai bis zum 6. Juni der Konvoi HX 242, vom 10. bis zum 13. Juni der Konvoi ON 187, vom 8. bis zum 14. Juli der Konvoi HX 247, vom 18. bis zum 21. Juli der Konvoi ON 192, vom 25. bis zum 26. Juli der Konvoi HX 249 und vom 4. bis zum 7. August der Konvoi ON 194. Alle diese Schiffskonvois können ungehindert den Nordatlantik überqueren, da zu diesem Zeitpunkt keine deutschen U-Boote in diesem Gebiet operieren. Ebenso unbehelligt kann der kanadische Zerstörer vom 14. bis zum 20. August den Schiffskonvoi HX 252, vom 22. bis zum 25. August den Schiffskonvoi ON 197, vom 6. bis zum 7. September den Konvoi SC 141, vom 7. Bis zum 9. September den Konvoi ON 199 südlich um Island herumführen. Vom 16. bis zum 22. September beteiligte sich die HMCS MONTGOMERY an der Sicherung des Schiffskonvois HX 257. Die Schiffe schaffen es unbemerkt an den sich positionierenden deutschen U-Booten vorbei zu schleichen. Genauso ergeht es dem Schiffskonvoi ON 202, gesichert durch EG C 2, der an der Gruppe „Leuthen“, eine Gruppe von 21 deutschen U-Booten, ungesehen vorbeikommt. Die HMCS MONTGOMERY beteiligte sich vom 25. bis zum 28. September an der Sicherung des Schiffskonvois. Der kanadische Zerstörer übernahm dann im Gebiet südlich von Island die Sicherung des Schiffskonvois SC 144 vom 11. bis zum 15. Oktober, gesichert von der Escort Group B 1 und ab dem 22. Oktober die Eskorte über den Schiffskonvoi ONS 20, bestehend aus 52 Transportschiffen, die von der 4. Support Escort Group und ab dem 18. Oktober zusätzlich von der Escort Group B 7 als Unterstützung gesichert wurden, und blieb bis zum 26. Oktober. Dieser Konvoi war ab dem 16. Oktober das Ziel der deutschen U-Boot Gruppe „Schlieffen“. Allerdings ist noch eine Luftsicherung durch Liberator Flugzeuge über dem Konvoi. Diese Sicherung kann erfolgreich den Angriff der U-Boote zusammen mit den Kriegsschiffen der Escort Group B 7 abwehren und dabei mehrere versenken. Die HMCS MONTGOMERY wird nun wieder nach Halifax beordert und übernimmt von hier ab die Sicherung des Schiffskonvois XB 080. Die Schiffe verlassen am 26. Oktober Halifax. Zwei Tage später kann der kanadische Zerstörer den Konvoi beruhigen, dessen Schiffe am 29. Oktober wohlbehalten ihr Ziel in Boston erreichten. Der Zerstörer fuhr nach Halifax zurück. Hier stellte man den Geleitzug SC 146 zusammen. Am 6. November legte der Konvoi, gesichert von der Escort Group B 3, und die HMCS MONTGOMERY ab. Der Zerstörer verließ am 9. November die Transportschiffe und fuhr wieder nach Island. Von hier aus beteiligte sich das Kriegsschiff vom 17. bis zum 22. November an der Sicherung des Schiffskonvois ONS 022, der wohlbehalten Halifax erreichte. Noch am selben Tag verließ die HMCS MONTGOMERY Halifax und eskortierte die Schiffe aus dem Konvoi XB 084 bis nach Boston. Dort liefen sie am 23. November im Hafen ein. Der kanadische Zerstörer kehrte anschließend nach Halifax zurück und übernahm am 2. Dezember den Schiffskonvoi SC 148. Die Transportschiffe legten an diesem Tag ab. Der Zerstörer verließ den Konvoi am 6. Dezember. Für ihn war das die letzte Eskorte von Schiffskonvois. Die HMCS MONTGOMERY kehrte nach Halifax zurück. Hier lag der Frachter SS SPRUCE LAKE von der Bowater Lloyd Company, der zu den britischen Inseln begleitet werden musste. Auf dem Weg dorthin wurde der Zerstörer nach Horta auf den Azoren umgeleitet. Hier warteten die Überlebenden des Zerstörers HMS HURRICAN ( H06 ). Der britische Zerstörer war an der Sicherung des kombinierten Konvois OS 62 und KMS 36 beteiligt. Am 24. Dezember wurde das Kriegsschiff nordöstlich der Azoren durch einen akustischen Torpedo, der von U-415, Kommandant Kapitänleutnant Kurt Neide ( 8. Juli 1916 in Kiel – 22. September 1980 ), abgefeuert worden war, schwer beschädigt. Drei Mannschaftsmitglieder kamen dabei ums Leben. Nachdem die Überlebenden an Bord der HMCS MONTGOMERY waren, ging die Fahrt zu den britischen Inseln weiter. Drei Tage später wurde das Ziel erreicht und die Mannschaft des britischen Zerstörers ausgeschifft. Der kanadische Zerstörer fuhr entlang der britischen Inseln weiter, unterzog sich bei Clyde einer Überholung und legte an der englischen Ostküste im Tyne River an. Hier integrierte man das Kriegsschiff ab dem 23. Februar 1944 in den Reservestatus. Dann stellte man noch im selben Jahr den Zerstörer außer Dienst und strich ihn von der Royal Navy Liste. Am 21. März 1945 verkaufte man den Schiffskörper an Clayton & Davie zum Verschrotten. Ab dem 10. April befand sich dann das Schiff im Schlepptau und wurde zur Breaker Yard in Dunston am Tyne gebracht.    


USS WICKES ( DD-75 )
Commanding Officer
 

LCDR John Sherman Barleon     31. Juli 1918 – 19. September 1919
LCDR William Frederick Halsey, Jr.     19. September 1919 – 15. November 1920 (später FADM)
LCDR Robert Emmett Rogers    15. November 1920 – 10. Oktober 1921
LT Osborne Bennett Hardison    10. Oktober 1921 – 15. Mai 1922 (später VADM)
Außerdienststellung     15. Mai 1922 – 26. April 1930
CDR Henry Thomas Markland    26. April 1930 – 19. Juni 1931
LCDR Henry Poynter Burnett        19. Juni 1931 – 1. Juni 1933
LCDR Ralph Underhill Hyde      1. Juni 1933 – 24. Juni 1936
LCDR Donald Rex Tallman        24. Juni 1936 – 6. April 1937
Außerdienststellung   6. April 1937 – 30. September 1939
LCDR Charles Joseph Stuart    30. September 1939 – 23. Oktober 1940

Unter britischem Kommando

CDR Henry Freston Nash   23. Oktober 1940 – 28. Februar 1941
LCDR William Lavallin Puxley    28. Februar 1941 – 23. Januar 1943
LT Kenneth Innes Hamilton   23. Januar 1943 – Anfang 1944
LT Robert Harrison   Anfang 1944 – 16. Mai 1944
LT John Harry Fowler   16. Mai 1944 – Ende 1944


Am 3. Oktober 1938 lag die USS WICKES in der Marinebasis San Diego, Kalifornien

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