USS HARMON ( DE-678 )

USS HARMON ( DE-678 )

Biografie

Leonard Roy Harmon
*21. Januar 1917 in Cuero, Texas
† 13. November 1942 an Bord des Schweren Kreuzers USS SAN FRANCISCO ( CA-38 )
war ein schwarzer amerikanischer Seemann, diente als Mess Attendant und war der erste Afroamerikaner nach dem ein Schiff der US Navy benannt worden ist

Im Alter von 22 Jahren wurde Leonard Roy Harmon am 10. Juni 1939 von der US Navy angeworben und erhielt den Rang eines Mess Attendanten dritter Klasse ( Matt3c ). Die Arbeit für einen Mess Attendanten, einer der wenigen verfügbaren Arbeitsplätze für Afroamerikaner auf einem Kriegsschiff der US Navy zu dieser Zeit, bestand darin die Zutaten für die zuzubereitenden Speisen für die Offiziere und Mannschaftsmitglieder an Bord des Schiffes zu transportieren, heiße und kalte Getränke sowie Obst zu servieren, die Speisekarten zu schreiben, die Offiziere in der Messe zu bedienen, das benutzte Geschirr und Besteck nach dem Essen abzuwaschen, die Messe zu reinigen und den angefallenen Müll zu beseitigen. Direkt unterstellt werden konnte ein Mess Attendant auch den Offizieren. Dann mussten die Zimmer der Offiziere gesäubert und gereinigt und die Betten gemacht werden. Sollte auf einem amerikanischen Kriegsschiff aber kein Afroamerikaner anwesend sein, so konnte aus der Besatzung des Schiffes jederzeit Personal für die Arbeiten eines Mess Attendanten ernannt werden. Wie alle Mitglieder an Bord des Schiffes hatte aber auch ein Mess Attendant wie jedes andere Crewmitglied eine Aufgabe an einer Station zur Schadensbegrenzung im Kriegsfall. Dazu wurden sie trainiert wenn Alarm gegeben werden musste.
Leonard Roy Harmon absolvierte eine Ausbildung an der Naval Training Station auf der Naval Operating Base in Norfolk, Virginia. Seinen ersten Diensteinsatz erfüllte er an Bord des Schweren Kreuzers USS TUSCALOOSA ( CA-37 ). Dann versetzte man ihn am 28. Oktober 1939 an Bord des Schweren Kreuzers USS SAN FRANCISCO. Dort ernannte man Harmon am 16. August 1940 zum Mess Attendanten 2. Klasse und man beförderte ihn auch dort am 5. November 1941 zum First Class Mess. Auf dem Schiff erlebte er auch die Seeschlacht von Guadalcanal die vom 12. zum 13. November 1942 zwischen den Flotten der japanischen und der amerikanischen Marine ausgetragen wurde. Auf die USS SAN FRANCISCO stürzte trotz heftigen Flakabwehrfeuers am späten Nachmittag ein japanisches Torpedoflugzeug auf das Geschütz Nummer 2. Dabei starben ein Offizier und 15 Mannschaftsmitglieder sofort oder verstarben wenig später an ihren Verletzungen. Vier Offiziere, darunter der Executive Officer Commander Mark Hanna Crouter ( 3. Oktober 1897 – 13. November 1942 ), und 25 weitere Besatzungsmitglieder wurden zum Teil schwer verletzt. Umgehend begab sich das Truppentransportschiff USS PRESIDENT JACKSON ( AP-37 ) nach dem Angriff der landgestützten feindlichen Flugzeuge längsseits zum Schweren Kreuzer und die Verwundeten wurden übertragen. Nur CDR Crouter blieb an Bord des Kreuzers um an dem Kampf gegen die Japaner beteiligt sein zu können. Mess Attendant Harmon wurde dem Sanitäter 3. Klasse Lynford L. Bondsteel zugeteilt. Dieser sollte sich um die schweren Verbrennungen an beiden Beinen des Commanders kümmern. Gleich nach dem Verbinden sollte Harmon in den Funkraum, seine eigentliche ihm direkt zugeteilte Kampfstation während der Schlacht. Kurz nach Mitternacht des 13. November trafen beide feindlichen Flotten aufeinander. Der Kampf wurde auf beiden Seiten erbittert geführt. Eine japanische Granate schlug in die Kabine von CDR Crouter ein und explodierte. Der Executive Officer erlitt dabei tödliche Wunden. Mess Attendant First Class Harmon leistete inzwischen unschätzbare Dienst in der Fürsorge Evakuierung von Verwundeten zu einem Verbandsplatz. Da schlug eine Granate von dem japanischen Schlachtschiff Hiei mittschiffs auf dem Schweren Kreuzer ein und explodierte. Harmon hatte unterdessen den Sanitäter Bondsteel zu Boden gerissen und diesen mit seinem Körper vor den umher fliegenden Granatsplittern geschützt. An seinen Wunden verstarb bald darauf Mess Attendant First Class Leonard Roy Harmon.

An Leonard Roy Harmon wurde posthum das Navy Cross verliehen.
Ein Schiff wurde zu Ehren von Mess Attendant First Class Leonard Roy Harmon bei der US Navy benannt.
Das erste Schiff das seinen Namen tragen sollte war der Geleitzerstörer USS HARMON ( DE-72 ) der aber noch vor der Kiellegung für die Royal Navy bestimmt wurde und so den Namen HMS AYLMER ( K463 ) erhielt.
Dafür erhielt der Geleitzerstörer USS HARMON ( DE-678 ) seinen Namen verliehen.


USS HARMON ( DE-678 )

Schiffsbiografie

Die USS HARMON ( DE-678 ) ist das erste Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Mess Attendant First Class Leonard Roy Harmon benannt worden ist. Die USS HARMON ist außerdem das erste Kriegsschiff in der US Navy das zu Ehren eines Afro-Amerikaners benannt wurde.
Der Geleitzerstörer ist das zweiundneunzigste Schiff aus der Buckley – Klasse.
Auf der Bethlehem Steel Shipyard, Fore River Inc. in Quincy, Massachusetts wurde am 31. Mai 1943 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Naunita Harmon Caroll, Mutter von Mess Attendant First Class Leonard Roy Harmon, taufte am 25. Juli 1943 das Schiff vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander Kendall E. Read stellte am 31. August das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach der Erprobungs- und Ausbildungsfahrt die das Schiff bis zu den Bermudas führte, fuhr der Geleitzerstörer in die Norfolk, Navy Yard zur Endausrüstung und zur Vorbereitung für die Fahrt in den Pazifik. Am 7. November 1943 legte dann die USS HARMON in Norfolk ab, durchquerte den Panamakanal und reihte sich in die 3. US Flotte ein wo das Schiff seine übertragenen Pflichten übernahm. Dafür erreichte das Schiff am 25. Dezember den Hafen von Noumea, Neukaledonien. In diesem Bereich rund um Neukaledonien versah die USS HARMON ihre Pflichten und begleitete und überwachte Schiffskonvois. Auf einer Fahrt die aus dem bis dahin überwachten Bereich ging, war Port Purvis auf der Salomoneninsel Tulagi. Der Geleitzerstörer begleitete mehrere Schiffe vom 23. bis zum 29. August 1944 dorthin. Seine üblichen Pflichten versah der Geleitzerstörer vor Noumea noch bis zum 18. September 1944. Dann kehrte das Schiff zur Überholung und Ausbildung der Schiffsbesatzung nach Pearl Harbor zurück. Am 24. November 1944 legte die USS HARMON im Hafen von Manus, einer Insel im Norden von Papua Neuguinea an. Den Geleitzerstörer gliederte man dann in die 7. US Flotte ein. Dort gehörte das Schiff zur Task Group 77.2, der Bombardement und Feuerunterstützungsgruppe, die von Vizeadmiral Jesse Bartlett Oldendorf ( 16. Februar 1887 – 27. April 1974 ) befehligt wurde. Innerhalb dieser TG befand sich der Geleitzerstörer in der Task Underground Group 77.2.1 die Rear Admiral George Lester Weyler ( 14. Mai 1886 – 6. August 1971 ) kommandierte und wurde zur Absicherung der Schnellen Truppentransportschiffe eingesetzt die Mannschaften zur Verstärkung von Luzon an Bord hatten. Am 3. Januar 1945 erreichten die Schiffe der TG 77.2 Leyte Gulf und wurden während der Durchfahrt der Sulu Sea von japanischen Kamikazefliegern angegriffen. Zwei Tage später befand sich der Verband in der Mindoro Straße die zum Südchinesischen Meer gehört. Dort attackierten wieder Kamikazepiloten rund 70 Seemeilen entfernt in Westnordwestlicher Richtung von der Subic Bay, Luzon die Schiffe der TG 77.2auf der Position 15°-00’N 119°-00’O. Auch am folgenden Tag flogen japanische Kamikazepiloten Angriffe auf den Verband wobei mehrere Schiffe beschädigt wurden. Die Schiffe der TU 77.2.1 trennten sich dann von denen der TU 77.2.2 und fuhren nach Poro Point, einer Landzunge und Halbinsel auf Luzon, und begannen dort die japanischen Stellungen zu bombardieren. Die Schiffe der TU 77.2.2 bombardierten japanische Stellungen auf Santiago Island. Noch am Abend des gleichen Tages vereinigten sie sich wieder und fuhren tiefer in den Lingayen Gulf hinein und beschossen japanische Stellungen auf der Halbinsel Santo Tomas und das Gebiet rund um San Fabian. Am 8. Januar erreichten die Schiffe der TG den Landungsstrand, wo die mitgeführten Landungseinheiten an Land gehen sollten, und begannen auf sämtlichen japanischen Stellungen ein wahres Bombardement. Am folgenden Tag begannen dann die Anlandungen. Nach dem die Landungstruppen ihre Transportschiffe verlassen hatten, Legte der Verband wieder ab und begann Patrouillenfahrten im Lingayen Gulf. Die USS HARMON blieb im Lingayen Gulf, auch nachdem der Schiffsverband der TG 77 diesen verließ. Das Schiff führte dort weitere Patrouillenfahrten durch und eskortierte von Leyte bis in den Gulf das amphibische Kommandoschiff USS BLUE RIDGE ( AGC-2 ). Man versetzte den Geleitzerstörer nach Iwo Jima wo er andere Schiffe eskortieren und Jagd auf feindliche U-Boote machen sollte. Diese Pflicht erfüllte das Schiff bis zum 27. März. Danach erhielt es den Auftrag nach Pearl Harbor zurück zu kehren und mit den Schiffen der 1. US Flotte bis in den August sich für die Ausbildung bereitzuhalten. Noch im August 1945 legte die USS HARMON in Pearl Harbor ab und fuhr in Richtung Westküste der USA. In der Mare Island Shipbuilding in Vallejo, Kalifornien erfolgte eine Überholung. Außerdem wurden die drei Zoll Geschütze abgebaut und dafür fünf Zoll Geschütze aufgebaut. Doch da war schon der Zweite Weltkrieg im pazifischen Raum durch die bedingungslose Kapitulation der Japaner beendet. Am 7. Januar 1946 legte der Geleitzerstörer in San Diego, Kalifornien ab und durchfuhr den Panamakanalzone und beteiligte sich in der Kanalzone bei Christobal an einem Trainingsbetrieb mit amerikanischen U-Booten. Im Hafen von Christobal legte die USS HARMON am 28. März ab und fuhr in den atlantischen U-Boot Hafen der USA, in New London, Connecticut, wo das Schiff am 3. April anlegte. Hier trainierte bis zum Dezember der Geleitzerstörer mit weiteren U-Booten. Man verlegte das Schiff dann nach Green Cove Springs, Florida wo es am 25. März 1947 außer Dienst gestellt und in die Atlantikreserveflotte versetzt wurde. Am 1. August 1965 strich man den Namen des Schiffes von der US Navy – Liste und verkaufte den Schiffskörper am 30. Januar 1967 an die nordamerikanische Smelting Company in Wilmington, Delaware zur Verschrottung.

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