USS CORBESIER ( DE-438 )

USS CORBESIER ( DE-438 )

Biografie

Antoine Joseph Corbesier
* 22. Januar 1837 in Brüssel, Belgien
† 26. März 1915 im Naval Hospital in Annapolis, Maryland

Antoine Joseph Corbesier diente in der belgischen Armee. In der Zweit des amerikanischen Bürgerkrieges kam er in die USA. Hier wird er im Oktober 1865 zum Schwertmeister der United States Naval Academy in Annapois, Maryland ernannt. Für über vierzig Jahre war er der geliebte Schwertmeister der Midshipman in der Academy. Corbesier trat am 5. Juni 1897 seine Pensionierung an und erhielt den Rang eines Lieutenants des US Marine Corps. Durch einen besonderen Act of Congress beförderte man ihn am 4. März 1913 in den Rang eines First Lieutenant des US Marine Corps. Antoine Joseph Corbesier verstarb am 26. März 1915 im Naval Hospital der United States Naval Academy. Man begrub ihn mit allen militärischen Ehren auf dem Friedhof der US Naval Academy.


USS CORBESIER ( DE-438 )

Schiffsbiografie

Die USS CORBESIER ( DE-438 ) ist das zweite Schiff bei der US Navy das zu Ehren von First Lieutenant Antoine Joseph Corbesier benannt worden ist.
Der Geleitzerstörer ist das achtundfünfzigste Schiff aus der JOHN C BUTLER – Klasse.
Auf der Federal Shipbuilding and Dry Dock Company in Kearny, New Jersey wurde am 4. November 1943 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. G. V. Stewart taufte am 13. Februar 1944 den Geleitzerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander W. B. Porter stellte am 31. März 1944 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach der Erprobungs- und Ausbildungsfahrt, die die USS CORBESIER bis zu der amerikanischen Marinebasis bei den Bermudas führte, fuhr der Geleitzerstörer in den Hafen von New York. Hier erfolgten die Kontrolle der Schiffshaut und die vollständige Ausrüstung für eine Fahrt in den Pazifik. Am 29. Mai stach das Kriegsschiff in See und fuhr entlang der US Ostküste bis in den Golf von Mexiko. Nach der Durchquerung des Panamakanals am 6. Juni fuhr die USS CORBESIER zur amerikanischen Marinebasis San Diego, Kalifornien. Hier bunkerte man frischen Treibstoff, Munition und Proviant. Am 19. Juni legte der Geleitzerstörer wieder ab und fuhr zu den Hawaiianischen Inseln. Das Kriegsschiff lief in die dortige amerikanische Marinebasis Pearl Harbor, Territorium Hawaii am 26. Juni ein. In den folgenden Tagen beteiligte sich der Geleitzerstörer an mehreren Übungen. Am 2. Juli stach die USS CORBESIER wieder in See und eskortierte zwei Schiffskonvois bis zum 9. August bis zum Atoll Eniwetok, Marshall Islands und zurück. Nach ein paar Tagen Ruhe und einigen Übungen verließ der Geleitzerstörer wieder die Marinebasis Pearl Harbor und eskortierte ein Kabelschiff zu den Midway Islands. Hier sicherte das Kriegsschiff vom 29. August bis zum 16. September das Kabelschiff bei seinen Operationen ab. Am 16. September verließen beide Schiffe die Midway Islands und fuhren zuerst zum Atoll Eniwetok und anschließend zur Insel Saipan, Nördliche Marianen. Diese Insel erreichten die Schiffe am 2. Oktober. Drei Tage später kehrte der Geleitzerstörer zum Atoll Eniwetok zurück. Hier begann das Kriegsschiff mit seinen Patrouillenfahrten in den Gewässern zwischen dem Atoll Eniwetok und den Nördlichen Marianen. So befand sich der Geleitzerstörer am 12. Oktober in den Gewässern vor Saipan und eilte an diesem Tag zum Atoll Eniwetok. Am 14. Oktober erschien vor dem Atoll ein Schiffskonvoi, bestehend aus 10 Versorgungsschiffen und dem U-Boot Tender USS SPERRY ( AS-12 ). Die USS CORBESIER erreichte am 15. Oktober das Atoll und verließ es noch am selben Tag wieder. Der Geleitzerstörer eskortierte den U-Boot Tender zur Insel Guam, Nördliche Marianen. Hier trafen beide Schiffe am 20. Oktober ein. Bis zum 11. November setzte das Kriegsschiff seine Patrouillenfahrten wieder fort. An diesem Tag übernahm die USS CORBESIER die Eskorte über einen Schwimmbagger. Der Geleitzerstörer begleitete diesen Schwimmbagger der US Army von Saipan bis zur philippinischen Insel Leyte. Hier sollte das Schwere Gerät in der San Pedro Bay eine befahrbare Rinne für die schweren Schiffe der US Navy schaffen. Insgesamt sieben Tage dauerte die Fahrt bis an das Ziel des Schwimmbaggers. Die USS CORBESIER verließ am 19. November wieder die San Pedro Bay und fuhr zum Atoll Ulithi, Karolinen. Das Atoll wurde am 25. November erreicht. Von hier aus begannen am selben Tag für den Geleitzerstörer mehrere Anti-U-Boot und Eskortiermissionen die bis zum 18. März 1945 reichten. In dieser Zeit begleitete das Kriegsschiff von diesem Atoll aus mehrere Schiffskonvois zu den Inseln Guam und Saipan sowie zu den Kossol Roads, Palau Insel und zum Seeadler Harbour, Manus Island, Admiralitätsinseln. Am 21. Januar 1945 um 19:30 Uhr stellt ein Pilot einer Martin PBM-3D Mariner einen Radarkontakt zu einem japanisches U-Boot her, das mit 18 Knoten Geschwindigkeit auf das Atoll Ulithi zusteuert. Da befindet sich das feindliche U-Boot rund 18 Seemeilen westlich des Atolls. Umgehend werden die Geleitzerstörer USS CORBESIER, USS CONKLIN ( DE-439 ) und USS RABY ( DE-698 ) darauf angesetzt. Von dem Wasserflugzeug werden zwei Wasserbomben und ein akustischer Torpedo abgeworfen nachdem das U-Boot mit dem Alarmtauchen begonnen hatte. Das U-Boot wird beschädigt, kann aber entkommen. Die drei Kriegsschiffe beginnen per Sonar mit der Suche nach dem japanischen U-Boot. Doch den Rest des 21. und am 22. Januars kann es nicht geortet werden. Alle drei Geleitzerstörer verschieben ihre Suche immer mehr in Richtung der Insel Yap, Westkarolinen. Am 23. Januar gegen 3:10 Uhr erhält die USS CORBESIER einen Radarkontakt in knapp neun Kilometern Entfernung. Da befindet sich der Geleitzerstörer rund 15 Seemeilen nördlich der Insel. Das Kriegsschiff erhöht sofort die Geschwindigkeit auf 18 Knoten und schließt auf den feindlichen Kontakt schnell auf. Das U-Boot IJN I-48 wird sofort zum Tauchen klargemacht und versinkt in den Fluten. Auf der USS CORBESIER erhält man um 3:36 Uhr einen Sonarkontakt. Es wird sofort eine Salve MK 10 Hedgehogs abgefeuert. Doch nach der Explosion ist der Sonarkontakt noch da. Während der Geleitzerstörer weitere fünf Salven Hedgehogs mit dem negativen Erfolg abfeuert schließen die beiden Geleitzerstörer USS CONKLIN und USS RABY auf und beteiligen sich an der Jagd. Doch dann verliert sich der Kontakt. Die drei Kriegsschiffe suchen aber weiter. Um 9:02 Uhr erhält man auf der USS CORBESIER wieder einen Sonarkontakt. Sofort wird wieder eine Salve Hedgehogs abgefeuert. Aber das Ergebnis ist erneut negativ. Um 9:12 Uhr erhält der Geleitzerstörer erneut einen Sonarkontakt, verliert aber diesen noch bevor eine weitere Salve Hedgehogs abgefeuert werden kann. Die USS CONKLIN ist rund 500 Meter von der USS CORBESIER entfernt und erhält um 9:34 Uhr einen Sonarkontakt. Es wird sofort eine Salve Hedgehogs abgefeuert. Siebzehn Sekunden später ertönen in einer geschätzten Tiefe von über 51 Metern fünf Explosionen. Zwei Minuten später gab es eine heftige Unterwasserexplosion. Diese setzte kurzzeitig die Motoren und das Lenkgetriebe der USS CONKLIN außer Gefecht. Nach riesigen Luftblasen kamen später Öl und Trümmer an die Wasseroberfläche. Große Mengen an menschlichen Überresten werden ebenfalls gesichtet. Das japanische U-Boot IJN I-48 ist mit allen 118 Mannschaftsmitgliedern und 4 Kaitenpiloten vernichtet. Die USS CORBESIER setzte bis zum März seinen alltäglichen Patrouillen- und Eskortierdienst fort. Am 13. März integrierte man den Geleitzerstörer in die Task Undergroup 94.6.2, die Ulithi Patrol and Escort Group. In dieser TU befanden sich die Geleitzerstörer USS CORBESIER, USS CONKLIN, USS STRAUS ( DE-408 ), USS McCOY REYNOLDS ( DE-440 ), USS LA PRADE ( DE-409 ), USS WITTER ( DE-636 ) und USS SANDERS ( DE-40 ). Am 13. März verließen diese Kriegsschiffe das Atoll Ulithi und begannen in den Gewässern rund um das Atoll zu patrouillieren, da hier die 5. US Flotte für den Angriff auf die japanische Insel Okinawa zusammengezogen wurde. Am 23. März integrierte man die USS CORBESIER in die Task Group 50.8, die Rear Admiral Donald Bradford Beary ( 4. Dezember 1888 in Helena, Montana – 7. März 1966 in San Diego, Kalifornien ) während der Operation „Iceberg“ kommandierte. In der Hauptlogistikgruppe der TG befanden sich die Geleitflugzeugträger USS SAVO ISLAND ( CVE-78 ), USS SARGENT BAY ( CVE-83 ) und USS RUDYERD BAY ( CVE-81 ), der Leichte Kreuzer USS DETROIT, die Zerstörer USS THORN ( DD-647 ), USS STEVENSON ( DD-645 ), USS KALK ( DD-611 ), USS GILLESPIE ( DD-609 ), USS AYLWIN ( DD-355 ), USS HOBBY ( DD-610 ), USS STOCKTON ( DD-646 ), USS SCHROEDER ( DD-501 ) und drei weitere Zerstörer, die Geleitzerstörer USS CORBESIER, USS STRAUS, USS CONKLIN, USS LA PRADE, USS McCOY REYNOLDS, USS KYNE, USS LYMAN, USS LAKE, USS REYNOLDS, USS DONALDSON, USS HOWARD F CLARK, USS BANGUST, USS WATERMAN, USS WEAVER, USS CROWLEY, USS LAMONS, USS HILBERT, USS BRACKETT ( DE-41 ) und USS JACK MILLER ( DE-410 ), die Tanker USS TALUGA, USS CIMARRON, USS TALLULAH, USS PATUXENT, USS COWANESQUE ( AO-79 ), USS ASHTABULA ( AO-51 ), USS LACKAWANNA ( AO-40 ) und USS CHICOPEE ( AO-34 ) und der Hochseeschlepper USS UTE. Die Schiffe der TG 50.8 verließen am 25. März das Atoll Ulithi um für die 5. US Flotte während der Operation „Iceberg“ den Nachschub zu sichern. Am 1. April begann der Angriff auf Okinawa. Die Sicherungsschiffe der TG hatten alle Hände voll zu tun um die Nachschubschiffe vor Luft-, Kamikaze- und U-Boot Angriffen zu schützen. Bei einer Eskortierfahrt, nach dem 6. April, griffen zehn Kamikazepiloten die Versorgungsflotte an. Ein Flugzeug davon schoss zuerst auf die USS TALUGA und stürzte sich dann auf den Tanker, der 300.000 Gallonen Flugbenzin geladen hatte. Doch das Flugzeug explodierte noch vor dem Aufschlag vor der Schiffsbrücke, so dass der Tanker schon nach kurzer Zeit wieder im Einsatz war. Ein zweites Kamikazeflugzeug stürzte neben einem Patrouillenboot ins Wasser ohne Schaden anzurichten. Die Schiffe der TG 58.4 wurden dann am 24. April auf offener See versorgt. Am 14. Mai sichtete man in der Nähe der Schiffe der TG 50.8, bei Minami Ogari Shima mehrere bemannte japanische Torpedos. Diese sogenannten Kaiten wurden aber alle vernichtet noch bevor die Piloten ihre todbringende Waffe ins Ziel steuern konnten. Die Task Group 50.8 integrierte man ab dem 28. Mai in die Task Group 30.8, der Logistic Support Group, die Rear Admiral Donald Bradford Beary kommandierte. Damit sollte die 3. US Flotte, die Admiral William Frederick Halsey, Jr. ( 30. Oktober 1882 in Elizabeth, New Jersey – 20. August 1959 auf Fishers Island, New York ) befehligte, während der Operation „Iceberg“ unterstützt werden. In dieser TG befanden sich die Geleitflugzeugträger USS ADMIRALITY ISLANDS, USS WINDHAM BAY, USS BOUGAINVILLE, USS BLOCK ISLAND ( CVE-106 ) und USS SALAMAUA ( CVE-96 ), dem Leichten Kreuzer USS DETROIT, den Zerstörern USS THORN, USS STEVENSON, USS STOCKTON, USS KALK, USS AYLWIN, USS DALE und USS MORRISON ( DD-560 ), die Geleitzerstörer USS CORBESIER, USS STRAUS, USS LYMAN, USS LAKE, USS REYNOLDS, USS WATERMAN, USS WEAVER, USS LA PRADE, USS HOWARD F CLARK, USS DONALDSON, LAMONS, USS JACK MILLER, USS CONKLIN, USS CROWLEY, USS BANGUST, USS LOVERING ( DE-39 ) und USS GOSS ( DE-444 ), die Tanker USS LACKAWANA, USS MILLICOMA ( AO-73 ) und USS COWANESQUE ( AO-79 ) und das Munitionstransportschiff USS SHASTA. Am 4. Juni fuhren die Schiffe der TG 30.8 zur vorgegebenen Betankungsposition für die Task Group 38.1 und 38.4. Doch die Schiffe laufen alle in einen Taifun. Vielen Schiffsbesatzungen der TG gelang es nicht ihre Schiffe ohne große Zerstörungen durch den Sturm zu bringen. Die USS CORBESIER übernahm nun den Transport von Passagieren, von Post und Fracht zwischen den einzelnen Schiffen der TF. Am 15. Juni verließ der Geleitzerstörer die Task Group und fuhr von Okinawa nach Saipan. Sieben Tage später traf das Kriegsschiff dort ein. Man nahm hier mehrere dringend notwendig gewordene Reparaturen vor. Am 28. Juni verließ die USS CORBESIER wieder Saipan und erreichte am 4. Juli die Gewässer von Okinawa. Hier begann der Geleitzerstörer mit seinen Anti-U-Boot Patrouillen. Das Kriegsschiff befuhr die Gewässern rund um Okinawa. Dort blieb der Geleitzerstörer auch noch, nachdem am 15. August der Zweite Weltkrieg durch die bedingungslose Kapitulation Japans im Pazifik beendet wurde. Bis zum 24. September blieb das Kriegsschiff dann in der Buckner Bay, Okinawa vor Anker liegen. Erst an diesem Tag verließ die USS CORBESIER die Gewässer und fuhr zu den japanischen Hauptinseln. Ziel war Nagasaki. Der Geleitzerstörer erreichte am Abend des folgenden Tages den dortigen Hafen. Von hier aus sollte das Kriegsschiff die amerikanischen Besatzungstruppen unterstützen sowie Passagiere, Post und leichte güter zwischen Nagasaki, Sasebo und Okinawa transportieren. Am 15. Oktober verließ das Kriegsschiff die japanischen Hauptinseln und fuhr in Richtung Osten. Ziel war die US Westküste. Nach den Zwischenstopps bei dem amerikanischen Marinebasen Saipan und Pearl Harbor erreichte der Geleitzerstörer am 10. November die Naval Repair Base San Diego. Hier stellte man am 2. Juli 1946 den Geleitzerstörer außer Dienst und versetzte ihn in die Pazifikreserveflotte. Den Namen USS CORBESIER ( DE-438 ) strich man am 1. Dezember 1972 von der US Navy – Liste. Nach dem Abbau sämtlicher kriegstechnischer Einrichtungen verkaufte man den Schiffskörper am 3. Dezember 1973 zum verschrotten.


USS CORBESIER ( DE-438 )
Commanding Officer

LCDR W. B. Porter          31. März 1944 – ?

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