USS NAVAJO ( AT-64 )

USS NAVAJO ( AT-64 )

Schiffsbiografie

Der Hochseeschlepper USS NAVAJO ( AT-64 ) ist das bis dahin zweite Schiff bei der US Navy das zu Ehren der Navajo Indianer benannt worden ist.
Das erste Schiff war der Hochseeschlepper NAVAJO ( AT-52 ) aus der gleichnamigen Klasse.

Für die USS NAVAJO wurde am 12. Dezember 1938 auf der Bethlehem Shipbuilding Corporation in Staten Island, New York der Kiel gelegt. Miss Olive Rasmussen taufte am 17. August 1939 das Schiff vor seinem Stapellauf. Lieutenant Commander Myron Edgar Thomas, seinem Befehl unterstand das Schiff, stellte es am 26. Januar 1940 in den Dienst der US Navy. Nach der Erprobungs- und Ausbildungsfahrt sowie eine kurze Kreuzfahrt entlang der Ostküste, bereitete man die USS NAVAJO im April 1940 in der Naval Shipyard in Brooklyn, Nes40004w York auf ihre Fahrt zu seinem neuen Heimathafen San Diego, Kalifornien vor. Diesen erreichte der Hochseeschlepper im Juni 1940 und trat seinen Dienst für die Pazifikflotte an. Bis zum japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 war das Schiff mit Abschlepp- und Bergungsarbeiten im zentralen und östlichen Pazifik beschäftigt. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor sollte der Hochseeschlepper im Bereich um die hawaiianischen Inseln verbleiben. Doch Ende Dezember 1941 erhielt die USS NAVAJO die Aufgabe gestellt Nachschub und Verstärkung auf das 1.300 ha große und unbewohnte Johnston Atoll zu bringen das zum 14. Naval District gehört und rund 750 Meilen südwestlich von Hawaii liegt. Bis zum Frühjahr 1942 blieb der Hochseeschlepper dann in den Gewässern rund um die hawaiianische Insel Oahu stationiert. Anfang April 1942 erhielt die USS NAVAJO den Auftrag umgehend nach Abariringa Island zu fahren wo der Truppentransporter SS PRESIDENT TAYLOR auf Grund gelaufen war und nicht mehr aus eigener Kraft freikam. Am 12. April traf der Hochseeschlepper und das Vielseitige Hilfsschiff USS ARGONNE ( AG-31 ) dort ein. Nach der Bergung lief die USS NAVAJO wieder nach Pearl Harbor zurück. Dort erhielt das Schiff schon seinen nächsten Auftrag. Es sollte in das Kampfgebiet bei den Salomon Inseln. Am 12. Juli traf der Hochseeschlepper dort ein, kurz nach der Landung der Marines auf Guadalcanal. Der Hochseeschlepper unterstützte die Aktivitäten der regulären Kampfeinheiten auf den Salomon Inseln Espiritu Santo, Nouméa, Tongatapu und Suva sowie unter Kampfbedingungen bei Tulagi, Guadalcanal und Rennell mit Reparatur- und Bergungsarbeiten. Während dieser Operationen war der Hochseeschlepper von Ende November bis Anfang Dezember 1942 auch einmal in Sydney, Australien. Für die Bergungsarbeiten zwischen dem 8. August 1942 und dem 3. Februar 1943 verlieh man der USS NAVAJO einen Schlachtstern, eine einzigartige Ehre für einen Hochseeschlepper.
Grund dafür war unter anderem die Schlacht bei Rennell Island. Die Schiffe der Task Force 18 wurden am 29. und 30. Januar 1943 durch mehrere Flugzeugstaffeln angegriffen. Dabei erhielt der Schwere Kreuzer USS CHICAGO ( CA-29 ) zwei Treffer durch Torpedoeinschläge. Antriebslos nahm der Schwere Kreuzer USS LOUISVILLE ( CA-28 ) das havarierte Schiff ins Schlepptau. Mit nur vier Knoten Geschwindigkeit näherten sie sich Espiritu Santo, Vanuatu. Eskortiert wurden sie von den Zerstörern USS LA VALETTE ( DD-448 ), USS WALLER ( DD-466 ) und USS EDWARDS ( DD-619 ). Die USS NAVAJO erhielt den Auftrag diesem Konvoi entgegenzufahren und die USS CHICAGO abzuschleppen. Zusammen mit dem Zerstörer USS SANDS ( DD-243 ) verließ der Hochseeschlepper Espiritu Santo. Kaum hatten beide Schiffe den Konvoi erreicht, da gab es einen erneuten Luftangriff japanischer Torpedobomber. Neun Flugzeuge griffen den Verband an. Sieben davon konnten abgeschossen werden noch bevor sie ihre Torpedos ausklinken und ins Ziel bringen konnten. Ein japanischer Pilot konnte seinen Torpedo ins Ziel der USS CHICAGO bringen. Der Schwere Kreuzer sank und war nicht mehr zu retten. Man kappte das Schlepptau zur USS NAVAJO und begann mit den Rettungsmaßnahmen der Mannschaftsmitglieder der USS CHICAGO. Die USS WALLER, USS EDWARDS und USS SANDS übernahmen die 1.049 Überlebenden. In diesem Augenblick traf die USS LA VALETTE ebenfalls ein Torpedo. Der neunte japanische Pilot hatte seine Chance erkannt und sofort zugeschlagen. Die USS LA VALETTE wurde nur beschädigt, konnte aber aus eigener Kraft nicht weiterfahren. Die USS NAVAJO nahm nun den Zerstörer ins Schlepptau und manövrierte ihn nach Espiritu Santo. Dort trafen sie am 3. Februar ein.

Im Frühjahr 1943 kehrte die USS NAVAJO nach San Diego zurück wo sich das Schiff einer Überholung unterzog. Im Juli waren diese Arbeiten abgeschlossen und das Schiff kehrte in den Südpazifik zurück. Die Fahrt führte den Hochseeschlepper über Pago Pago nach Bora Bora, wo das Schiff am 21. August ankam.
Dort lag der Tanker USS PASIG ( AO-89 ) auf Grund. Nachdem die Bergungs- und Reparaturarbeiten am Ende des Monats abgeschlossen waren, fuhr die USS NAVAJO mit der USS PASIG im Schlepptau nach Pago Pago. Dort stellte man fest, dass der Tanker nicht mehr seinen Aufgaben gerecht werden könnte. Der Hochseeschlepper er hielt nun die Aufgabe von Pago Pago aus den Benzinlastkahn YOG-42 zur Versorgung nach Espiritu Santo zu schleppen. Auf dem Weg dorthin wurde die USS NAVAJO von dem japanischen U-Boot HIJMS I-39 torpediert. Nach der Explosion des Torpedos kränkte der Hochseeschlepper innerhalb von Sekunden nach Steuerbord. Nachdem das Schanzkleid von Steuerbord unter Wasser stand, gab es eine weitere aber noch heftigere Explosion. Die auf dem Hochseeschlepper gelagerten Wasserbomben hatten sich gelöst, waren nach Steuerbord gerollt und explodierten. Ungefähr zwei Minuten später versank der Hochseeschlepper in den Fluten. 17 Mannschaftsmitglieder gingen mit dem Schiff unter.


USS NAVAJO ( AT-64 )
Commanding Officer

LCDR Myron Edgar Thomas           26. Januar 1940 – Juni 1941
LCDR Hugh Buchanan McLean          Juni 1941 – April 1942
LCDR Joseph Alphonse Ouellet          April 1942 – 1. Dezember 1942
LT ( jg ) Frank Rigley             1. Dezember 1942 – 12. September 1943

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