USS WINSLOW ( DD-53 )

USS WINSLOW ( DD-53 )

Biografie

John Ancrum Winslow
* 19. November 1811 in Wilmington, New Hanover County, North Carolina
† 29. September 1873 in Boston, Suffolk County, Massachusetts
war ein Offizier in der United States Navy während des mexikanisch-amerikanischen Krieges und des amerikanischen Bürgerkrieges

Obwohl John Ancrum Winslow in Wilmington, North Carolina geboren wurde, war er ein Mitglied der alten New England Familie Winslow. Er war ein Nachfahre von Mary Chilton ( 31. Mai 1607 in Sandwich, England getauft – 16. Mai 1679 in Boston, Suffolk, County, Massachusetts ), der angeblich ersten europäischen Frau, die am 21. November 1620 nahe dem heutigen Ort Provincetown als Passagier das englische Segelschiff MAYFLOWER verlassen hatte. Ihre Eltern waren James Chilton ( 1556 in Canterbury, City of Canterbury, Kent, England – 18. Dezember 1620 im Plymouth County, Massachusetts ) und Mrs. Chilton ( 1564 in Canterbury, City of Canterbury, Kent, England – 21. Januar 1621 in Plymouth, Plymouth County, Massachusetts ). Mary Chilton heiratete dann John Winslow ( 26. April 1597 in Worcestershire, England – 1674 in Boston, Suffolk County, Massachusetts ). Dieser John Winslow war der Bruder von Pilgervater Edward Winslow, Jr. ( 18. Oktober 1595 in Worcestershire, England – 8. Mai 1655 auf Jamaica ). John Ancrum Winslow war ein Cousin von Commander Francis Winslow ( 1818 – 26. August 1862 auf dem Kanonenboot USS R R CUYLER ( 1860 ) an Gelbfieber ). John Ancrum Winslow wurde im Norden der Vereinigten Staaten von Amerika erzogen und wurde ein leidenschaftlicher Abolitionist. Er trat am 1. Februar 1827 als Midshipman in die US Navy ein und wurde am 10. Juni 1833 zum passed Midshipman ernannt. In den Rang eines Lieutenant ernannte man Winslow am 9. Februar 1839. Während des mexikanisch-amerikanischen Krieg nahm er an der Expedition gegen Tabasco, Tampico und Tuxpan teil. Außerdem kämpfte Winslow im Herbst vor Veracruz. Für seine Tapferkeit, Lieutenant Winslow befand sich an Bord der Dampfschraubenkorvette USS PRINCETON ( 1843 ), am 14. November 1846 während der Eroberung eines mexikanischen Schoners, erhielt Winslow dann das Kommando über dieses Schiff und stellte es als USS UNION ( 1846 ) in den Dienst der US Navy. Doch dieses Schiff war schlecht ausgerüstet, so dass die USS UNION am 16. Dezember 1846 während einer Patrouillenfahrt vor Veracruz auf ein Riff auflief und zerstört wurde. In den folgenden Monaten des mexikanisch – amerikanischen Krieges diente Winslow vor Tabasco. Für seine dort gezeigte Tapferkeit auf der Fregatte USS CUMBERLAND ( 1842 ) wurde er von Commodore Matthew Calbraith Perry ( 10. April 1794 in Newport, Rhode Island – 4. März 1858 in New York ) empfohlen. Auf dieser Fregatte teilte John Ancrum Winslow seine Kabine mit seinem späteren Gegner Raphael Semmes ( 27. September 1809 in Charles County, Maryland – 30. August 1877 in Mobile, Alabama ). Raphael Semmes diente auf der USS CUMBERLAND als Schiffsflaggen Lieutenant und Winslow als Divisionsoffizier. Beide erwähnten diese Tatsache niemals in ihren jeweilige Autobiografien. Winslow war von 1848 bis 1849 der Exekutive Officer auf der Schaluppe USS SARATOGA ( 1842 ) und das Schiff kreuzte im Golf von Mexiko. Von 1849 bis 1850 diente er in der Boston Navy Yard in Boston, Massachusetts und von 1851 bis 1855 auf der Fregatte USS ST LAWRENCE ( 1848 ), welche zum Pazifikgeschwader gehörte. Am 14. September 1855 beförderte man Winslow zum Commander. Mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges am 12. April 1861 war John Ancrum Winslow der Kommandeur des 2. Leuchtturm Districts an Land. Er entschied sich innerhalb der US Navy weiterhin zu dienen. Diese Entscheidung fand er aufgrund seiner Wurzeln in New England. Außerdem waren seine Ansichten gegen die Sklaverei gerichtet und seine Frau Catherine Amelia Winslow Winslow ( 1. September 1813 in Boston, Suffolk County, Massachusetts – 27. März 1890 in Boston, Suffolk County, Massachusetts ) war die Tochter seines Cousins Benjamin Winslow. Beide hatten sie am 18. Oktober 1837 in Boston, Massachusetts geheiratet. Acht Kinder zogen sie groß. Darunter befand sich auch Paymaster William Randolpg Winslow ( 1. September 1844 in Roxbury, Suffolk, County, Massachusetts – 23. Februar 1869 in Washington DC ). Nachdem Flaggoffizier Andrew Hull Foote ( 12. September 1806 in New Haven, Connecticut – 26. Juni 1863 in Nw York ) von Commander John Rodgers ( 8. August 1812 in Havre de Grace, Maryland – 5. Mai 1882 in WASHINGTON DC ) das Kommando über die Westflottille übernahm, bat dieser Winslow nach Westen zu kommen und ihn als Exekutivofficer zu unterstützen. In Cairo,Illinois arbeitete Commander John Ancrum Winslow daran Kanonenboote für den Mississippi und dessen Nebenflüsse auszurüsten und zu bemannen. So übernahm er im Oktober 1861 in der Werft von James B. Eads in St. Louis, Missouri das Kommando über das Tiefgang Kanonenboot USS BENTON ( 1861 ). Als das Kanonenboot auf dem Missouri nach Cairo Flussabwärts fuhr, lief es auf einer Sandbank auf Grund. Beim Versuch das Kanonenboot wieder flott zu bekommen verwendete man Ketten. Unter der riesigen Zuglast rissen diese aber und verletzten Commander Winslow schwer. Daraufhin musste er nach Hause zurückkehren um sich zu erholen. Im Sommer1862 meldete er sich wieder zum Dienst, doch Winslow erhielt nun vergleichsweise geringere Aufträge. Dann erkrankte er an Malaria, wurde unzufrieden und bat um seine Versetzung. Darum entbandt man ihn von seinem Kommando und Winslow kehrte Anfang November in sein Haus in Roxbury, Massachusetts zurück. Dort war er wegen der Malariaerkrankung für einen Monat an sein Bett gefesselt. Nachdem er dann genesen war, kam am 5. Dezember der Befehl sich in New York City zu melden. Zwei Tage später meldete sich Winslow an Bord des ehemaligen schweren Passagierdampfers und für die US Navy während des amerikanischen Bürgerkrieges zu einem Kreuzer umgebauten USS VANDERBILT ( 1862 ). Mit diesem Schiff ging die Fahrt zu den Azoren. Als der Kreuzer am Heiligabend in Fayal anlegte, befand sich die amerikanische Kriegsschaluppe USS KEARSARGE ( 1861 ), Winslow sollte das Kommando übernehmen, nicht mehr in dem Hafen und war für eine Überholung und mehreren Reparaturarbeiten nach Spanien gesegelt. So war Captain John Ancrum Winslow gezwungen in Fayal bis zum Frühjahr zu bleiben. Im April kehrte die Kriegsschaluppe nach Fayal zurück und Winslow übernahm das Kommando über das Schiff. Mit der USS KEARSARGE kreuzte Winslow nun bis in den Herbst hinein in europäischen Gewässern. Seine Hauptbasis waren dabei die Azoren. Von hier aus war man auf der Suche nach der in England gebauten Kriegsschaluppe CSS ALABAMA, dem konföderierten Schiff das unter den amerikanischen Handelsschiffen der Union in den europäischen Gewässern Angst und Schrecken verbreitete. Das konföderierte Schiff plünderte von der Küste Nordeuropas bis zu den Kanaren, Madeira und den Äußeren Hebriden. In Ferrol, Spanien erfuhr Winslow, dass der konföderierte Kreuzer CSS FLORIDA in der Werft von Brest, Frankreich für eine Generalüberholung lag. Sofort segelte die USS KEARSARGE dorthin und sollte verhindern, dass das gegnerische Schiff wieder in See stechen konnte. Durch ein weitverzweigtes US Diplomaten- und Spionagenetzwerk konnte Winslow die Fortschritte über die Überholung der CSS FLORIDA verfolgen. Da die Reparaturarbeiten aber noch mehrere Wochen in Anspruch nahmen, kreuzte die USS KEARSARGE entlang der westeuropäischen Küste und war auf der Suche nach weiteren feindlichen Schiffen. Deren Anwesenheit wurden per Gerüchte gestreut. In diesen Wochen des Wartens ließ Winslow den Geschützmannschaften keine Ruhe und ließ sie bei jeder erdenklichen Möglichkeit üben damit sie bei einer womöglichen Schlacht gewappnet waren. Im Januar 1864 kehrte die USS KEARSARGE nach Cadiz zurück und musste sich seinerseits einer Überholung und Reparatur unterziehen. In diesen Tagen, am 18. Februar, verließ die CSS FLORIDA die Werft in Brest und stach in See. Als Winslow mit Kriegsschaluppe dann wieder Brest erreichte, erfuhr er von der Abreise des konföderierten Schiffes. Daraufhin fuhr das nordamerikanische Kriegsschiff nach Calais, Frankreich. Dort hatte man die konföderierte Kriegsschaluppe CSS RAPPAHANNOCK wegen mehrerer Reparaturarbeiten festgemacht. Das Schiff sollte bis zum Ende des amerikanischen Bürgerkrieges nicht mehr in See stechen. Die USS KEARSARGE machte man am 12. Juni im Hafen bei Vlissingen in der Schelde fest. Hier erhielt Winslow ein Telegramm das ihn darüber informierte, dass die CSS ALABAMA in dem französischen Marinehafen Cherbourg lag. Das konföderierte Kriegsschiff hatte bis dahin 65 nordamerikanische Handelsschiffe aufgebracht und musste sich einer dringendnotwendig gewordenen Überholung unterziehen. Schon zwei Tage später lag die nordamerikanische Kriegsschaluppe vor dem französischen Hafen. Hier erkannte man sofort die CSS ALABAMA und die USS KEARSARGE begann eine Hafenblockade. Der Kommandant der CSS ALABAMA, Captain Raphael Semmes, ließ das Kriegsschiff auf einen Kampf vorbereiten. Über diesen Umstand und seine Absichten ließ Semmes Winslow über den US Konsul wissen. Am Sonntag, dem 19.Juni, lag die USS KEARSARGE drei Meilen vor dem östlichen Hafeneingang entfernt als die CSS ALABAMA erschien. In dem Gefolge des konföderierten Schiffes befand sich ein eisernes französisches Schiff und die englische Yacht DEERHOUND. Captain John Ancrum Winslow ließ die USS KEARSARGE sieben Meilen von der Küste wegfahren um in neutrale Gewässer zu gelangen. Dann ließ er Beidrehen und die nordamerikanische Kriegsschaluppe fuhr direkt auf die CSS ALABAMA zu. Die Bewaffnung der USS KEARSARGE bestand aus sieben Kanonen, die der CSS ALABAMA mit acht Kanonen. Unter diesen acht Kanonen befand sich auch eine 100 Pfund schwere Blakely Kanone. Die USS KEARSARGE war etwas schneller wie das konföderierte Schiff. An Bord des nordamerikanischen Kriegsschiffes befanden sich 163 Besatzungsmitglieder, auf der CSS ALABAMA nur 149. Die USS KEARSARGE hatte gegenüber dem konföderierten Kriegsschiff einen entscheidenden Vorteil. Über dem hölzernen Rumpf des nordamerikanischen Schiffes befand sich eine eiserne Kette und sollte gegnerische Kanonenkugeln an dem Eindringen in das innere des Schiffes hindern. Als sich nun Captain Winslow mit seinem Schiff der CSS ALABAMA immer weiter näherte, ließ Captain Semmes um 10:57 Uhr aus einer Entfernung von einer Meile das Feuer eröffnen. Die Geschützmannschaften des konföderierten Schiffes arbeiteten auf Hochtouren, so dass sie eine zweite und eine halbe dritte Breitseite abfeuerten noch bevor die Geschützmannschaften der USS KEARSARGE einen Schuss abgaben. Bis auf 600 Metern näherten sich beide Schiffe und begannen sich zu umkreisen. Da feuerten die Mannschaften des nordamerikanischen Kriegsschiffes von der Steuerbordseite ihre erste Breitseite ab. Die Granaten schlugen in der CSS ALABAMA ein und zerrissen das Schanzkleid vollständig. Gegen Mittag, nachdem die Kanonade der USS KEARSARGE über eine Stunde schon angedauert hatte, ließ Captain Semmes sein Schiff auf das rettende Ufer zusteuern, wovon man noch fünf Meilen entfernt war. Dadurch war die Backbordseite des Schiffes entblößt und nur zwei Kanonen konnten zur Verteidigung abgefeuert werden. Die Segel der USS KEARSARGE blähten sich unter dem nun aufkommenden Wind und näherte sich sehr schnell dem feindlichen Schiff. Captain Semmes ließ daraufhin seine Flagge einholen. Die USS KEARSARGE stoppte nun das konföderierte Kriegsschiff, feuerte aber weiter aus allen Rohren da man nicht wusste ob die Fahne bewusst eingeholt worden oder herunter geschossen worden war. Deshalb ließ Captain Semmes eine weiße Flagge hissen und Captain Winslow ließ umgehend das Feuer einstellen. Doch da wurden auf der CSS ALABAMA wieder Kanonen abgefeuert, obwohl die weiße Flagge wehte und Captain Winslow ließ sofort drei Breitseiten auf das schwer beschädigte Schiff abfeuern. Erst jetzt ließ man von dem konföderierten Kriegsschiff ein Beiboot zu Wasser, welches sich längsseits zur USS KEARSARGE legte und man die Übergabe ankündigte. Man erlaubte den feindlichen Mannschaftsmitgliedern auf ihr Schiff zurückzukehren. Die Offiziere und die Besatzung der CSS ALABAMA wollten aber nicht freiwillig ihr Schiff verlassen das nun zu sinken begann. Deshalb bat Captain Winslow die YACHT DEERHOUND bei der Rettung der konföderierten Mannschaft behilflich zu sein. Die Yacht nahm neununddreißig Mannschaftsmitglieder an Bord, einschließlich Captain Semmes und vierzehn seiner Offiziere. Danach verließ das englische Schiff die Gewässer vor Cherbourg und fuhr nach Southampton, England. Die Offiziere der USS KEARSARGE flehten Captain Winslow an die englische Yacht aufzubringen, doch dieser lehnte ab. Der Kampf der beiden feindlichen Schiffe dauerte eine Stunde und zwanzig Minuten. Auf der CSS ALABAMA waren ungefähr vierzig Besatzungsmitglieder getötet und siebzig gefangen genommen worden. Nur drfei Besatzungsmitglieder auf der USS KEARSARGE wurden verwundet, von denen einer später auf der Fahrt starb. Die Geschützmannschaften des konföderierten Schiffes hatten 370 Granaten auf das nordamerikanische Schiff abgefeuert, von denen aber nur achtundzwanzig trafen. Keine dieser Granaten verursachte irgendeinen materiellen Schaden weil die Ankerketten den Rumpf der USS KEARSARGE schützten. Eine 100 Pfund Granate explodierte im Schornstein und eine landete im Heck des Schiffes, explodierte aber nicht. Die Geschützmannschaften der USS KEARSARGE feuerten während des Kampfes 173 Granaten ab und nur wenige davon verfehlten ihr Ziel. Captain Winslow beförderte man nach diesem Sieg zum Commodore und er erhielt den Dank des Kongresses. John Ancrum Winslow beförderte 1870 zum Rear Admiral und übertrug ihm noch im selben Jahr das Kommando über das Pazifikgeschwader, welches er bis 1872 inne hatte. Bis zu seinem Ruhestand war er als solider, mutiger und entschlossener Offizier bekannt. Kurz nach seiner Pensionierung verstarb er in Boston. Sein Sarg war in die Schlachtfahne der USS KEARSARGE gehüllt und eine Steinplatte vom Berg Kearsarge bedeckt sein Grab.

Zwei Schiffe sind bei der US Navy zu Ehren von Rear Admiral John Ancrum Winslow benannt worden.
Das erste Schiff war das Torpedoboot USS WINSLOW ( TB-5 ) aus der FOOTE – Klasse.
Das zweite Schiff war der Zerstörer USS WINSLOW ( DD-53 ) aus der O´BRIEN – Klasse.

Ein drittes Schiff, die USS WINSLOW ( DD-359 ) aus der PORTER – Klasse ehrte bei der US Navy Rear Admiral John Ancrum Winslow und dessen zweiten Cousin Admiral Cameron McRae Winslow.


USS WINSLOW ( DD-53 )

Schiffsbiografie

Die USS WINSLOW ( DD-53 ) ist das zweite Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Rear Admiral John Ancrum Winslow benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das dritte Schiff aus der O´BRIEN – Klasse.
Auf der William Cramp and Sons Shipbuilding Company in Philadelphia, Pennsylvania wurde am 1. Oktober 1913 der Kiel des Schiffes gelegt. Miss Natalie Emily Winslow ( 1900 – ? ), Großnichte von Rear Admiral John Ancrum Winslow und die älteste Tochter von Rear Admiral Cameron McRae Winslow ( 29. Juli 1854 in Washington DC – 2. Januar 1932 in Boston, Massachusetts ), taufte am 11. Februar 1915 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander Neil Ernest Nichols ( 16. September 1879 in Bay City, Michigan – ? ) stellte am 7. August 1915 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Nach den ersten Erprobungs- und Ausbildungsfahrten gliederte man die USS WINSLOW in die 6. Division der Torpedo Flottille innerhalb der Atlantikflotte ein. Der Zerstörer beteiligte sich im Winter 1915 und 1916 an Manövern in kubanischen Gewässern und beteiligte sich im Frühjahr entlang der US Ostküste an weiteren Operationen. Im Oktober 1916 diente das Kriegsschiff bei lokalen Operationen entlang der Küste von Newport, Rhode Island. Am 7. Oktober 1916 lief das deutsche U-Boot SM U-53, unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Rose ( 15. April 1885 in Charlottenburg – 6. Dezember 1969 in Winterberg ) in den amerikanischen Hafen Newport, Rhode Island ein. Kapitänleutnant Hans Rose ging an Land, um dem Präsidenten des Naval War College, Rear Admiral Austin Melvin Knight ( 16. Dezember 1854 in Ware, Massachusetts – 26. Februar 1927 in Washington DC ) seine Aufwartung zu machen. Der amerikanische Rear Admiral war erleichtert zu hören, dass SM U-53 weder Betriebsstoff, Wasser oder Lebensmittel ergänzen wollte, keine Kranken ausschiffen wollte, und keine Reparaturen auszuführen hatte. Nach dem Grund seines Kommens gefragt, erklärte Kapitänleutnant Hans Rose, er habe dem Rear Admiral Knight lediglich einen Besuch abstatten wollen. Dies sei auch gut so, erwiderte jener, denn er hätte dem Deutschen auch nichts gegeben. Rear Admiral Albert Gleaves ( 1. Januar 1858 in Nashville, Tennessee – 6. Januar 1937 in Haverford, Pennsylvania ) befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Scout Kreuzer USS BIRMINGHAM ( CS-2 ), war zuvorkommender. Er besuchte zusammen mit seiner Frau Evelina Mary Heap Gleaves ( 25. August 1863 in Louisville, Jefferson County, Kentucky – 10. September 1946 in Wynnewood, Montgomery County, Pennsylvania ) und seiner Tochter Evelina Porter Gleaves ( 26. Mai 1895 – 27. Dezember 1996 ) das deutsche U-Boot. Die neutrale amerikanische Regierung benötigte zwei Stunden, um zu entscheiden, wie auf diesen Überraschungsbesuch zu reagieren sei. Eine größere Zahl von amerikanischen Marineoffizieren hatte sich inzwischen auf SM U-53 eingefunden, die durch das Boot geführt und bewirtet wurden. Dann schickte Rear Admiral Knight einen Offizier mit der Bitte, den Verkehr mit dem Lande zu unterbrechen. Zur Begründung wurde angeführt, dass der Hafenarzt den Verkehr noch nicht freigegeben hätte. Um nicht unter Quarantäne gestellt zu werden, verließ Kapitänleutnant Hans Rose nach zweieinhalbstündigem Aufenthalt ohne Betriebsstoffergänzung Newport. Umgehend begann er nun nach seinem ihm gestellten Auftrag zu handeln. Das hieß, Kapitänleutnant Hans Rose sollte unter Beachtung der amerikanischen Neutralität einen Handelskrieg nach der vorgegebenen Prisenordnung vor der amerikanischen Ostküste führen. Am 8. Oktober, einem Sonntag, gab es gegen 5:30 Uhr eine Funkmeldung, wo mitgeteilt wurde das ein deutsches U-Boot in der Nähe des Feuerschiffes Nantucket am östlichen Ende von Long Island zwei Schiffe angehalten, torpediert und versenkt hatte. Dies war der britische Frachter STRATHDENE ( 4.321 BRT ) aus Glasgow und das norwegische Dampfschiff CHRISTIAN KNUDSEN ( 3.878 BRT ) mit einer Ladung Gasöl das nach London unterwegs war. Gegen 12:30 Uhr erhielt man ein SOS von dem britischen Dampfer WEST POINT ( 3.847 BRT ). Rear Admiral Albert Gleaves befahl der USS WINSLOW zusammen mit 16 anderen Zerstörern Newport zu verlassen und dem torpedierten Schiff zu Hilfe zu eilen. Die amerikanischen Kriegsschiffe sollten sich um Überlebende des britischen Dampfers kümmern. Der Quartiermeister der USS McDOUGAL ( DD-54 ), Nathan Levy, gab der New York Times einen Bericht aus erster Hand, der am 22. Oktober dort veröffentlichte. So befand sich der Zerstörer noch 100 Seemeilen vom Feuerschiff entfernt, welche er in dreieinhalb Stunden überwand, da erhielt man die Nachricht, dass das deutsche U-Boot SM U-53 das Frachtschiff BLOMMERSDIJK ( 4.850 BRT ) von der Holland Amerika Line und das britische Passagierschiff STEPHANO ( 3.449 BRT ) das nach Liverpool unterwegs war ebenfalls gestoppt hatte. Außerdem ließ Kapitänleutnant Hans Rose den norwegischen Dampfer KAPANA mit einer Ladung Getreide und die amerikanische KANSAS mit einer Ladung Soda anhalten. Da es sich aber bei beiden Schiffen nicht um Bannware handelte, konnten sie ihren Weg fortsetzen. Wie bei allen anderen versenkten Schiffen schon vorher, gab Kapitänleutnant Hans Rose den Passagieren und der Crew der BLOMMERSDIJK und der STEPHANO genügend Zeit um die Schiffe zu verlassen. Die BLOMMERSDIJK wurde dann mit zwei Torpedos versenkt. Danach bewegte sich SM U-53 auf die STEPHANO zu um den Passagierdampfer zu versenken. Um freie Bahn für die Torpedos zu gewährleisten, ließ Kapitänleutnant Hans Rose der USS McDOUGAL und der USS BENHAM ( DD-49 ) signalisieren, dass die beiden amerikanischen Zerstörer sich entfernen sollten. Lieutenant Commander Arthur Philip Fairfield ( 29. Oktober 1877 in Saco, Maine – 14. Dezember 1946 in Bethesda, Maryland ), Kommaneur der USS McDOUGAL, und Lieutenant Commander Jesse Bishop Gay, Kommandant der USS BENHAM, kamen dieser Aufforderung auch umgehend nach. Die Versenkung der STEPHANO, die SM U-53 mit der Bordkanone vornahm, beobachten die Schiffsbesatzungen von sechs amerikanischen Zerstörern. Insgesamt 226 Überlebende konnten von den fünf versenkten Schiffen gerettet werden. Ende Oktober lief die USS WINSLOW in die New York Navy Yard ein und unterzog sich dort einer Überholung. Diese dauerte bis Ende des Jahres 1916. Im Januar 1917 fuhr der Zerstörer nach Verlassen der Werft nach Süden und beteiligte sich wieder in kubanischen Gewässern an mehreren Manövern zusammen mit vielen Schiffen der Atlantikflotte. Im Februar verließ der Zerstörer die Karibik und fuhr nach Norden und lief in die Chesapeake Bay ein. Das Kriegsschiff ankerte zusammen mit anderen Schiffen der Atlantikflotte im York River, in der Nähe von Yorktown, Virginia. Hier begann der Zerstörer mit Neutralitätspatrouillen und bewachte die Flussmündung, als sich die amerikanischen Beziehungen zum Kaiserreich Deutschland verschlechterten, da man dort zum uneingeschränkten U-Boot Krieg zurückkehrte. Am 6. April 1917 erklärten die USA dem Kaiserreich Deutschland den Krieg. Nur wenigen Tagespäter verließ die USS WINSLOW ihren Ankerplatz und in die New York Navy Yard in Brooklyn, New York und wurde auf den kommenden Einsatz in Europa vorbereitet. Am 5. Mai verließ die USS WINSLOW diese Werft und fuhr nach Boston, Massachusetts. Hier integrierte man das Kriegsschiff in eine Gruppe von Zerstörern. Zusammen mit der USS TUCKER ( DD-57 ), USS ROWAN ( DD-64 ), USS JACOB JONES ( DD-61 ), USS ERICSSON ( DD-56 ) und USS CASSIN ( DD-43 ) verließ die USS WINSLOW zwei Tage später Boston und fuhr nach Queenstown, Irland. Das war das zweite Kontingent amerikanischer Zerstörer, die nach Europa fuhren. In Queenstown legten die Schiffe am 17. Mai an. Von diesem Hafen aus patrouillierten die Kriegsschiffe schon ab dem folgenden Tag an den südlichen Zugängen der Irischen See. Neben diesen Patrouillenfahrten entlang der irischen Küste eskortierte die USS WINSLOW mehrere Konvois von Handelsschiffen und Truppentransporter zwischen den britischen und französischen Häfen im Atlantik, suchte nach deutschen U-Booten und führte Rettungsaktionen für Überlebende versenkter Schiffe durch. Die USS WINSLOW operierte so fast ein Jahr lang von Queenstown aus. Kurz nach Mitternacht des 11. Juni erspähte man von dem Zerstörer aus das erste feindliche U-Boot und begann mit dem Angriff. Doch das deutsche U-Boot tauchte unter und von dem Zerstörer wurde mehrere Wasserbomben über Bord geworfen. Man konnte allerdings keine direkten Beweise für den Erfolg des Angriffs vorweisen. Daher nahm die USS WINSLOW ihren Patrouillendienst wieder auf. Am 30. Juli eilte der Zerstörer den Überlebenden des britischen Frachtschiffes SS WHITEHALL ( 3.158 BRT ) zu Hilfe. Der Kapitän des Schiffes und 12 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Am vorherigen Tag hatte das deutsche U-Boot SM U-95, Kommandant Kapitänleutnant Athalwin Prinz ( 8. Juli 1883 in Badenhausen – 19. Januar 1918 im Westausgang des britischen Kanals ), das britische Frachtschiff rund 270 Seemeilen nordwestlich des Fastner Rock versenkt, wobei ein Besatzungsmitglied des Frachtschiffes ums Leben kam. Die Überlebenden wurden sicher nach Queenstown gebracht. Die Mannschaft der USS WINSLOW machte am 16. August ein deutsches U-Boot vor Queenstown aus. Dieses kämpfte gegen schwere See an und ging unter ohne das der Zerstörer eingreifen musste. Sechs Wochen später eilte der Zerstörer dem unbewaffneten amerikanischen Segelschiff HENRY LIPPITT ( 895 BRT ) zu Hilfe das von den deutschen U-Boot SM U-60, Kommandant Kapitänleutnant Karl Georg Schuster ( 19. August 1886 in Uelzen – 16. Juni 1973 in Kitzeberg ), rund 200 Seemeilen westlich von Brest, Frankreich beschossen wurde. Als das amerikanische Kriegsschiff das Segelschiff bei Finistère erreicht hatte stand dieses schon in Flammen und das U-Boot war abgetaucht. Lieutenant Commander Francis Warren Rockwell ( 2. Juli 1886 in South Woodstock, Connecticut – 2. Januar 1979 auf Saint Simon Island, Glynn County, Georgia ), Kommandant der USS WINSLOW, ließ mehrere Wasserbomben auf das sich bewegende Kielwasser des feindlichen U-Bootes werfen. Doch gleich darauf brach er den Angriff ab, um der Besatzung des Schoners zu helfen die vollzählig gerettet werden konnte. Allerdings sank die HENRY LIPPITT. SM U-60 konnte unbeschadet entkommen. Während der letzten Einsatztage, die die USS WINSLOW von Queenstown aus führte, griff der Zerstörer noch zwei weitere deutsche U-Boote an. Das erste feindliche U-Boot wurde am 11. Oktober angegriffen und das zweite am 3. Januar 1918. In beiden Fällen entstanden an der Wasseroberfläche große Ölteppiche die von den beschädigten U-Booten her stammten. Aber in keinem der beiden Fälle erhielt man auf der USS WINSLOW die sichtbare Bestätigung eines Untergangs. Während des Angriffs am 3. Januar stieg nach der Explosion einer der Wasserbomben eine große Menge dunkler Flüssigkeit in die Luft. Wahrscheinlich war das Heizöl. Unglücklicherweise kann man wegen fehlender Beweise nicht davon ausgehen, dass das U-Boot gesunken ist und welche Kennung es hatte. Im April 1918 versetzte man die US WINSLOW an die französische Atlantikküste versetzt. Von Brest aus operierte der Zerstörer. In den letzten Monaten des Ersten Weltkrieges eskortierte das Kriegsschiff amerikanische Truppentransporter in französische Häfen. Am 8. August kam die USS WINSLOW dem amerikanischen Frachtschiff WESTWARD HO ( 5.814 BRT ) zu Hilfe das von dem feindlichen U-Boot SM U-62, Kommandant Kapitänleutnant Ernst Hashagen ( 24. August 1885 – 12. Juni 1947 ), in der Biskaya torpediert worden war. Das amerikanische Frachtschiff wurde dabei stark beschädigt, konnte aber in den französischen Hafen Brest aus eigener Kraft einlaufen. SM U-62 konnte unbeschadet entkommen. Anfang September war dann die USS WINSLOW einer von sechs Zerstörern, der die amerikanischen Truppentransporter USS AGAMEMNON und USS MOUNT VERNON ( ID-4508) begleitete. Am Morgen des 5. September, etwa 250 Seemeilen westlich von Brest, torpedierte das deutsche U-Boot SM U-82, Kommandant Kapitänleutnant Heinrich Middendorf ( 14. Mai 1884 – ? ) die USS MOUNT VERNON ( 18.372 BRT ). Der Torpedo schlug Mittschiffs in Steuerbord ein und zerschlug die Hälfte der Kesselanlage. 37 Besatzungsmitglieder, der 1.450 Armeeangehörige und Mannschaftsmitglieder, fanden dabei den Tod. Die USS WINSLOW, USS CONNER ( DD-72 ), USS NICHOLSON ( DD-52 ) und USS WAINWRIGHT ( DD-62 ) eilten dem Truppentransporter augenblicklich zu Hilfe und warfen mehrere Wasserbomben ab. Doch jegliche Bemühung den Feind zur Strecke zu bringen schlugen fehl. Die USS MOUNT VERNON kehrte nach Brest zurück, wo schnellstmögliche Reparaturen erfolgten. Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes durch Deutschland am 11. November, damit endeten sämtliche Kämpfe des Ersten Weltkrieges, patrouillierte die USS WINSLOW noch in den französischen Gewässern. Wenige Tage später, am 13. Dezember, gehörte der Zerstörer zu einer Schiffseskorte, in der sich zehn Schlachtschiffe und achtundzwanzig Zerstörer befanden, um den Truppentransporter USS GEORGE WASHINGTON ( ID-3018 ) nach Brest zu eskortieren und so die Stärke der amerikanischen Seestreitkräfte zu demonstrieren. An Bord des Truppentransporters befand sich US Präsident Thomas Woodrow Wilson ( 28. Dezember 1856 in Staunton, Virginia – 3. Februar 1924 in Washington DC ), der zu den Pariser Friedensgesprächen eingeladen worden war. Nach der Ankunft in Brest ging Wilson von Bord des Truppentransporters und begann eine Begutachtung der amerikanischen Kriegsschiffe. Die USS WINSLOW verließ am 28. Dezember die französische Küste und fuhr nach Westen in Richtung Heimat. Dort legte der Zerstörer am 12. Januar 1919 an. Das Kriegsschiff begann nun wieder seinen ganz normalen Friedensdienst innerhalb der Atlantikflotte. Nach einer umfangreichen Überholung stach der Zerstörer wieder in See. Das Kriegsschiff nahm nun erneut seinen Dienst entlang der US Ostküste auf und leistete im Mai einen wichtigen Teil zur umfassenden Unterstützung auf See, als US Navy Wasserflugzeuge vom Typ Curtiss NC die erste historische Luftüberquerung des Atlantiks durchführten. Diese Atlantiküberquerung erfolgte ab dem 8. Mai 1919 und begann von der Naval Air Station Rockaway, New York mit den Zwischenstopps auf der Chatham Naval Air Station, Massachusetts und Halifax, Nova Scotia zur Trepassey Bay, Neufundland. Auf dieser Strecke waren neben der USS WINSLOW, USS ERICSSON, USS CASSIN, USS WADSWORTH ( DD-60 ), USS McDOUGAL ( DD-54 ) und drei weitere Zerstörer zur Sicherung zwischen den USA und Kanada als Navigationsschiffe stationiert. Von der Trepassey Bay ging es dann nach Ponta Delgada, Azoren. Hier waren zweiundzwanzig Zerstörer wie auf einer Perlenkette als Navigationsschiffe aufgereiht. Von den Azoren aus flog nur noch das Curtiss NC-4 Flugboot nach Lissabon, Portugal. Hier waren dreizehn Zerstörer für die Navigation stationiert. Die beiden anderen Curtiss Flugboote NC-1 und NC-3 mussten vor den Azoren notgewassert werden und gingen unter. Nach Lissabon flog die NC-4 erst nach Ferrol, Spanien und von dort aus nach Plymouth, England. Auf dieser Strecke waren weitere zehn Zerstörer zur Navigation stationiert. Insgesamt 53 Schiffe setzte die US Navy für diese Atlantiküberquerung ein. Danach beteiligte sich die USS WINSLOW bis zum 10. Dezember 1919 wieder an den normalen Operationen entlang der US Ostküste und an den jährlichen Wintermanövern in den kubanischen Gewässern. Am 10. Dezember lief der Zerstörer in der Philadelphia Naval Shipyard in Philadelphia, Pennsylvania ein und wurde hier in die Inaktivität versetzt. Im Juli 1920 erhielt das Kriegsschiff die in der US Navy neueingeführte Kennung DD-53 nach dem alphanumerischen Klassifikationssystem. Man reaktivierte die USS WINSLOW von Juni 1921 bis März 1922 ohne das das Schiff sich an Manövern entlang der US Ostküste beteiligte. Den Zerstörer stellte man in Philadelphia am 5. Juni 1922 außer Dienst. Da man den Namen USS WINSLOW am 1. Juli 1933 im Marineministerium dem neuen Zerstörer mit der Kennung DD-359 aus der PORTER – Klasse zugesprochen hatte, entzog man dem alten Zerstörer am 1. November 1933 den Namen WINSLOW und beließ ihm die Kennung DD-53 für Unterscheidungsmöglichkeiten. Am 7. Januar 1936 strich man dann auch den Rest des Schiffsnamens aus der US Navy – Liste. Den Schiffskörper verkaufte man am 30. Juni 1936 zum verschrotten.


USS WINSLOW ( DD-53 )
Commanding Officer

LCDR Neil Ernest Nichols        7. August 1915 – 4. April 1917
LCDR Francis Warren Rockwell         4. April 1917 – 11. Januar 1919 (erreichter Rang VADM)
LCDR Frank Charles Martin       11. Januar 1919 – 20. November 1920
LT Volney Oral Clark         20. November 1920 – 5. April 1922
ENS William John Dinneen        9. April 1922 – 5. Mai 1922

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.