USS ENGLAND ( DE-635 )

USS ENGLAND ( DE-635 )

Biografie

Ensign John Charles England
* 11. Dezember 1920 in Harris, Misouri
† 7. Dezember 1941 in Pearl Harbor, Hawaii
war ein Offizier in der US Navy

Seine Familie zog kurz nach seiner Geburt nach Alhambra, Kalifornien. Dort besuchte er die Alhambra high School ebenso wie seine Schwester Lennie. John Charles England war zum Präsidenten der Abschlussklasse 1938 gewählt worden, war ein Mitglied der Theatergruppe „Light and Shadow Drama Club“ und der Senior Klassensprecher. Später besuchte er das Pasadena City College in Pasadena, Kalifornien das er im Frühjahr 1940 abschloss. In dieser Zeit dort war er ein Mitglied der Theatergruppe „Delta Psi Omega“ wo in jedem Frühjahr durch diese ehrenamtliche Bruderschaft ein Theaterstück aufgeführt wurde. Am 6. September 1940 trat England in Los Angeles, Kalifornien in die United States Naval Reserve ein wo er im Rang eines Matrosen eine Ausbildung erhielt. Nach dieser aktiven Dienstausbildung versetzte man ihn am 25. November an Bord des Schlachtschiffes USS NEW YORK
( BB-34 ) wo er bis zum 21. Dezember 1940 blieb. Danach besuchte er die Naval Reserve Midshipman´s School in New York. Dort beförderte man ihn am 6. März 1941 zum Midshipman. Nach seiner bestandenen Ausbildung am 5. Juni 1941, ernannte man ihn einen Tag später zum Ensign der Reserve. Man teilte ihm danach laut Instruktion die Aufgabe zu, eine Ausbildung als Funker auf der Naval Radio School in Norton Heights, Connecticut zu durchlaufen und diese am 20. Juni abzuschließen. Am 3. September 1941 begab er sich an Bord des Schlachtschiffes USS OKLAHOMA ( BB-37 ) das das Ziel Pearl Harbor hatte. Noch bevor er sich an Bord des Schlachtschiffes begeben hatte, heiratete er seine Frau die kurz danach ihre erst Tochter zur Welt brachte. Im Dezember erwartete er gespannt auf die Ankunft seiner Frau und seiner drei Wochen alten Tochter Victoria Louise England. Am Morgen des 7. Dezember 1941 saß England für einen Freund im Funkraum des Schlachtschiffes damit er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen könnte wenn diese in Pearl Harbor eintraf. Doch an diesem Morgen griffen die Japaner den Marinestützpunkt von Pearl Harbor ohne Vorwarnung an. Eine der ersten Ziele war die USS OKLAHOMA. Drei Torpedotreffer erhielt gleich zu Anfang das Schiff sowie Bombentreffer. Da begann das Schlachtschiff zu kentern und zwei weitere Torpedos trafen es Mittschiffs. Die Männer, die das Schiff in Panischer Angst verlassen wollten wurden zudem noch von den japanischen Piloten beschossen. Zwanzig Minuten nach dem Beginn des Angriffs drehte sich das Schlachtschiff über die Steuerbordseite mit dem Kiel nach oben. Ensign England überlebte den ersten Angriff und entkam auf die Oberseite des gekenterten Schiffes. Dort sah er, dass seine Kameraden aus dem Funkraum sich noch nicht retten konnten. Er ließ sich wieder ins Wasser gleiten und tauchte zum Funkraum herab woraus er insgesamt drei Männer retten konnte, die er immer einzeln an die Wasseroberfläche brachte. Nachdem er zum vierten Male abtauchte um den letzten Kameraden aus dem Funkraum zu retten, tauchte Ensign England nicht mehr auf. Er war einer der zwanzig Offiziere und 395 Mannschaftsmitglieder die an Bord der USS OKLAHOMA ihr Leben gelassen haben.
Seine Familie erhielt am 16. Dezember 1941 ein postalisches Telegramm von Rear Admiral Chester William Nimitz ( 24. Februar 1885 – 20. Februar 1966 ) worin der Tod von Ensign England mitgeteilt wurde.

Zwei Schiffe wurden zu Ehren von Ensign John Charles England bei der US Navy benannt.
Das erste Schiff war der Geleitzerstörer USS ENGLAND ( DE-635 ) aus der BUCKLEY – Klasse.
Das zweite Schiff war die Fregatte mit Lenkwaffen USS ENGLAND mit der Kennung DLG-22 aus der LEAHY – Klasse.


USS ENGLAND ( DE-635 )

Schiffsbiografie

Die USS ENGLAND ( DE-635 ) ist das erste Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Ensign John Charles England benannt worden ist.
Der Geleitzerstörer ist das siebzigste Schiff aus der BUCKLEY – Klasse.
Auf der Bethlehem Shipbuilding Corporation in San Francisco, Kalifornien wurde am 4. April 1943 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Thelma England ( 1899 – 1997 ), Frau von Harry B. England ( 1896 – 1977 ) und Mutter von Ensign John Charles England, taufte am 26. September 1943 den Geleitzerstörer vor dessen Stapellauf. Commander Walton Barclay Pendleton ( 24. November 1897 in Globe, Arizona – 9. Dezember 1972 in Berkeley, Kalifornien ) stellte am 10. Dezember das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Die Erprobungs- und Ausbildungsfahrt der USS ENGLAND begann am 1. Januar 1944 und führte den Geleitzerstörer bis zum 14. Februar zwischen San Francisco und San Diego, Kalifornien hin und her. An diesem 14. Februar legte das Kriegsschiff in San Francisco ab und fuhr zu dem amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor, Territorium Hawaii. In diesem Hafen legte der Geleitzerstörer sechs Tage später an. Hier bunkerte man frischen Treibstoff, Munition und Proviant. Schon am folgenden Tag legte die USS ENGLAND in Pearl Harbor wieder ab und fuhr zum Atoll Funafuti, Ellice Islands. Dieses Atoll erreichte der Geleitzerstörer am 28. Februar. Zwei Tage später verließ das Kriegsschiff wieder das Atoll und fuhr nach Port Purvis, Halbinsel Tulagi, Florida Island, Ostsalomonen. Für diese Fahrt benötigte das Kriegsschiff drei Tage. Hier in Port Purvis lagen zwei Handelsschiffe, die nach Espiritu Santo, New Hebrides eskortiert werden mussten. Dazu legten die drei Schiffe am 7. März ab und erreichten fünf Tage später ohne Vorkommnisse diese Insel. Die USS ENGLAND pendelte nun zwischen Espiritu Santo und Port Purvis und eskortierte Transportschiffe. Am 18. März legte der Geleitzerstörer in Espiritu Santo wieder ab und fuhr nordwärts nach Tulagi. Im Port Purvis legte das Kriegsschiff zwei Tage später an. Hier wartete der Angriffstruppentransporter USS CRESCENT CITY ( APA-21 ) und sollte nach Noumea, Neukaledonien eskortiert werden. Beide Schiffe legten am 24. März in Port Purvis ab du erreichten drei Tage später Noumea. Hier warteten schon sechs Angriffstruppentransportschiffe auf ihre Eskorte nach Guadalcanal, Ostsalomonen. Im Morgengrauen des 3. April verließ der Schiffskonvoi Noumea und erreichte zwei Tage später Guadalcanal. Nach zwei weiteren Tagen verließ die USS ENGLAND wieder Guadalcanal und fuhr nach Espiritu Santo. Diese Insel erreichte der Geleitzerstörer am 9. April. Hier wartete ebenfalls schon mehrere Schiffe auf die Überfahrt nach Guadalcanal. Schon am 10. April verließen die Schiffe die Insel und erreichten am 12. April Guadalcanal. Noch am selben Tag verließ das Kriegsschiff den Zielhafen und fuhr nach Espiritu Santo zurück, um die restliche Schiffsgruppe nach Guadalcanal zu eskortieren. Mit der zweiten Gruppe erreichte der Geleitzerstörer am 20. April Guadalcanal. In Port Purvis lagen mittlerweile zwei Geleitflugzeugträger. Die USS ENGLAND verließ mit den beiden Trägern am 21. April die Halbinsel Tulagi und eskortierte sie zum Seeadler Harbour, Manus Island, Admiralitätsinsel. In diesem Hafen legten die Schiffe am 25. April an und bunkerten frischen Treibstoff. Drei Tage später legten die drei Schiffe im Seeadler Harbour wieder ab und fuhren über das Atoll Truk, Karolinen zum Atoll Majuro, Marshall Islands. Diesen Zielhafen erreichten die Schiffe am 3. Mai. Schon am folgenden Tag legte die USS ENGLAND von dem Atoll wieder ab und fuhr direkt nach Guadalcanal. Von dort aus hatte sich ein Munitionsschiff nach Majuro auf den Weg gemacht. Unterwegs trafen die beiden Schiffe aufeinander und der Geleitzerstörer eskortierte den Munitionstransporter sicher bis zum Atoll Majuro. Beide Schiffe legten am 7. Mai dort an. Nach dem bunkern von frischem Treibstoff, verließ der Geleitzerstörer wieder das Atoll und fuhr nach Port Purvis. In diesem Hafen lief das Kriegsschiff am 11. Mai ein und die Schiffsbesatzung erhielt eine Ruhepause. Der militärische Geheimdienst der Pazifikflotte konnte eine Nachricht des japanischen U-Bootes IJN I-16, Kommandant Kommander Yoshitaka Takeuchi, vom 13. Mai entschlüsseln. Darin heißt es, dass für japanische Truppen in Buin an der Südspitze der Insel Bougainville, Westsalomonen eine geplante Lieferung von Reis gebracht werden soll. Sofort alarmiert man die Besatzung der USS ENGLAND und gliedert den Geleitzerstörer in die Task Group 30.4. ein. Diese Patrouillen- und U-Boot Jagdgruppe wurde von Captain William Vincent Saunders kommandiert wurde. In der TG befand sich der Geleitflugzeugträger USS HOGGATT BAY ( CVE-75 ), die Zerstörer USS HAZELWOOD ( DD-531 ), USS HEERMANN ( DD-532 ), USS McCORD ( DD-534 ) und USS HOEL ( DD-533 ) und die Geleitzerstörer USS ENGLAND, USS GEORGE ( DE-697 ), USS RABY ( DE-698 ) und USS SPANGLER ( DE-696 ). Die beiden Geleitzerstörer USS GEORGE und USS RABY erreichten am 16. Mai Port Purvis und schlossen sich mit der USS ENGLAND zusammen. Die anderen Kriegsschiffe der TG verließen erst am 22. Mai das Atoll Majuro. Gleich nach dem bunkern von frischem Treibstoff legten die drei Kriegsschiffe in Port Purvis ab. Ihre Aufgabe bestand darin das feindliche U-Boote IJN I-16 aufzuspüren und zu vernichten. Schon am frühen Nachmittag des 18. Mai stießen sie auf das japanische U-Boot IJN I-16, dessen Position durch ein amerikanisches Patrouillenflugzeug angezeigt worden war. Die Geleitzerstörer erfassten das feindliche Schiff mit dem Sonar und es begann um 13:41 Uhr der erste Hedgehog Angriff, der ein Misserfolg war. Ein zweiter Hedgehog Angriff erzielte einen Treffer in einer Tiefe von 40 Metern. Ein dritter Hedgehog Angriff um 14:10 Uhr verpasste die Tiefe, da Commander Walton Barclay Pendleton annahm, dass das U-Boot auf eine Tiefe von 61 Metern sich hat sinken lassen. Doch das U-Boot war da schon in einer Tiefe von 99 Metern. Nach diesem Angriff konnte man die genaue Distanz auf dem Echolot sehen. Das japanische U-Boot konnte anschließend noch einen vierten Hedgehog Angriff überstehen. Doch um 14:33 Uhr erfolgte der fünfte Hedgehog Angriff von der USS ENGLAND. Der Akustikman konnte vier bis sechs Detonationen in der Tiefe hören. Gleich darauf gab es eine gewaltige Unterwasserexplosion auf der Position 05° 10’ Süd 158° 31 Ost, die die USS ENGLAND hob und die Besatzung von den Füßen riss. Erst zwanzig Minuten nach dieser Explosion tauchen fetzen von Kork, Deckplatten, Schränke und andere Gegenstände auf der Wasseroberfläche auf. Mittlerweile hatte man in Honolulu im amerikanischen Hauptquartier der US Navy im Pazifik einen Funkspruch abgefangen, in dem eine neue U-Boot Verteidigungslinie zwischen dem Atoll Truk und den Admiralitätsinseln eingerichtet werden sollte. Diese U-Boote hatten die Aufgabe rechtzeitig vor einer amerikanischen Invasionsflotte zu warnen, die in Richtung Palau Inseln unterwegs war und diese auch angreifen. Man setzte nun die drei Geleitzerstörer an, diese U-Boot Verteidigungslinie ausfindig zu machen und wenn möglich zu versenken. In dieser japanischen Verteidigungslinie befanden sich die U-Kreuzer IJN I-44 und IJN I-53 und die U-Boote IJN RO-106, IJN RO-104, IJN RO-105, IJN RO-116, IJN RO-109, IJN RO-112, IJN RO-108, IJN RO-113, IJN RO-117 und IJN RO-111. Am 22. Mai um 3:51 Uhr erfasst man auf der USS GEORGE nördlich der Admiralitätsinseln einen Radarkontakt. Kurz darauf erhält man auf der USS ENGLAND einen Radarkontakt von einem aufgetauchten U-Boot. Es entbrennt ein erbitterter Kampf zwischen den amerikanischen Geleitzerstörern und dem japanischen U-Boot IJN RO-106, Kommandant Lieutenant Uda. Auf der USS GEORGE werden die Suchscheinwerfer eingeschaltet und man kann die Umrisse eines feindlichen U-Bootes in rund zwei Seemeilen Entfernung erkennen. Sofort erfolgt auf IJN RO-106 das Alarmtauchen. Um 4:15 Uhr erhält die USS GEORGE einen Sonarkontakt und greift mit einer Salve Hedgehogs an. Das radikal manövrierende U-Boot kann aber diesen Bomben entkommen. Die USS ENGLAND erhält um 4:25 Uhr ebenfalls einen Sonarkontakt. Um 4:44 Uhr greift Commander Walton Barclay Pendleton an und lässt eine Salve Hedgehogs abwerfen. Diese verfehlen aber ihr Ziel. Sofort wendet der Geleitzerstörer und fährt auf seine alte Position zurück. Um 5:01 Uhr wirft die USS ENGLAND eine weitere Salve Hedgehogs über Bord. Anschließend hörte man mindestens drei Unterwasserexplosionen auf der Position 01° 40’ Nord 150° 31’ Ost. Das U-Boot versank mit allen 49 Besatzungsmitgliedern. Schon am folgenden Tag erfasst USS RABY um 6:04 Uhr per Radar das japanische U-Boot IJN RO-104, Kommandant Lieutenant Izubuchi, welches sich rund 250 Seemeilen nordnordwestlich von Kavieng, New Irland, Neuguinea befand. Dieses kann durch den Radar Detektor die Emissionen aufnehmen, die Geschwindigkeit erhöhen und um 6:10 Uhr sofort tauchen. Die USS RABY erhält durch ihr Sonar neun Minuten später einen stichhaltigen Kontakt und greift mit vier aufeinanderfolgenden Salven Hedgehogs an. Das japanische U-Boot manövriert allerdings radikal und erzeugt damit auf dem Sonar für „Fish Tailing“. Für die USS RABY war damit der Kontakt zum U-Boot verloren. Jetzt erhält aber die USS GEORGE einen Sonarkontakt und greift an. Doch bis 8:10 Uhr unternimmt der Geleitzerstörer fünf Angriffe und verfehlt jedes Mal. Jetzt bilden alle drei Geleitzerstörer einen Ring um von dem feindlichen U-Boot wieder einen Kontakt zu erhalten. Erst um 8:19 Uhr feuert USS ENGLAND zwei volle Ladungen mit insgesamt 48 Hedgehogs ab. Nach der zweiten Salve hörte man um 8:34 Uhr eine gewaltige Unterwasserexplosion. IJN RO-104 sinkt bei 01° 26’ Nord 149° 20’ Ost. Alle 58 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. So wurde am 24. Mai, rund 225 Seemeilen nordnordwestlich von Kavieng, gegen 1:20 Uhr durch die USS GEORGE ein Radarkontakt aus einer Entfernung von über acht Seemeilen aufgefangen. Aber acht Minuten später war der Radarkontakt verschwunden. Eine halbe Stunde später war das japanische U-Boot IJN RO-116, Kommandant Lieutenant Commander Okabe Takeshi, in Reichweite der USS ENGLAND. Der Geleitzerstörer erfasst das U-Boot mit seinem Sonar und lässt zwei mögliche Abwürfe von Hedgehogs ungenutzt. Erst bei der dritten Möglichkeit werden 24 abgeworfen. Davon trafen mindestens drei Stück das U-Boot auf der Position 00° 53’ Nord 149° 14’ Ost und zerstörten es. Alle 56 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Am 26. Mai trafen dann der Geleitflugzeugträger und die ihn eskortierenden Zerstörer in dem Operationsgebiet ein. Um 23:03 Uhr erhält USS RABY rund 110 Seemeilen nordöstlich von Seeadler Harbour, Manus Island, Admiralitätsinseln einen Radarkontakt aus einer Entfernung von rund 7,5 Seemeilen. Auch die USS ENGLAND erhielt diesen Radarkontakt. Um 23:14 Uhr wird das auf dem Wasser schwimmende U-Boot IJN RO-108 in 4.100 Metern Entfernung sichtbar. Dessen Kommandant hatte die sich anschleichenden amerikanischen Geleitzerstörer ebenfalls bemerkt und lässt das U-Boot Tauchen. Die von der USS RABY abgefeuerte Salve Hedgehogs blieb ohne Wirkung. Um 23:23 Uhr feuerte die USS ENGLAND eine Salve von 24 Hedgehogs ab. Elf Sekunden später gab es zwischen 4 bis 6 Unterwasserexplosionen, gefolgt von mehreren kleinen Unterwasserexplosionen und Rumpelgeräuschen. Am folgenden Morgen wurden mehrere Fragmente des U-Bootes geborgen. Es wurde auf der Position 00° 32’ Süd 149° 56’ Ost mit allen 53 Besatzungsmitgliedern zerstört. Die Geleitzerstörer fuhren am 27. Mai zum Bunkern von frischem Proviant, Hedgehogs und Treibstoff zum Seeadler Harbour und kehrten erst am folgenden Tag zurück. Die USS HAGGARD BAY und die sie begleitenden Zerstörer blieben in den Gewässern und suchten nach weiteren feindlichen U-Booten. Am 30. Mai um 01:44 Uhr machte man auf der USS HAZELWOOD einen Radarkontakt in siebeneinhalb Seemeilen Entfernung aus, der von einem feindlichen U-Boot stammte. Um 01:53 Uhr konnte man dieses U-Boot sichten, jedoch IJN RO-105 tauchte sofort ab. Auf dem Zerstörer erhielt man kurz darauf einen Sonarkontakt und begann mit Wasserbomben das feindliche U-Boot zu jagen. Gegen 4:35 Uhr stießen die Geleitzerstörer USS RABY und USS GEORGE dazu und begannen mit ihren Hedgehogs Angriffen. Aus den Impulsen der dann erfolgten Explosionen nahm man an, dass durch die USS GEORGE drei Treffer an dem feindlichen Boot erzielt worden waren. Aber das radikal manövrierende U-Boot war noch immer nicht vernichtet. Um 5:00 Uhr des 31. Mai traf die USS ENGLAND und die USS SPANGLER in dem Seegebiet ein. Die USS SPANGLER feuerte eine Salve Hedgehogs ab, doch diese zeigten keine Wirkung. Um 7:29 Uhr feuerte die USS ENGLAND eine Salve von 24 Hedgehogs ab. Eine gewaltige Unterwasserexplosion zerriss IJN RO-105 auf der Position 00° 47’ Nord 149° 56’ Ost. Das war das sechste feindliche U-Boot innerhalb von dreizehn Tagen das der USS ENGLAND zum Opfer fiel. Die Schiffe der TG 30.4 patrouillierten nun noch bis zum 4. Juni in dem Seegebiet und fuhren dann zum Seeadler Harbour um die Bunker wieder aufzufüllen. Bis zum 19. Juni blieb der Geleitflugzeugträger und die Zerstörer in dem Seegebiet nördlich der Admiralitätsinseln, aber es wurden keine weiteren feindlichen U-Boote aufgespürt. Die USS ENGLAND konnte nun wieder ihre Eskortierarbeit aufnehmen und verließ am 13. Juni die Gewässer. Ziel war Port Purvis. In diesem Hafen legte der Geleitzerstörer am folgenden Tag an. Hier blieb das Kriegsschiff bis zum 29. Juni liegen. Die Schiffsbesatzung konnte sich von den anstrengenden Tagen erholen und kleine Reparaturen an dem Schiff vornehmen. An diesem 29. Juni verließ die USS ENGLAND wieder Port Purvis und fuhr nach Treasury Island. Für diese Fahrt benötigte der Geleitzerstörer einen Tag. Am Morgen des 1. Juli ging diese weiter. Das Kriegsschiff verließ die Insel und fuhr nach New Hanover, Neuguinea und von dort aus zum nördlich gelegenen Emirau Island, Neuguinea. Hier wartete man auf neue Befehle. Diese erreichten das Kriegsschiff am 29. Juli. Noch in der Nacht vom 29. zum 30. Juli verließ die USS ENGLAND Emirau Island und fuhr zum Atoll Majuro. Dieses erreichte der Geleitzerstörer in der Nacht zum 1. August. Da man sich allerdings nicht so gut in diesen Gewässern des Atolls auskannte, lief das Kriegsschiff auf Grund. Selbständig konnte es sich befreien, aber in dem unter Wasser liegenden Schiffskörper waren mehrere Lecks geschlagen worden. Noch am 1. August verließ die USS ENGLAND wieder das Atoll Majuro und fuhr zum Seeadler Harbour für erste Reparaturarbeiten. Diesen Hafen erreichte das Kriegsschiff zwei Tage später und die erste Arbeiten konnten verrichtet werden. Am 6. August verließ der Geleitzerstörer wieder den Seeadler Harbour und fuhr weiter nach Süden, in die Milne Bay an der Südspitze von Neuguinea. In den dortigen Hafen lief das Kriegsschiff am 8. August ein. Hier begannen sofort die eigentlichen Reparaturarbeiten, die bis zum 24. September andauerten. An diesem Tag verließ die USS ENGLAND die Milne Bay und fuhr nach Sydney, Australien. In das dort Vorgelagerte Trockendock bugsierte man den Geleitzerstörer am 29. September. Hier wurden die Restarbeiten an dem Schiffskörper vorgenommen. Diese waren am 10. Oktober abgeschlossen und die USS ENGLAND verließ an diesem Tag zusammen mit dem Geleitzerstörer USS FOREMAN ( DE-633 ) auch gleich wieder Sydney. Beide Geleitzerstörer erreichten fünf Tage später Mono Island, die Treasury Islands, Salomonen. Hier wartete ein Schiffskonvoi um nach Hollandia, Neuguinea eskortiert zu werden. Gleich nach dem bunkern von frischem Treibstoff legten beide Kriegsschiffe wieder ab und sicherten den Schiffskonvoi auf der Fahrt nach Hollandia. Diese Halbinsel vor Jayapura erreichten die Schiffe schon drei Tage später. Bis zum 26. Oktober verblieben die beiden Geleitzerstörer in dem Hafen und eskortierten ab diesem Tag zwei Lazarettschiffe zur philippinischen Insel Leyte. Sie erreichten in der Nacht zum 30. Oktober die San Pedro Bay, Leyte und trennten sich hier. Die USS ENGLAND begann nun bis zum 2. Dezember zwei Kreuzfahrten zwischen Hollandia und Leyte und war dabei auf der Suche nach feindlichen U-Booten. Zwischendurch eskortierte der Geleitzerstörer vom 1. bis zum 4. November einen Schiffskonvoi und vom 7. bis zum 18. November mehrere Flottentanker in die San Pedro Bay. Am 2. Dezember wechselte das Kriegsschiff dann zum Seeadler Harbor und eskortierte in den Gewässern der Admiralitätsinseln bis zum 2. Januar 1945 mehrere Schiffe. Ab dem 2. Januar eskortierte die USS ENGLAND zwischen dem Seeadler Harbour und dem Atoll Ulithi, Karolinen, dem Hauptstützpunkt der Truppentransporter und später der Hauptstützpunkt für die Angriffe auf Iwo Jima und Okinawa, mehrere Schiffskonvois hin und her. Außer im Februar, da eskortierte der Geleitzerstörer einen Schiffskonvoi zu den Kossol Roads, Palau Islands und von dort aus zu den Philippinen. Anschließend nakm das Kriegsschiff seine Eskortierpflichten zwischen dem Seeadler Harbour und dem Atoll Ulithi wieder auf. Man versetzte die USS ENGLAND am 23. März in die Task Force 54, der Gunfire Support Group, die Rear Admiral Morton Lyndholm Deyo ( 1. Juli 1887 in Poughkeepsie, New York– 10. November 1973 auf Kittery Point, Maine ) während der Operation „Iceberg“ befehligte, nachdem der Geleitzerstörer das Atoll Ulithi erreicht hatte. Die Schiffe der TG 54 hatten bis zum 21. März für die kommenden Kämpfe um Okinawa östlich des Atolls Ulithi geübt. Innerhalb der Task Force 54 befand sich die USS ENGLAND in der Task Undergroup 54.1.6. In dieser TU befanden sich die Geleitzerstörer USS ENGLAND, USS FOREMAN, USS SAMUEL S MILES ( DE-183 ), USS WESSON ( DE-184 ), USS WHITEHURST ( DE-634 ), USS WITTER ( DE-636 ), USS BOWERS ( DE-637 ) und USS WILLMARTH ( DE-638 ). Noch am 23. März verließen diese Schiffe das Atoll Ulithi und fuhren nach Okinawa. Hier beteiligten sich die Geleitzerstörer an dem Bombardement japanischer Küstenstellungen. Die USS ENGLAND verließ aber schon nach wenigen Tagen Okinawa und fuhr zum Atoll Ulithi zurück. Hier warteten die beiden Leichten Kreuzer USS MOBILE ( CL-63 ) und USS OAKLAND ( CL-95 ). Die USS MOBILE sollte sich vor Okinawa in die Task Force 52 und die USS OAKLAND in die Task Group 58.4 eingliedern. Am 3. April befanden sich die drei Schiffe dann in den Gewässern vor Okinawa. Schon am 6. April verließ die USS ENGLAND wieder das Kampfgebiet und eskortierte die entleerten Truppentransporter von Okinawa nach Saipan, Nördliche Marianen. Dies dauerte bis zum 17. April. Ab diesem Tag übernahm der Geleitzerstörer nördlich der Kerama Retto Inseln dann seine Sicherungs- und Patrouillenstation ein. Während dieser Patrouillenfahrt gab es des öfteren Gefechtsalarm wegen herannahender feindlicher Flugzeuge. Am 27. April, da befand sich das Kriegsschiff 14 Seemeilen nordnordwestlich von Zampa-misaki, Okinawa, näherte sich so ein Kamikazepilot und wollte sich auf den Geleitzerstörer stürzen. Die Geschützmannschaften konnten noch rechtzeitig dieses Flugzeug abschießen, jedoch stürzte es in der Nähe des Schiffes ins Wasser und explodierte. Durch die entstandene Druckwelle gab es zwar keine Verluste auf der USS ENGLAND, aber einen erheblichen Schaden den man allerdings noch vor Ort reparieren konnte. Am 9. Mai befand sich der Geleitzerstörer rund 5 Seemeilen nordwestlich der Kerama Retto Inseln. Da wurde das Kriegsschiff von drei japanischen Sturzkampfbombern angegriffen. Das Flakabwehrfeuer der Geschützmannschaften setzte das erste Flugzeug in Brand. Doch deren Pilot konnte seine Maschine noch auf die Steuerbordseite direkt unter der Brücke der USS ENGLAND stürzen lassen. Dieser Pilot hatte seine Anweisungen, die Nervenzentrale eines Schiffes zu treffen und so viele Offiziere wie nur möglich zu töten, versucht eingehalten. Als dann noch die mitgeführte Bombe explodierte begann für die Mannschaft des Geleitzerstörers ein Wettlauf mit der Zeit. Alle entstandenen Feuer mussten so schnell wie möglich gelöscht werden um das Schiff zu retten. Währenddessen schossen die Geschützmannschaften die beiden anderen Kamikazepiloten noch rechtzeitig ab, so dass diese keinen Schaden anrichten konnten. Auf dem Geleitzerstörer wurden durch den Kamikazeangriff 37 Besatzungsmitglieder getötet oder wurden vermisst und 25 zum Teil schwer verwundet. Man schleppte die USS ENGLAND mit einem Hochseeschlepper zu den Trockendocks bei den Kerama Retto Inseln damit die ersten Reparaturen erfolgen konnten. Am 22. Mai verließ der Geleitzerstörer im Schlepptau des Schlachtschiffes USS COLORADO ( BB-45 ) die Inseln. Die Sicherung übernahm der Geleitzerstörer USS BEBAS ( DE-10 ). Das Ziel war die San Pedro Bay, Leyte, wo weitere Reparaturen erfolgen konnten. Diese waren bis zum 16. Juli abgeschlossen. Am 16. Juli verließ die USS ENGLAND aus eigener Kraft die philippinische Insel und fuhr über Pearl Harbor und San Diego an die US Westküste, durchquerte den Panamakanal und legte Ende August im Hafen der Philadelphia Naval Shipyard in Philadelphia, Pennsylvania an. In dieser Werft sollte die USS ENGLAND zu einem Schnellen Truppentransporter umgerüstet werden. Doch das Ende des Zweiten Weltkrieges ließ diese Arbeiten stoppen. Durch die umfangreich erlittenen Schäden während der Dienstzeit des Geleitzerstörers und der Überschuss an Schiffen dieser Art, beschloss man das Kriegsschiff nicht mehr zu reparieren. Man stellte daher am 15. Oktober 1945 den Geleitzerstörer außer Dienst. Den namen USS ENGLAND ( DE-635 ) strich man am 1. November 1945 von der US Navy – Liste. Nach dem Abbau sämtlicher kriegstechnischer Einrichtungen verkaufte man am 26. November 1946 den Schiffskörper an die Northern Metals Corporation in Philadelphia zum verschrotten. Die US Navy gab am 10. Dezember 1946 den Schiffskörper zur Verschrottung frei.


USS ENGLAND ( DE-635 )
Commanding Officer

CDR Walton Barclay Pendleton         10. Dezember 1943 – 30. August 1944
LCDR John Alexander Williamson         30. August 1944 – 15. September 1945
LT Augustus Dee Daily          15. September 1945 – 15. Oktober 1945

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.