USS GREGORY ( DD-802 )

USS GREGORY ( DD-802 )

Biografie

Francis Hoyt Gregory
* 9. Oktober 1789 in Norwalk, Connecticut
† 4. Oktober 1866 in Brooklyn, New York
war ein Offizier in der United States Navy während des Krieges von 1812 und im amerikanischen Bürgerkrieg

Francis Hoyt Gregory war der Sohn von Moses Gregory ( 13. Februar 1766 – 28. Februar 1845 )und Ester Hoyt ( 9. November 1769 – 28. März 1851 ) und der dritte Urenkel von John Gregory ( 1612 in Nottinghamshire, England – 15. August 1689 in Norwalk, Kolonie Connecticut ). Dieser kam als John Griggorie nach Amerika und war der erste Siedler der Norwalk gründete.
Francis Hoyt Gregory erhielt eine allgemeine Schulausbildung und diente ab 1807 in der noch jungen amerikanischen Handelsmarine. Hier sah er in einem typischen Vorfall, der von den Briten provoziert worden war, wie sich so langsam die amerikanische wie auch die britische Seite auf den Krieg von 1812 vorbereiteten. Das Handelsschiff auf dem Gregory diente, wurde von den Briten aufgebracht und dessen Besatzung gefangen genommen. Das schrie im Innern von Gregory nach Rache. Er konnte aus der Gefangenschaft entkommen und meldete sich bei der US Navy. US Präsident Thomas Jefferson ( 13. April 1743 in Shadwell, Kolonie Virginia – 4. Juli 1826 in Charlottesville, Virginia ) persönlich ernannte ihn am 16. Januar 1809 zum Midshipman. Man versetzte Gregory an Bord des Schoners USS REVENGE ( 1806 ) den Lieutenant Oliver Hazard Perry ( 23. August 1785 in South Kingstown, Rhode Island – 23. August 1819 vor Trinidad ) kommandierte. Doch schon im März 1809 versetzte man Gregory in das Golfgeschwader, das in New Orleans, Louisiana lag. Von der USS REVENGE aus wechselte Midshipman Gregory im Februar 1810 an Bord des Bomben Ketch USS VESUVIUS ( 1806 ), den Lieutenant Benjamin F. Read befehligte. In diesem Monat wurde in der Mündung des Mississippi das französische Piratenschiff DUC de MONTEBELLO erobert, ein Schoner den die spanische Regierung aus den kubanischen Gewässern vertrieben hatte. Dieses Piratenschiff wurde nach New Orleans, Louisiana geschickt. Dort wurde die Besatzung wegen Piratentums verurteilt und das Schiff verkauft. Noch im selben Monat kommandierte Midshipman Francis Hoyt Gregory mehrere Ruderboote von der USS VESUVIUS mit denen der französische Piratenschoner DIOMEDE und das Sklavenschiff ALEXANDRIA aufgebracht werden konnten. Das Sklavenschiff war mit einer vollen Ladung Sklaven an Bord unterwegs und man hatte die Flaggen der Briten gehisst. Im Jahre 1811 ging Gregory von Bord der USS VESUVIUS und übernahm das Kommando über das Gun Boat 162 und bekam den Rang eines Masters zugesprochen. Mit diesem Boot war er an drei bemerkenswerten Handlungen beteiligt. Am 7. August traf man vor Pensacola, Florida auf den französischen Piratenschoner LA FRANCHISE. Dieses Schiff wurde umgehend angegriffen und schwer beschädigt. Allerdings konnte es trotzdem entkommen. Drei Tage später traf dieses Gun Boat 162 vor Mobile, Louisiana auf den Piratenschoner SANTA MARIA. Dieses Schiff wurde geentert und gefangen genommen. Und dann kam der 11. September. An diesem Tag traf Midshipman Gregory und seine Mannschaft zwischen Brassa und Barataria, Louisiana auf das französische Piratenschiffe LA DIVINA und die Piratenschoner LA SOPHIE und LE VENGEANCE. Alle diese drei feindlichen Schiffe wurden gefangen genommen, obwohl sie ein bedeutend größeres Waffenarsenal besaßen. Am 28. Juni 1812 beförderte man Gregory zum Lieutenant und diente am Lake Ontario unter Commodore Isaak Chauncey ( 20. Februar 1772 in Black Rock, Kolonie Connecticut – 20. Januar 1840 in Washington DC ). Hier nahm er an Angriffen auf Toronto, Kingston un d Fort George teil. Im August 1814 nahmen die Briten Gregory gefangen. Man verweigerte ihm das Recht sich ab nun von jedweden Kampfhandlungen gegen die Briten fernzuhalten. Man brachte ihn nach England und hielt ihn dort achtzehn Monate gefangen. Die Feindseligkeiten waren aber schon im Juli 1815 beendet worden. Nach seiner Freilassung versetzte man Lieutenant Gregory zum Mittelmeergeschwader. Hier war er bis 1821 vor der nordafrikanischen Küste tätig und bekämpfte die dortigen algerischen Piraten. Noch im selben Jahr kehrte er an die US Ostküste zurück un d begab sich an die Washington Navy Yard in Washington DC, wo der Schoner USS GRAMPUS ( 1821 ) seiner Vollendung zuging. Hier übernahm er das Kommando über das Schiff und im August 1821 stellte er es in den Dienst der US Navy. Dieser Schoner war ein Teil des Westindischen Geschwaders und sollte in den karibischen Gewässern gegen die dort vorherrschenden Piraten vorgehen. Zusammen mit den Schonern USS ENTERPRISE ( 1799 ), USS PORPOISE ( 1820 ) und USS SHARK ( 1821 ) und den Brigs USS HORNET ( 1805 ) und USS SPARK ( 1813 ) sollten die in der Karibik fahrenden Handelsschiffe als Konvois zusammengefasst werden um so die Piratentätigkeit einzuschränken. Am 16. August 1822 kam es zu einem Kampf mit einer Brig, die die spanischen Farben auf ihrem Top führte. Lieutenant Gregory vermutete aber, dass dies ein Piratenschiff sei. Deshalb forderte er den Kommandanten des Schiffes auf sich zu ergeben. Wenige Sekunden später wurden von dem unbekannten Schiff mehrere Kanonen und Langbüchsen abgefeuert. Gregory ließ daraufhin seine Kanonen antworten und innerhalb von dreieinhalb Minuten war das Schiff ein schwimmendes Wrack. Die Mannschaft der Brig ergab sich und man fand nun heraus, dass das Schiff PALMYRA hieß und der Kommandant ein von Puerto Rico stammender Pirat war. In der Karibik konnte Lieutenant Gregory das berüchtigte Piratenschiff PANCHITA und noch mehrere andere Piratenschiffe zerstören. Wenige Wochen später ging Gregory von Bord der USS GRAMPUS und begab sich erneut in die Washington Navy Yard. Hier wurde seit dem 20. September 1821 die Fregatte USS BRANDYWINE ( 1825 ) gebaut auf der der französische General Marie-Joseph Paul Yves Roch Gilbert du Motier, Marquis de Lafayette ( 6. September 1757 in Chavaniac, Frankreich – 20. Mai 1834 in Paris, Frankreich ) nach Hause gebracht werden sollte. Noch weit vor der Taufe der Fregatte, wurde eine 64 Kanonen Fregatte auf der selben Werft fertiggestellt die für Griechenland bestimmt war. Diese Fregatte brachte Gregory 1824 als Geschenk an die revolutionäre Regierung in ihr Bestimmungsland, damit dieses sich gegen Angriffe des Osmanischen Reiches erwehren konnte. Gleich nach der Übergabe kehrte Gregory an die US Ostküste zurück und diente bis 1828 auf der New York Navy Yard. Danach wechselte er an die Pazifikküste und übernahm dort 1831 das Kommando über das Kriegsschiff USS FALMOUTH ( 1827 ). Mit diesem Schiff führte er in den folgenden drei Jahren, zusammen mit den Schiffen des Pazifikgeschwaders mehrere Kreuzfahrten durch. Anschließend übernahm Gregory für ein Jahr das Kommando über dieses Geschwader. Im Jahre 1838 beförderte man ihn zum Captain. Jetzt übernahm Gregory das Kommando über das 74 Kanonen führende Linienschiff USS NORGH CAROLINA ( 1820 ). Mit dem Schiff wurden die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko und der bedeutende amerikanische Handel im östlichen Pazifik bis März 1839 beschützt. Wegen der Größe des Linienschiffes, war das Kriegsschiff nicht sehr flexibel gegenüber kleineren Schiffen. Daher kehrte die USS NORTH CAROLINA im Juni in die New York Navy Yard zurück und diente hier als Receiving Ship. Captain Gregory übergab das Kommando über das Linienschiff. In der New York Navy Yard übernahm er später das Kommando über die neugebaute dreimastige Segelfregatte USS RARITAN ( 1843 ). Am 20. Februar 1844 verließ dieses Schiff den Hafen und segelte in den Südatlantik. Hier ernannte Commodore Daniel Turner ( 1794 – 4. Februar 1850 in Philadelphia, Pennsylvania ), Kommandeur des Südatlantikgeschwaders, die USS RARITAN zu seinem Flaggschiff. Erst im November 1845 kehrte Gregory mit der Fregatte in die Vereinigten Staaten zurück und legte im Hafen von Pensacola, Florida an. Hier integrierte man die Fregatte in das Heimatgeschwader. Dieses blockierte die Ostküste von Mexiko und unterstützte die US Army während des mexikanisch – amerikanischen Krieg. In diesem Geschwader war die USS RARITAN das Flaggschiff von Commodore David Conner ( 1792 in Harrisburg, Pennsylvania – 20. März 1856 in Philadelphia, Pennsylvania ). Anfang Mai 1846 unterstützte die USS RARITAN die Fregatte USS POTOMAC ( 1822 ) bei der Landung von 500 Soldaten in Port Isabel, Texas um den dortigen Militärstützpunkt zu verstärken. Diese Truppen waren für General Zachary Taylor ( 24. November 1784 in Barboursville, Virginia – 9. Juli 1850 in Washington DC ) bestimmt. Es kam am 8. Mai zur Schlacht von Palo Alto, die die amerikanischen Truppen gewannen. Nach dem Mexikanisch – amerikanischen Krieg wechselte Gregory nach Boston, Massachusetts. Dort ging er an Bord der Kriegsschaluppe USS PORTSMOUTH ( 1843 ). Er hatte das Kommando über das afrikanische Geschwader übernommen, welches entlang der afrikanischen Westküste kreuzte und die USS PORTSMOUTH war sein Flaggschiff. Am 29. August 1848 legte die Kriegsschaluppe in Boston ab und segelte nach Osten zur afrikanischen Küste. Bis zum 1. Februar 1849 patrouillierte das Schiff zusammen mit Schiffen der Royal Navy um den Sklavenhandel zu unterdrücken um dann von September 1849 bis Mai 1851 erneut vor dieser Küste zu kreuzen. Am 26. Juni 1851 legte die USS PORTSMOUTH wieder im Hafen von Boston an und Gregory ging von Bord. Das Kommando über die Boston Navy Yard übernahm er ab Mai 1852 und behielt dieses bis Februar 1856. Nach fast fünfzig Jahren auf See, zog sich Francis Hoyt Gregory in den Ruhestand zurück. Als ab dem 12. April 1861 der Sezessionskrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten der USA begann, kehrte er zur US Navy zurück und erhielt den Rang eines Commodore. In den vier Jahren des Bürgerkrieges bestand seine Hauptaufgabe darin in den privaten Werften den Bau und die Montage von Seeschiffen zu überwachen. Darunter befanden sich auch mit Eisen verkleidete Schiffe. Am 16. Juli 1862 beförderte man ihn zum Rear Admiral. Nach dem Ende des Krieges zog er sich wieder in seinen Ruhestand in Brookly, New York zurück. Hier verstarb er am 4. Oktober 1866 und wurde in New Haven, Connecticut begraben.
Francis Hoyt Gregory war mit Elizabeth Shaw ( 23. Juli 1801 – 9. Dezember 1873 in New Haven, Connecticut ), Tochter von Commodore John Shaw ( 1773 in Mountmellick, County Laois, Irland – 17. September 1823 in Philadelphia, Pennsylvania ), verheiratet. Beide hatten eine Tochter, Virginia Gregory ( 28. August 1823 in New Haven, Connecticut – 30. November 1898 ). Diese heiratete Charles Roberts Ingersoll ( 16. September 1821 in New Haven, Connecticut – 25. Januar 1903 in New Haven, Connecticut ), ein US amerikanischer Politiker der Demokraten und von 1873 bis 1877 Gouverneur von Connecticut. Das Paar hatte sechs Kinder.


USS GREGORY ( DD-802 )

Schiffsbiografie

Die USS GREGORY ( DD-802 ) ist das zweite Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Rear Admiral Francis Hoyt Gregory benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das einhundertdreiundsiebzigste Schiff aus der FLETCHER – Klasse.
Auf der Todd Pacific Shipbuilding Corporation in Seattle, Washington wurde am 13. August 1943 der Kiel des Schiffes gelegt. Miss Ann McGuigan, Tochter von Captain McGuigan, der der Superintendent der Werft in Tacoma war, taufte am 8. Mai 1944 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Commander Bruce McCandless, Sr. ( 12. August 1911 in Washington DC – 24. Januar 1968 in Washington DC ) stellte am 29. Juli 1944 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Die Erprobungs- und Ausbildungsfahrt führte die USS GREGORY bis nach San Diego, Kalifornien. Anschließend kehrte der Zerstörer nach Seattle zurück und unterzog sich einer Überprüfung der Schiffshaut und einiger kleiner Reparaturen. Nach Abschluss dieser Arbeiten verließ die USS GREGORY wieder die Werft und fuhr nach San Diego zurück. Hier wurde unter anderem die Ausbildung der Geschützmannschaften durchgeführt. Am 17. Oktober verließ das Kriegsschiff die kalifornische Küste und legte sechs Tage später im Marinehafen Pearl Harbor, Territorium Hawaii an. Gleich nach der Ankunft begann für die Besatzung des Zerstörers ein intensives Training mit lokalen Operationen, die bis zum 22. Januar 1945 andauerten. Diese waren die Vorbereitung auf die Invasion der Bonin Insel Iwo Jima. Eine der letzten großen Kampagnen des langen und blutigen Zweiten Weltkrieges im Pazifik. Am 22. Januar legte die USS GREGORY in Pearl Harbor ab und eskortierte eine Gruppe von Panzerlandungs- und Infanterielandungsfahrzeugen. Das erste Ziel dieser Gruppe war das Atoll Eniwetok, Marshall Islands, das man am 3. Februar erreichte. Schon am 5. Februar verließ diese Gruppe das Atoll und fuhr zur Insel Saipan, Nördliche Marianen. Für diese Strecke benötigten sie fünf Tage. Weitere fünf Tage waren für die Vorbereitungen für den kommenden Kampfeinsatz vorgesehen. Die USS GREGORY versetzte man in die Task Group 53.3, die Captain W. H. Brereton während der Operation „Detachment“ kommandierte, wo sie das Flaggschiff war. Am 15. Februar verließen die Schiffe der Task Force 53 Saipan und fuhren nach Iwo Jima. Der amphibische Angriff begann am 19. Februar. Die USS GREGORY blieb in den folgenden Wochen in den Gewässern der Bonin Inseln, sicherte die Landungsschiffe und gab Feuerunterstützung für die Bodentruppen. Nur am 26. Februar beorderte man den Zerstörer zur Nachbarinsel Chichi Jima. Dort musste ein amerikanischer Pilot sein Torpedoflugzeug Notwassern. Die Crew dieses Flugzeuges sollte gerettet werden. Bis zum 15. März blieb die USS GREGORY in den Gewässern von Iwo Jima und fuhr dann zurück nach Saipan. Dort legte das Kriegsschiff am 18. März an und wurde für den Einsatz vor Okinawa vorbereitet. Dazu zählten auch mehrere Übungen mit den Schiffen die der Zerstörer während des nächsten Einsatzes beschützen sollte. Man gliederte das Kriegsschiff für die Operation „Iceberg“ in die Task Group 51.19, die Rear Admiral Jerauld B. Wright ( 4. Juni 1898 in Amherst, Massachusetts – 27. April 1995 in Washington DC ) kommandierte. IN der TG befanden sich die Schlachtschiffe USS MARYLAND ( BB-46 ) und USS ARKANSAS ( BB-33 ), die Schweren Kreuzer USS WICHITA ( CA-45 ) und USS TUSCALOOSA ( CA-37 ) und die Zerstörer USS GREGORY und ab dem 9. April die USS PRINGLE ( DD-477 ). Am 24. März verließen diese Schiffe zusammen mit der gesamten Armada Saipan und fuhren nach Okinawa. Auf dem Weg dorthin wurden noch einige Übungen durchgeführt. Am 1. April wurde das Zielgebiet erreicht. Aufgabe der Task Group 51.19 war die Durchführung einer Landeoperation an der Südostküste von Okinawa bei Minotoga um die japanischen Truppen von der eigentlichen Invasion an der Westküste abzulenken. Diese Ablenkung war erfolgreich und endete am Abend des 2. April. Die Schiffe der TG 51.19 erhielten nun den Auftrag die kleine Insel Tsugen Shima, die nur drei Seemeilen südöstlich von Okinawa liegt, zu bombardieren im wechselten nun nach Tsugen Shima auf der sich eine japanische Armee befand und den Amerikanern in den Rücken fallen konnten. Am 5. April begann das Bombardement auf die japanischen Stellungen auf der Insel. Danach erhielt die USS GREGORY den Befehl vor der südlichen Küste von Okinawa zu patrouillieren und einen Radarvorposten einzunehmen. Die alliierten Seestreitkräfte riegelten in den folgenden Wochen Okinawa effektiv ab damit kein japanischer Nachschub die Insel erreichen konnte. Außerdem unterstützte man von See aus die Landstreitkräfte und erwehrten sich zunehmend den Kamikazepiloten. Während des ersten schweren Luftangriffs am 6. April, schossen die Flugabwehrkanoniere mehrere japanische Maschinen ab. Die Hauptflotte der Amerikaner lag dabei in der Nakagusuku Bay. So auch die Schiffe der Task Force 54. Zwei japanische Kamikazepiloten flogen direkt auf den Geleitzerstörer USS WITTER ( DE-636 ) zu. Eine der Maschinen konnte abgeschossen werden, doch die zweite schlug auf der Steuerbordseite in Höhe der Wasserlinie in dem Schiff ein, wo auch die mitgeführte Bombe explodierte. Sofort eilten mehrere Schiffe zu Hilfe. So die USS GREGORY, die USS RICHARD P LEARY ( DD-664 ) aus der Task Group 54.1, die USS MORRIS ( DD-417 ) aus der Task Group 53.6 und der Hochseeschlepper USS ARIKARA ( ATF-98 ). Während der Sicherungsarbeiten griff ein Nakajima B5N Torpedobomber die USS MORRIS an und schlug zwischen den beiden Geschütztürmen 1 und 2 auf. Der Zerstörer war manövrierunfähig. Die USS GREGORY eskortierte zusammen mit dem Zerstörer USS RICHARD P LEARY die beiden getroffenen Schiffe und den Hochseeschlepper bis zu dem amerikanischen Marinestützpunkt bei den Kerama Retto Inseln, wo die ersten Reparaturen vorgenommen werden konnten. Anschließend kehrte die USS GREGORY auf ihren Radarvorposten zurück. Am Nachmittag des 8. April sah man von dem Zerstörer aus drei japanische Flugzeuge, wie sie aus dem Licht der untergehenden Sonne kamen. Ein allseits beliebter Flugtrick der Kamikazepiloten um die Besatzungen der zu treffenden Schiffe in Sicherheit zu wiegen. Der Zerstörer befand sich da rund 15 Seemeilen südlich von Okino Erabu Shima. Die Geschützmannschaften des Zerstörers begannen umgehend mit dem Flakfeuer zur Abwehr dieser drei feindlichen Flugzeuge. Eines davon wurde getroffen und stürzte ab. Der Pilot versuchte alles Menschenmögliche zu tun um seine Aufgabe zu erfüllen. Es schlug mittschiffs knapp über der Wasserlinie in die USS GREGORY ein. Der Zerstörer ächzte unter dem Aufprall und wurde langsamer. Der Motor versagte und die hinteren Feuerkessel waren überschwemmt. Die beiden anderen Kamikazepiloten sahen natürlich den Erfolg ihres Kameraden und wollten es ihm gleichtun und dem amerikanischen Kriegsschiff den Rest geben. Doch die Geschützmannschaften des Zerstörers waren auf der Hut und schossen beide Flugzeuge rechtzeitig ab, so dass sie in weiter Entfernung zur USS GREGORY auf dem Wasser aufschlugen und zerbarsten. Während des Kampfes wurden nur zwei der Besatzungsmitglieder verletzt. Der Zerstörer konnte aber immer noch aus eigener Kraft Fahrt aufnehmen und fuhr zum Ankerplatz vor Kerama Retto damit die ersten Notfallreparaturen ausgeführt werden konnten. Diese Reparaturen dauerten bis zum 19. April. An diesem Tag verließ die USS GREGORY die Trockendocks bei den Kerama Retto Inseln und fuhr in Richtung Osten. Ziel war die US Westküste. Auf dem Weg dorthin eskortierte der Zerstörer den angeschlagenen Flugzeugträger USS INTREPID ( CV-11 ) bis Pearl Harbor. Von dort aus fuhr die USS GREGORY bis nach San Diego und legte dort am 18. Mai an. Hier sollten die umfangreichen Reparaturen ausgeführt werden. In dieser Zeit kapitulierten die Japaner am 15. August 1945 bedingungslos. Gleich nachdem im September die Reparaturen an dem Zerstörer abgeschlossen waren, versetzte man ihn aus dem aktiven Dienst. Am 15. Januar 1947 stellte man ihn außer Dienst und versetzte ihn in die Pazifikreserveflotte.
Wegen des am 25. Juni 1950 ausgebrochenen Koreakrieges, mehrten sich die Stimmen in den USA, dass wieder mehr Kriegsschiffe in den Dienst gestellt werden sollten. Daher begann man die USS GREGORY für ihren neuen Einsatz innerhalb der US Navy auszustatten. Commander Harold Clase Lank stellte am 27. April 1951 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy. Die Ausbildungsphase für die Schiffsbesatzung war nur von kurzer Dauer. Anschließend fuhr die USS GREGORY von San Diego aus über Pearl Harbor und Midway Islands nach Yokosuka, Japan. Hier legte der Zerstörer am 16. August an. Danach begann das Kriegsschiff entlang der koreanischen Küste mit seinen Patrouillenpflichten. Doch die Hauptaufgabe der USS GREGORY bestand darin, die Flugzeugträger USS ESSEX ( CV-9 ) und USS BOXER ( CV-21 ) vor feindlichen Angriffen aus der Luft und unter Wasser zu sichern. Von diesen Flugzeugträgern starteten täglich amerikanische Flugzeuge, die Luftangriffe auf nordkoreanische Stellungen und Nachschubwege flogen. Außerdem beteiligte sich der Zerstörer an der Beschießung von nordkoreanischen Küstenbefestigungen. Im Anschluss an den Kampfeinsatz begann das Kriegsschiff mit Patrouillenfahrten in der Formosa Straße um militärische Aktionen von China ausgehend gegen die Republik Taiwan zu verhindern. Während einer dieser Patrouillen kam die USS GREGORY einer chinesischen Uferbatterie sehr nahe. Zwei Jahre später, am 19. Januar 1953, war der Zerstörer auf einer SAR-Mission und suchte ein Lockheed P-2 Neptun Flugzeug, welche samt Besatzung in die See abgestürzt war. Das Zielgebiet war bei Nan´ao Tao, einer Insel direkt am chinesischen Festland die am 3. März 1950 von der chinesischen Volksbefreiungsarmee während der Schlacht von Nanáo Island erobert worden war. Auch drei Jahre später eröffneten hier die Küstenbatterien der Chinesen das Feuer. Doch die USS GRGORY drehte ab und setzte seine Mission fort. Man ließ sich auf dem amerikanischen Zerstörer auf kein Geplänkel mit den Chinesen ein. Am 27. Juli 1953 trat ein Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea in Kraft. Damit war der Koreakrieg beendet und die USS GREGORY kehrte zu friedlichen Routinefahrten und lokalen Operationen in den Gewässern vor San Diego zurück. Diese wurde allerdings jährlich durch eine sechsmonatige Patrouillenfahrt im Fernen Osten unterbrochen. Während dieser Patrouillenfahrten besuchte der Zerstörer auch die Häfen von Yokosuka und Sasebo, Japan; Hongkong; Bankok, Thailand; Sydney; Okinawa; der Manila Bay, Luzon, Philippinen und Taiwan und beteiligte sich an Trainingsmanöver mit amerikanischen Kriegsschiffen und Kriegsschiffen befreundeter Nationen. Im März 1955 gehörte die USS GREGORY zum Zerstörergeschwader 17 das in der Naval Station auf North Island, San Diego stationiert war. Zu diesem Geschwader gehörte neben der USS GREGORY die Zerstörer USS TWINING ( DD-540 ), USS ERBEN ( DD-631 ), USS HALSEY POWELL ( DD-686 ), USS SHIELDS ( DD-596 ), USS COLAHAN ( DD-658 ), USS PORTERFIELD ( DD-682 ) und USS MARSHALL ( DD-676 ). Während der zweiten Formosa Straßen Krise verbrachte die USS GREGORY im Herbst 1958 für zweieinhalb Monate vor der chinesischen Küste und sicherte Taiwan vor einem möglichen Angriff der chinesischen Volksbefreiungsarmee.
Auch 1962 befand sich die USS GREGORY erneut im Westpazifik und führte mehrere Patrouillenfahrten durch. 1963 gab es eine Übung vor der kalifornischen Küste. Dabei kollidierte der Zerstörer mit dem Schwesterschiff USS McDERMUT ( DD-677 ). Beide Schiffe mussten anschließend in ein Trockendock wegen einer Überprüfung an der Schiffshaut. Bei beiden Zerstörern wurde die Reparatur als zu Kostenintensiv eingestuft. Daher stellte man am 1. Februar 1964 die USS GREGORY außer Dienst und versetzte sie in die Reserve. Der Name USS GREGORY ( DD-802 ) wurde am 1. Mai 1966 aus der US Navy – Liste gestrichen. Gleichzeitig benannte man das Schiff noch am selben Tag in INDOCTRINATOR um. Es diente nun als Trainingsschiff in San Diego vom 20. Mai 1966 bis zum 8. Januar 1971. Anschließend zog man am 4. März 1971 den Schiffskörper nach San Clemente Island, Kalifornien, wo dieser als Ziel dienen sollte. Dazu setzte man den Hulk auf Grund. Doch schon 1972 schleppte man den durchlöcherten Schiffskörper auf die Westseite der Insel und diente dort im Flachwasserbereich für Sprengübungen der US Navy SEAL´s.


USS GREGORY ( DD-802 )
Commanding Officer

CDR Bruce McCandless        29.Juli 1944 – 9. Oktober 1945 (erreichter Rang RADM)
LCDR Wayne Mowrer Newport         9. Oktober 1945 – 15. Juni 1946
LCDR Pride Cinclair Brown Jr.       15. Juni 1946 – 15. Januar 1947
Außerdienststellung        15. Januar 1947 – 27. April 1951
CDR Harold Clase Lank        27. April 1951 – Februar 1952
CDR Kenneth Steen         Februar 1952 – August 1952
CDR John Paul Wier Jr.         August 1952 – 7. Oktober 1954
CDR Joseph Patula Rizza          7. Oktober 1954 – 1956 (erreichter Rang RADM)
CDR Gerald Frederick Case         1956 – Juli 1958
CDR Felix Grundy Young Jr.         Juli 1958 – 23. April 1959
CDR Theodore Edward Curtis         23. April 1959 – 1. Oktober 1960
CDR James Robert Craig          1. Oktober 1960 – 1961
CDR Ken Williams Jr.        1961 – 1963
CDR William David Brown          1963 – 1. Februar 1964

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