USS JARVIS ( DD-393 )

USS JARVIS ( DD-393 )

Biografie

James C. Jarvis
* 1787 im Bundesstaat New York
† 2. Februar 1800
war ein Kadett in der United States Navy während des Quasi-Krieges mit Frankreich

James C. Jarvis wurde 1799 zum Midshipman ernannt, da war er gerade mal 12 Jahre alt. Ein Jahr später diente er an Bord der Fregatte USS CONSTELLATION ( 1797 ) unter dem Kommando von Captain Thomas Truxtun ( 17. Februar 1755 – 5. Mai 1820 ). Das Schiff besaß 28 x 18-Pfünder Kanonen und 20 x 32-Pfünder Kanonen. Jarvis Aufgabe war es als Ausguck auf dem Großmast Ausschau zu halten. Am 30. Januar 1800 segelte die USS CONSTELLATION von Saint Kitts los und begegnete in der Nacht zum 1. Februar der französischen Fregatte LA VENGEANCE. Diese hatte 30 x 24-Pfünder Kanonen und 20 x 12-Pfünder Kanonen an Bord. Captain Truxtun befahl dem Kapitän der französischen Fregatte, François Pitot, sich zu ergeben, doch ohne Erfolg. Daraufhin ließ er eine volle Breitseite auf den Franzosen schießen. Es entwickelte sich daraufhin ein heißer Kampf wo eine Breitseite der nächsten folgte. James C. Jarvis erhielt den Befehl von seinem Ausguckposten abzuentern. Doch er weigerte sich vehement dagegen weil er meinte das sein Posten im Ausguck in der Nacht besser für die Crew sei. Doch während des Kampfes gelang es einem französischen Kanonier den Hauptmast auf der USS CONSTELLATION zu treffen. Der Hauptmast stürzte über Backbord ins Wasser und riss Jarvis mit in die Tiefe. Er wurde nicht wieder gesichtet. Daraufhin ließ Captain Truxtun die noch vorhandenen Segel setzen und entkam den Franzosen. Sein Ziel war der Hafen von Jamaika wo die USS CONSTELLATION notdürftig repariert werden konnte. Die französische Fregatte war nach dem Kampf auch sehr mitgenommen, so dass Kapitän Pitot das Schiff aus Angst vor dem versinken am Strand von Curacao auf Grund laufen ließ.

Der sechste Kongress ließ am 29. März 1800 eine gemeinsame Erklärung verlauten über die Tapferkeit und Hingabe von Midshipman James C. Jarvis.

Zu Ehren von James C. Jarvis wurden bei der US Navy drei Schiffe benannt.
Das erste Schiff war der Zerstörer USS JARVIS ( DD-38 ) aus der PAULDING – Klasse.
Das zweite Schiff war der Zerstörer USS JARVIS ( DD-393 ) aus der BAGLEY – Klasse.
Das dritte Schiff war der Zerstörer USS JARVIS ( DD-799 ) aus der FLETCHER – Klasse.


USS JARVIS ( DD-393 )

Schiffsbiografie

Die USS JARVIS ( DD-393 ) ist das zweite Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Midshipman James C. Jarvis benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das achte Schiff aus der BAGLEY – Klasse.
Auf der Puget Sound Naval Shipyard in Bremerton, Washington wurde am 21. August 1935 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Marie Antoinette Merritt Craven ( 31. Dezember 1876 in Baltimore, Maryland – 28. September 1955 in Ossining, Westchester County, New York ), Ehefrau von Rear Admiral Thomas Tingey Craven ( 8. Juli 1873 in Vallejo, Solano County, Kalifornien – 5. April 1950 in Saint Albans, Queens County, New York ), Kommandant des 13. Naval Districts in Bremerton und 1937 bei seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst in der US Navy zum Vizeadmiral ernannt, taufte am 6. Mai 1937 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander Robert Raymond Ferguson stellte am 27. Oktober 1937 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Die ersten Erprobungsfahrten der USS JARVIS erfolgten in den Gewässern der Meeresbucht Puget Sound. Diese waren am 25. Dezember 1937 abgeschlossen. Man bereitete nun den Zerstörer auf die Ausbildungsfahrt vor, in der die Schiffsbesatzung auf ihren Stationen trainiert werden sollten. Dazu legte das Kriegsschiff am 4. Januar 1938 in der Werft ab. Zwei Tage später erreichte es den Hafen von San Francisco, Kalifornien. Anschließend folgte ein Stopp im Hafen von Los Angeles, Kalifornien; am 12. Januar einer in San Diego, Kalifornien, der spätere Heimathafen des Kriegsschiffes; dann in der Magdalena Bay, Bahia California, Mexiko und in den Häfen von Mazatlan und Acapulco, Mexiko. Auf der Rückfahrt zur Puget Sound Naval Shipyard wurde in San Diego nochmals ein Stopp eingelegt. Nach dem Abschluss der Kontrolle des Schiffskörpers in der Werft, konnte die USS JARVIS zu ihrem Heimathafen fahren. Von hier aus wurden ebenfalls Übungen angesetzt, die sich entlang der kalifornischen Küste und der Karibik bezogen. Am 1. April 1940 stach das Kriegsschiff von San Diego aus in See und fuhr zu den Hawaiianischen Inseln. In der Marinebasis Pearl Harbor, Territorium Hawaii legte der Zerstörer am 26. April an. Von diesem Hafen aus beteiligte sich das Kriegsschiff an mehreren Flottenübungen vor den Midway und Johnston Islands. Am 8. Februar 1941 verließ der Zerstörer die Hawaiianischen Gewässer und fuhr zur San Francisco Naval Shipyard um sich dort einer Überholung zu unterziehen. Diese war Anfang April abgeschlossen. In der Marinebasis Pearl Harbor legte die USS JARVIS am 17. April an. In den nun folgenden sieben Monaten gehörte der Zerstörer zur Zerstörer Division 8 im Zerstörergeschwader 4. In diesen Monaten wurden intensive Manöver durchgeführt. Nach solchen Übungen vor Maui Island, legte das Kriegsschiff am 4. Dezember in Pearl Harbor an. Drei Tage später lag der Zerstörer am Liegeplatz B6 in der Navy Yard damit mehrere Reparaturen an dem Schiff vorgenommen werden konnten. Neben der USS JARVIS lag der Zerstörer USS MUGFORD ( DD-389 ). An diesem 7. Dezember 1941 begann der von den Japanern geplante Angriff auf die Marinebasis Pearl Harbor. Es war für die US Navy ein verheerender feindlicher Angriff. Mehrere Schiffe sanken und viele Navy Angehörige fanden während dieses Angriffs den Tod. Commander James Russell Topper, Kommandant der USS JARVIS, ließ gleich zu Beginn des Angriffs für alle Geschützmannschaften Gefechtsalarm ausrufen. Sofort begannen diese mit ihren 5 Zoll Geschützen auf die Angreifer zu schießen. Mit Stolz konnten diese nach dem Kampf vier Abschüsse von japanischen Flugzeugen verbuchen. Außerdem ließ Topper das Schiff zum Auslaufen fertig machen. Ohne Verlust an Mannschaftsmitgliedern und nur oberflächlichen Schaden am Zerstörer selber, schaffte es die USS JARVIS den Hafen zu verlassen. Nachdem sich dann die Japaner noch am selben Tag wieder zurück gezogen hatten, kam es innerhalb der US Navy Führungsriege in Pearl Harbor zu Entlassungen. Admiral Husband Edward Kimmel ( 26. Februar 1882 in Henderson, Kentucky – 14. Mai 1968 in Groton, Connecticut ) wurde seines Postens als Kommandant der Pazifikflotte abgelöst. Vizeadmiral William Satterlee Pye ( 9. Juni 1880 in Minneapolis, Minnesota – 4. Mai 1959 in Bethesda, Maryland ), Kommandant der Task Force 1, löste man ebenso ab und versetzte ihn innerhalb der Pazifikflotte. Die Task Force 1 übernahm am 7. Dezember Rear Admiral Milo Frederick Dreamel ( 30. Mai 1884 – 25. März 1971 ). In dieser TF befanden sich die Leichten Kreuzer USS DETROIT ( CL-8 ), USS PHOENIX ( CL-46 ) und USS ST LOUIS ( CL-49 ) und die Zerstörer USS JARVIS, USS WORDEN ( DD-352 ), USS PATTERSON ( DD-392 ) und USS BLUE ( DD-387 ). Am Nachmittag des 7. Dezember verließen diese Schiffe Pearl Harbor und begannen mit ihren Patrouillenfahrten in den Hawaiianischen Gewässern. Die Kriegsschiffe waren auf der Suche nach feindlichen U-Booten. Am 10. Dezember liefen diese aber in Pearl Harbor wieder ein. Vier Tage später erreichte der Flugzeugträger USS SARATOGA ( CV-3 ), an Bord befand sich das Kampfgeschwader VFM-221, zusammen mit seinen Begeleitschiffen die Hawaiianische Marinebasis. Sofort bildete man die Task Force 17 die Rear Admiral Frank Jack Fletcher ( 29. April 1885 in Marshalltown, Iowa – 25. April 1973 in Bethesda, Maryland ) kommandierte. In der TF befand sich der Flugzeugträger USS SARATOGA, die Schweren Kreuzer USS MINNEAPOLIS ( CA-36 ), USS SAN FRANCISCO ( CA-38 ) und USS ASTORIA ( CA-34 ), die Zerstörer USS JARVIS, USS PATTERSON, USS MUGFORD, USS BLUE, USS RALPH TALBOT ( DD-390 ), USS BAGLEY ( DD-386 ), USS HENLEY ( DD-391 ), USS HELM ( DD-388 ) und USS SELFRIDGE ( DD-357 ), der Flugzeugtender USS TANGIER ( AV-8 ) und der Öltanker USS NECHES ( AO-5 ). Diese Schiffe verließen am 15. Dezember Pearl Harbor und sollten den belagerten Verteidigern des Atolls Wake, das nördlich der Marshall Islands liegt, zu Hilfe kommen und entlasten, da der erste Angriff der Japaner am 11. Dezember mit hohen Verlusten abgewehrt werden konnte. So befand sich die Kampfgruppe um den Flugzeugträger USS SARATOGA am 21. Dezember noch 600 Meilen von Wake Island entfernt. Schon zu dieser Zeit warnten einige ranghohe amerikanische Navy – Angehörige, wie Vizeadmiral William Satterlee Pye, vor einem vorschnellen Angriff auf die Japaner. Dadurch mussten die Schiffe der Task Force auf offener See auf neue Befehle warten. Am 21. und 22 Dezember begann man die Schiffe von der USS NECHES ( 7.383 BRT ) aus mit frischem Treibstoff zu versorgen. Einen Tag später lagen die Schiffe der TF 17 noch 425 Seemeilen von Wake Island entfernt. Da hörte man vom zweiten Angriffsversuch der überlegenen japanischen Invasionsflotte auf dieses Atoll, welcher auch gelungen war. Erneut begann man mit der Betankung der amerikanischen Schiffe und diese wendeten und fuhren zu den Midway Islands. Diese erreichten sie am 25. Dezember. Die Flugzeuge des Kampfgeschwaders VFM 221 starteten von dem Flugzeugträger. Sie landeten noch am selben Tag auf der Insel. Von der USS TANGIER aus landete am folgenden Tag das mitgeführte Flugpersonal auf Midway. Nach dieser Landeoperation verließen die Schiffe der TF 17 die Midway Islands und fuhren am 27. Dezember nach Pearl Harbor zurück. Hier trafen sie zwei Tage später ein. Die USS JARVIS begann nun wieder in den Hawaiianischen Gewässern mit Anti-U-Boot Patrouillen. Genau dieselbe Aufgabe erhielten die Schiffe der Task Force 11. Diese patrouillierten rund 500 Seemeilen von Oahu entfernt und waren auf der Suche nach einer möglichen japanischen Invasionsflotte oder auf japanische U-Boote. Dazu verließen diese Schiffe am 31. Dezember Pearl Harbor. Die USS JARVIS eskortierte ab dem 5. Januar 1942 den Öltanker USS NECHES zu den Schiffen dieser TF. Beide trafen dort am 7. Januar ein und die Betankungsoperationen konnten beginnen. Nach deren Abschluss begleitete der Zerstörer den Öltanker wieder bis zur Marinebasis auf Oahu. Hier bereitete man die USS JARVIS auf ihren ersten Kampfeinsatz vor. Dazu integrierte man den Zerstörer in die Task Force 11. Die TF kommandierte Vizeadmiral Wilson Brown, Jr. ( 27. April 1882 in Philadelphia, Pennsylvania – 2. Januar 1957 in New Haven, Connecticut ). In dieser TF befand sich der Flugzeugträger USS LEXINGTON ( CV-2 ), die Schweren Kreuzer USS MINNEAPOLIS, USS ASTORIA und USS CHICAGO ( CA-29 ) und die Zerstörer USS JARVIS, USS MacDONOUGH ( DD-351 ), USS MONAGHAN ( DD-354 ) und USS WORDEN ( DD-352 ). Am 19. Januar verließen diese Schiffe Pearl Harbor und sollten eine Offensivpatrouille bis zu den Kingman Reefs, das rund 930 Seemeilen südwestlich von Honolulu liegt, unternehmen. Zwei Tage später orderten die Kriegsschiffe ein Rendezvous mit dem Öltanker USS NECHES. Da befanden sich die Schiffe der TF 11 auf dem Weg zum Wake Atoll um dort japanische Stellungen zu bombardieren. Die USS NECHES verließ am 22. Januar Pearl Harbor und stach in See, es war dem Schiff und dessen Mannschaft nur noch ein Tag vergönnt. Um 3:10 Uhr des 23. Januar feuert das japanische U-Boot U-72 einen Torpedo ab, der den Öltanker mittschiffs trifft und um 4:37 Uhr sinkt er. 57 Besatzungsmitglieder kommen dabei ums Leben. Die Schiffe der TF 11 erhalten nun den Befehl wegen Treibstoffmangels zurück nach Pearl Harbor zu kommen. Auf dem Weg dorthin nimmt die USS JARVIS 126 Überlebende des Öltankers an Bord. Am 24. Januar laufen dann die Kriegsschiffe der TF 11 in der Marinebasis Pearl Harbor ein. Die USS JARVIS blieb in der Task Force 11. Vizeadmiral Brown, Jr. befehligte die TF während der Operation Revenge Raid 2. In der TF befand sich der Flugzeugträger USS LEXINGTON, die Schweren Kreuzer USS MINNEAPOLIS, USS SAN FRANCISCO, USS PENSACOLA ( CA-24 ) und USS INDIANAPOLIS ( CA-35 ) und die Zerstörer USS JARVIS, USS PATTERSON, USS MUGFORD, USS BAGLEY ( DD-386 ), USS AYLWIN ( DD-355 ), USS DEWEY ( DD-349 ), USS HULL ( DD-350 ) und USS PHELPS ( DD-360 ). Die Schiffe der TF 11 teilte man nun in zwei Gruppen. Die USS JARVIS gehörte mit den Zerstörern aus der Zerstörerdivision 8, USS MUGFORD und USS PATTERSON sowie dem Schweren Kreuzer USS PENSACOLA und dem Zerstörer USS BAGLEY zur zweiten Gruppe. Die Schiffe aus erste Gruppe der TF 11 verließen schon am 31. Januar Pearl Harbor und sollten zu den Fidji Inseln fahren. Sie eskortierten zusammen mit den Schiffen der Task Force 8 und Task Force 17 einen Schiffskonvoi, bestehend aus Handels- und Transportschiffen, in Richtung Bora Bora, New Hebrides. Die Kriegsschiffe der TF 8 und TF 11 schwenkten vor den Kingman Reefs zu den Gilbert- bzw. zu den Marshall Islands ab. Die zweite Gruppe der TF 11 in der sich die USS JARVIS befand, legte am 5. Februar in Pearl Harbor ab. Ihr erstes Ziel war Pago Pago, Amerikanisch Samoa. Diese Insel erreichten die Kriegsschiffe am 13. Februar. Doch noch am Abend desselben Tages verließen sie wieder die Insel und fuhren nach Noumea, New Caledonia. In dem dortigen Hafen liefen die Kriegsschiffe am 16. Februar ein und trafen sich hier mit dem Australisch-Neuseeländischen Geschwader in dem sich der amerikanische Schwere Kreuzer USS CHICAGO, der australische Schwere Kreuzer HMAS AUSTRALIA ( D-84 ), die neuseeländischen Leichten Kreuzer HMNAZ LEANDER ( 1929 ) und HMNAZ ACHILLES und die amerikanischen Zerstörer USS LAMSON ( DD-367 ) und USS PERKINS ( DD-377 ) befanden. Am folgenden Tag verließen die Kriegsschiffe wieder Noumea und fuhren nach Rabaul, Neuguinea, um hier japanische Stellungen zu beschießen. Doch der alliierte Schiffsverband wurde von feindlichen Flugzeugen in der Coral Sea gesichtet und angegriffen. Dieses Flugzeuggeschwader war erst seit dem 14. Februar dort stationiert. Der alliierte Schiffsverband schoss einige Granaten auch auf den japanischen ab und kehrte daraufhin um und fuhr nach Noumea zurück. Hier löste man die USS JARVIS aus dem Verband. Der Zerstörer sollte einen Schiffsverband nach Brisbane, Australien eskortieren. Anschließend fuhr der Zerstörer nach Pearl Harbor zurück und legte dort am 27. März an. Hier verblieb das Kriegsschiff bis zum 8. April und beteiligte sich bis dahin an mehreren Übungen und an Anti-U-Boot Patrouillen. Am 8. April stach die USS JARVIS zusammen mit der USS PATTERSON wieder in See und eskortierte den Schiffskonvoi 4090 nach San Francisco, Kalifornien. In diesen Hafen liefen sie am 14. April ein und die USS JARVIS unterzog sich in der Mare Island Navy Yard in Vallejo, Kalifornien gleich einer Überholung. Diese dauerte bis zum 10. Mai. An diesem Tag verließ der Zerstörer wieder die kalifornische Küste und eskortierte einen Schiffskonvoi, bestehend aus 13 Schiffen, bis nach Pearl Harbor. In der Marinebasis liefen die Schiffe am 18. Mai ein. Schon vier Tage später lief die USS JARVIS zusammen mit der USS PATTERSON wieder aus und begleitete die beiden Handelsschiffe SS MORMACSTAR und SS PROCYON bis zu den Fidschi Inseln. Hier legten sie am 31. Mai an. Von den Fidschi Inseln aus begleiteten beide Zerstörer anschließend das Handelsschiff SS PROCYON bis nach Noumea, wo sie am 14. Juni ankamen, und fuhren dann nach Sydney, Australien weiter. Hier legten die beiden Kriegsschiffe am 17. Juni an und bunkerten frischen Treibstoff. In diesem Hafen warteten mehrere Transportschiffe darauf endlich ablegen zu dürfen. Schon am folgenden Tag legten sie ab und fuhren nach Noumea. Die USS JARVIS übernahm auf dieser Fahrt die Sicherung vor feindlichen U-Booten und fuhr rund um den Konvoi ihre Patrouillen. Am 14. Juli erreichten die Schiffe ihr Ziel. Die USS JARVIS war da aber schon nicht mehr dabei. Man hatte den Zerstörer nach Sydney zurückbeordert, nachdem man mit Sicherheit sagen konnte das in dem noch zu durchfahrenden Seegebiet keine japanischen U-Boote operierten. In Sydney bereitete man die USS JARVIS auf ihren neuen Einsatz vor. Am 14. Juli verließ sie den australischen Hafen und fuhr nach Wellington, Neuseeland. Hier warteten die Kriegsschiffe der Task Force 62 auf ihren Einsatz. Die TF befehligte Rear Admiral Richmond Kelly Turner ( 27. Mai 1885 in Portland, Oregon – 12. Februar 1961 in Monterey, Kalifornien ) während der Operation „Watchtower“. In der TF befanden sich die amerikanischen Schweren Kreuzer USS CHICAGO, USS VINCENNES ( CA-44 ), USS QUINCY ( CA-39 ) und USS ASTORIA ( CA-34 ), die australischen Schweren Kreuzer HMAS AUSTRALIA und HMAS CANBERRA ( D-33 ), der amerikanische Leichte Kreuzer USS SAN JUAN ( CL-54 ) und der australische Leichte Kreuzer HMAS HOBART ( D-63 ), die amerikanischen Zerstörer USS JARVIS, USS PATTERSON, USS BLUE, USS RALPH TALBOT, USS BAGLEY, USS MONSSEN, USS HELM, USS SELFRIDGE, USS HENLEY, USS MUGFORD, USS HULL, USS WILSON ( DD-408 ), USS BUCHANAN ( DD-484 ) und USS ELLET ( DD-398 ), die Zerstörer und Minensucher USS HOPKINS ( DMS-13 ), USS TREVER ( DMS-16 ), USS ZANE ( DMS-14 ), USS SOUTHARD ( DMS-10 ) und USS HOVEY ( DMS-11 ), der Zerstörer und Minenleger USS TRACY ( DM-19 ), die Schnellen Truppentransporter USS LITTLE ( APD-4 ), USS McKEAN ( APD-5 ), USS GREGORY ( APD-3 ) und USS CALHOUN ( APD-2 ), die Truppentransporter USS GEORGE F ELLIOT ( AP-13 ) und USS PRESIDENT HAYES ( AP-39 ), die Angriffstruppentransporter USS FULLER ( APA-7 ), USS PRESIDENT JACKSON ( APA-18 ), USS NEVILLE ( APA-9 ), USS HUNTER LIGGETT ( APA-14 ), USS HEYWOOD ( APA-6 ), USS ZELIN ( APA-3 ), USS McCAWLEY ( APA-4 ), USS BARNETT ( APA-5 ), USS AMERICAN LEGION ( APA-17 ), USS PRESIDENT ADAMS ( APA-19 ) und USS CRESCENT CITY ( APA-21 ), die Angriffsfrachtschiffe USS BELLATRIX ( AKA-3 ), USS FORMALHAUT ( AKA-5 ), USS ATHENA ( AKA-9 ), USS BETELGEUCE ( AKA-11 ) und USS LIBRA ( AKA-12 ) und das Frachtschiff USS ALCHIBA ( AK-23 ). Die Truppentransportschiffe hatten insgesamt 20.000 Marines an Bord. Die Schiffe der TF 62 gehörten zu den insgesamt 84 Schiffen die die Invasion von Guadalcanal, Salomonen durchführen sollten. Am 22. Juli legten alle Schiffe der TF im Hafen von Wellington ab und fuhren zuerst zu den Fidschi Inseln. Hier wurden vom 28. bis zum 30. Juli die Anlandungen auf Guadalcanal geprobt. Auf der Fahrt dann zu den Salomonen verschlechterte sich immer mehr das Wetter. Es begann zu regnen und schwerer Nebel strich über das Wasser. Japanische Suchflugzeuge konnten bei solch einem Wetter nicht aufsteigen. In der Morgendämmerung des 7. August erreichten die Schiffe der TF 62 ihr Einsatzgebiet. Um 6:50 Uhr begann die erste amphibische Landeoperation der Alliierten im Pazifik während des Zweiten Weltkrieges. Da waren schon durch die Trägerflugzeuge der Task Force 61 und die Flugzeuge der Task Force 63 mehrere Luftangriffe auf die japanischen Verteidiger geflogen worden. Auch die Kreuzer ließen zuvor ihre Granaten auf japanische Stellungen niedergehen. Die USS JARVIS selber patrouillierte rund um die Invasionsflotte und war auf der Suche nach feindlichen U-Booten. An diesem Tag waren die Japaner von der Schlagkraft der Amerikaner äußerst überrascht. Der Brückenkopf der Alliierten hatte an diesem ersten Tag eine Größe erreicht, so dass dieser nicht mehr ohne weiteres vernichtet werden konnte. Nur zwei Luftangriffe konnten die Japaner an diesem 7. August starten und verloren dabei 14 Flugzeuge ohne großen nennenswerten Schaden an den alliierten Schiffen anzurichten. Die USS JARVIS patrouillierte in der folgenden Nacht südlich von Savo Island und kehrte anschließend nach Lunga Point, dem Brückenkopf der Alliierten zurück. Hier übernahm der Zerstörer wieder die Sicherung über die Transportschiffe. Auf dem Kriegsschiff hatte man durch das Radar schon von weitem eine große Anzahl von japanischen Flugzeugen ausgemacht und die Kapitäne aller Schiffe gewarnt. Die Entladung der Truppentransportschiffe wurde nun ausgesetzt. Alle Kriegsschiffe der TF 62, also die Zerstörer und Kreuzer, bildeten nun einen Schutzschirm für diese Transportschiffe in den Gewässern zwischen Guadalcanal und Florida Island. Gegen Mittag des 8. August erschienen die ersten japanischen Torpedobomber, die in ein tödliches Flakabwehrfeuer flogen. Nur neun der sechsundzwanzig gestarteten Maschinen konnten diesen Verteidigungsgürtel durchfliegen. Ein Flugzeug davon schlug auf der Steuerbordseite hinter den Aufbauten des Transportschiffes USS GEORGE F ELLIOTT ein. Die Geschützmannschaften der USS JARVIS schossen in diesen Minuten des schweren Kampfes mit ihren 5 Zoll Geschützen Flakgeschosse auf die fliegenden Angreifer und wurden dabei durch Maschinengewehrgruppen unterstützt. Der Zerstörer manövrierte in dieser Zeit vor der USS VINCENNES und traf eines der angreifenden Flugzeuge. Doch noch bevor dieses in der Luft explodierte, löste der Pilot seinen Torpedo aus der Verankerung. Dieser raste auf der Steuerbordseite des Zerstörers in den vorderen Maschinenraum, wo er explodierte. Vierzehn Besatzungsmitglieder des Kriegsschiffes waren sofort tot und der Zerstörer war manövrierunfähig. Lieutenant Commander William Walter Graham, Jr. ( ? – 9. August 1942 ), Kommandant der USS JARVIS, gab den Befehl alle in den Startrohren befindlichen Torpedos über Bord zu werfen und die entstandenen Feuer zu löschen, die durch die Explosion ausgelöst worden waren. Die Feuer waren schnell unter Kontrolle und die USS DEWEY ( DD-349 ), aus der Task Force 62 X-Ray Group, schleppte den angeschlagenen Zerstörer in flacheres Wasser vor Lunga Point. Nachdem sich dann die noch übrig gebliebenen japanischen Flugzeuge zurück gezogen hatten, schleppte man die USS JARVIS zur Halbinsel Tulagi auf der Salomoneninsel Florida Island. Hier gab man die sieben verwundeten Besatzungsmitglieder von Bord und es begann eine Notfallreparatur. Trotz eines 15 Meter großen Lecks auf der Steuerbordseite stufte man die USS JARVIS als Seetüchtig ein. Man befahl Lieutenant Commander William Walter Graham, Jr. unter Deckung der Dunkelheit nach Efate, New Hebrides zu fahren. Begleitet werden sollte der Zerstörer vom Zerstörer und Minensucher USS HOVEY. Auf dieser Fahrt hatte Graham, Jr. das Radar ausschalten lassen und wollte für die eigenen Schiffe unbemerkt bis nach Australien fahren, wo der Zerstörertender USS DOBBIN ( AD-3 ) lag. Gegen Mitternacht zum 9. August verließ die USS JARVIS unbemerkt Tulagi und fuhr nach Westen. Gegen 1:34 Uhr lief das Kriegsschiff zwischen die Inseln Savo island und Cape Esperance. 3.000 Meter nordwärts davon befanden sich die japanischen Kreuzer unter dem Kommando von Rear Admiral Gunichi Mikawa ( 29. August 1888 – 25. Februar 1981 ). Diese warteten hier auf die amerikanische Flotte um sie während der Schlacht von Savo Island, vom 8. bis 9. August, zu vernichten. In der Silhouette der USS JARVIS dachten die Japaner irrtümlich, dass sie einen neuseeländischen Kreuzer aus der ACHILLES – Klasse vor sich hätten und begannen mit dem Angriff. Sie feuerten Torpedos ab und der japanische Zerstörer YUNAGI schoss mit seinen Geschützen auf das langsam fahrende amerikanische Schiff. Doch keines der Torpedos oder der Granaten zeigten Wirkung. Die USS JARVIS zog sich nun immer noch langsam fahrend westwärts zurück. Es gab auf ihm keine Funkkommunikation und die Geschütze waren nicht auf einen Kampf vorbereitet. Der Zerstörer USS BLUE sichtete um 3:25 Uhr das angeschlagene Kriegsschiff und bot seine Hilfe an. Doch diese wurde dankend abgelehnt. Nach dem Sonnenaufgang sah ein Pilot, dessen Flugzeug auf der USS SARATOGA stationiert war, die USS JARVIS 40 Seemeilen von Guadalcanal entfernt, die eine lange Heizölspur hinter sich herzog. Die Japaner glaubten hier aber immer noch, dass sie einen schwer beschädigten Kreuzer vor sich hatten. Man schickte 31 Flugzeuge von Rabaul aus auf die Suche nach dem Schiff um es endgültig zu versenken. Für die japanischen Piloten war das ein Kinderspiel nachdem man den Zerstörer rund 200 Seemeilen südöstlich von Tulagi entdeckt hatte. Mit unzähligen Bomben und Torpedos deckte man das Kriegsschiff ein und um 13:00 Uhr des 9. August sank die USS JARVIS. Von der 233-köpfigen Besatzung überlebte niemand diesen Angriff.


USS JARVIS ( DD-393 )
Commanding Officer

LCDR Robert Raymond Ferguson          27. Oktober 1937 – 15. März 1939
LCDR Thomas Joseph Casey         15. März 1939 – 10. Juni 1939
LCDR Corydon Halstead Kimball          10. Juni 1939 – 15. Juni 1941
LT Leonidas Walthall Pancoast         15. Juni 1941 – 15. Juli 1941
CDR James Russell Topper          15. Juli 1941 – 20. Dezember 1941
CDR William Rudolph Thayer        20. Dezember 1941 – 17. Mai 1942
LCDR William Walter Graham Jr.        17. Mai 1942 – 9. August 1942


25. Dezember 1937 Navy Yard Puget Sound

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.