USS LONGSHAW ( DD-559 )

USS LONGSHAW ( DD-559 )

Biografie

William Longshaw, Jr.
* 26. April 1836 in der Russell Street in Manchester, Lancashire, England
† 15. Januar 1865 beim Sturm auf Fort Fisher
war in Großbritannien geborener und diente während des amerikanischen Bürgerkrieges in der US Navy als Arzt

William Longshaw, Jr. war der Sohn von William Longshaw und dessen Ehefrau Margaret die aus dem Hafen von Liverpool, Lancashire, England stammten. Die Eltern emigrierten in die Vereinigten Staaten von Amerika aus und kamen am 31. März 1842 in New York an Bord des Schiffes SS SIBERIA an. William war das älteste von zwei Kindern. Sein Bruder M. Luther Longshaw wurde am 31. Juli 1843 in Lowell, Massachusetts geboren und verstarb am 27. Mai 1921 in Baltimore, Maryland. Er hatte in der US Army von 1866 bis 1875 gedient. Er erreichte den Rang eines First Lieutenant im 4. Infanterieregiment. William Longshaw, Jr. wandte sich in einem Schreiben vom 22. Februar 1853 an die United States Military Academy in West Point, New York. Dort erklärte er das e rim kommenden April 17 Jahre alt werde und unbedingt nach West Point wolle. Sein Antrag wurde statt gegeben. Longshaw studierte an dem ehemaligen Medical College of Louisiana in New Orleans, das noch vor seinem Studium in die Universität von Louisiana umbenannt worden war, Pharmazie. Im Jahre 1859 erhielt er seinen Abschluss in Medizin an der Universität von Michigan in Detroit. Am 25. April 1862 trat er in die US Navy ein wo er der Assistent Chirurgen war. Man versetzte ihn auf den Monitor USS LEIGH ( 1863 ) wo er herausragenden Mut in der Auseinandersetzung mit den konföderierten Artilleriestellungen auf Sullivans Island bei Charlston, South Carolina am 16. November 1863 zeigte. Während des Kampfes fuhr die USS LEIGH auf Grund und kam nicht mehr frei. Ein Freiwilliger sollte eine Trosse zu dem nahe liegenden Monitor USS NAHANT ( 1862 ) bringen. William Longshaw, Jr. meldete sich und ruderte bei ständigem Beschuss durch die Konföderierten Forts bei Cummings Point mit einem Beiboot und der Stahltrosse zu dem Monitor. Zwei Mal musste er mit einer Trosse übersetzen. Zwei Mal wurde diese durch konföderierte Geschosse zerstört. Mit der dritten Trosse klappte es dann und die USS NAHANT zog die USS LEIGH aus dem Schlick. Die USS LEIGH wurde wieder flott gemacht und konnte in den Kampf wieder aktiv eingreifen. Für diese Aktion wurde Longshaw von Rear Admiral John Josephus Bernard Dahlgren ( 13. November 1809 – 12. Juli 1870 ) und Marineminister Gideon Welles ( 1. Juli 1802 – 11. Februar 1878 ) lobend erwähnt. Dr. William Longshaw, Jr. wurde am 15. Januar 1865 während er einem Marines die Wunden verband getötet. Longshaw hatte ab diesem Tag eine Beurlaubung erhalten, verschob aber freiwillig seine Abreise um den Soldaten der US Army und der US Navy während des Angriffs auf Fort Fisher beizustehen. Man begrub seinen Leichnam auf dem Woodlawn Friedhof in Everett im Middlesex County, Massachusetts.


USS LONGSHAW ( DD-559 )

Schiffsbiografie

Die USS LONGSHAW ( DD-559 ) ist das erste Schiff bei der US Navy das zu Ehren des Arztes Dr. William Longshaw, Jr. benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das sechsundsiebzigste Schiff aus der FLETCHER – Klasse.
Auf der Seattle – Tacoma Shipbuilding Corporation in Seattle, Washington wurde am 16. Juni 1942 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Ella Mae Richards ( 12. November 1892 – 24. April 1969 ) taufte am 4. Juni 1943 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Commander Daniel Thomas Birtwell, Jr. ( 29. Oktober 1903 in Washington DC – 1. August 1971 in San Mateo, San Mateo County, Kalifornien ) stellte am 4. Dezember 1943 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Die Erprobungs- und Ausbildungsfahrt der USS LONGSHAW begann am 15. Dezember und führte den Zerstörer entlang der US Westküste. Nach den erfolgreichen Tests und dem Training der Schiffsbesatzung legte das Kriegsschiff am 26. Januar 1944 im Hafen von San Francisco, Kalifornien an. Dort nahm man an dem Schiffskörper eine Überprüfung vor und führte mehrere Reparaturen durch. Nach dem Abschluss der Endausrüstung legte die USS LONGSHAW am 18. Februar in San Francisco ab und fuhr zur Marinebasis Pearl Harbor, Territorium Hawaii. Dort blieb der Zerstörer nur für wenige Tage und stach erneut in See. Ziel war das Atoll Kwajalein, Marshall Islands. Vor diesem Atoll ließ man am 4. März den Anker fallen. Bis zum 15. März blieb der Zerstörer in den Gewässern rund um das Atoll und die Mannschaft bereitete man auf die kommenden Aufgaben vor. Am Morgen des 15. März verließ das Kriegsschiff das Atoll Kwajalein und fuhr südostwärts zu dem Atoll Majuro, Marshall Islands. Von hier aus unternahm die USS LONGSHAW bis zum 21. März Patrouillenfahrten zu den Atollen Maloelap und Wotje, die zu der Ratak Kette der Marshall Islands gehören. Nachdem das Kriegsschiff dann wieder das Atoll Majuro erreicht hatte, versetzte man es in die Task Group 50.17, der Fast Carrier Replenishment Group. In dieser TG befanden sich die Zerstörer USS LONGSHAW, USS PORTERFIELD ( DD-682 ), USS LAWS ( DD-558 ) und USS MORRISON ( DD-560 ), die Geleitzerstörer USS MANNING ( DE-199 ), USS NEUENDORF ( DE-200 ) und USS EICHENBERGER ( DE-202 ) und neben der USS CACAPON ( AO-52 ) noch weitere Tanker. Für die Operation „Desecrate I“ verließen diese Schiffe am 22. März zusammen mit den Schiffen der Task Force 58 das Atoll Majuro. Die Aufgabe bestand darin jederzeit den benötigten Treibstoff an das jeweilige Schiff der TF weitergeben zu können. Am 26. März erfolgte das allgemeine betanken der Kriegsschiffe. Die Schiffe der TG 50.17 waren dann am 5. April wieder beim Atoll Majuro. Hier beließ man die USS LONGSHAW in der Task Group 50.17 die den Nachschub an Treibstoffen für die Schiffe der TF 58 während der Operation „Reckless“ sicherten. In dieser TG befanden sich die Zerstörer USS LONGSHAW, USS MORRISON, USS PORTERFIELD, USS LAWS, USS MORRISON, USS CALLAGHAN ( DD-792 ) und USS CASE ( DD-370 ), die Geleitzerstörer USS LEVY ( DE-162 ), USS SAMUEL S MILES ( DE-183 ), USS SWEARER ( DE-186 ) und USS WEAVER ( DE-741 ) und mehrere Öltanker. Diese Schiffe verließen am 11. April das Atoll Majuro. Ziel war der natürliche Hafen Manus auf den Admiralitätsinseln. Nördlich von Manus begannen die Tanker ab dem 23. April die Kriegsschiffe der TF 58 zu betanken. Diese Aktion dauerte zwei Tage. Am 25. April verließen die Schiffe der TG 50.17 wieder die Admiralitätsinseln und fuhren zur Marinebasis auf Pearl Harbor. Diese erreichten sie am 9. Mai. Hier erfolgten an der USS LONGSHAW mehrere Reparaturen und die Schiffsbesatzung trainierte für die kommenden Aufgaben. Die USS LONGSHAW versetzte man hier in die Task Group 52.14 die Rear Admiral Gerald Francis Bogan ( 27. Juli 1894 – 8. Juni 1973 ) während der Operation „Forager“ kommandierte. Innerhalb dieser TG in der Northern Attack Force reihte man die USS LONGSHAW in der Task Undergroup 52.14.2 ein, die Captain Oscar A. Weller befehligte. In der TU befanden sich die Geleitflugzeugträger USS WHITE PLAINS ( CVE-66 ), USS KALININ BAY ( CVE-68 ) und ab Juli die NEHENTA BAY ( CVE-74 ), die Zerstörer USS LONGSHAW, USS CALLAGHAN und USS PORTERFIELD. In den Hawaiianischen Gewässern begannen nun mehrere Übungen und am 29. Mai verließen die Schiffe Pearl Harbor. Ziel waren die Nördlichen Marianen. Zwei Tage später konnte die USS KALININ BAY gerade noch rechtzeitig einem Torpedo ausweichen der von einem japanischen U-Boot abgefeuert worden war. Die daran anschließende Suche nach den Angreifer durch die Zerstörer der TU blieb ergebnislos. Am 9. Juni erreichten die Schiffe der TG 52.14 das Atoll Eniwetok, Marshall Islands. Hier wurde Treibstoff gebunkert. Nach Abschluss dieser Arbeiten verließen die Schiffe wieder das Atoll und fuhren nach Saipan weiter. Diese Insel erreichten sie am Abend des 14. Juni. Sofort stiegen die Trägerflugzeuge auf und begannen mit dem Bombardement japanischer Stellungen auf dieser Insel. Am folgenden Tag begann die Invasion amerikanischer Truppen. Die USS LONGSHAW sicherte dabei zusammen mit den beiden anderen Zerstörern die Geleitflugzeugträger vor einem feindlichen Luftangriff ab. Mehrere japanische Torpedobomber waren in den Luftraum eingedrungen und ihre todbringenden Waffen auf die Schiffe abgeworfen. Doch keiner der Torpedos traf sein Ziel. Am 16. Juni flogen dann die amerikanischen Trägerflugzeuge Angriffe auf die Stadt Garapan auf Saipan und bombardierten diese. Dabei kamen tausende Zivilisten ums Leben. Am folgenden Tag griffen erneut rund siebzig japanische Bomber und Torpedoflugzeuge an. Die Geschützmannschaften der USS LONGSHAW konnte dabei mehrere feindliche Flugzeuge abschießen. Zusammen mit der USS PORTERFIELD und der USS CALLAGHAN konnten die drei Geleitflugzeugträger aus der TU vor Treffern bewahrt werden. Aber die USS FENSHAW BAY ( CVE-70 ) aus der Task Undergroup 52.14.1 erhielt achtern einen Bombentreffer. Diese Bombe explodierte in der Luft über dem Hangardeck und tötete vierzehn Besatzungsmitglieder und dreiundzwanzig weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Es brach Feuer aus, das allerdings schon nach einer Stunde unter Kontrolle war. Doch der Geleitflugzeugträger neigte sich um drei Grad nach Steuerbord und sein Heck lag sechs Meter tiefer wie gewöhnlich. Die USS CALLAGHAN sicherte die USS FENSHAW BAY und eskortierte zusammen mit der USS KALININ BAY das havarierte Schiff bis zum Atoll Eniwetok. Die anderen Schiffe der TG 52.14 zog man vorerst aus den Kämpfen heraus. Die USS KALININ BAY nahm vor dem Atoll neue Flugzeuge an Bord und kehrte mit der USS CALLAGHAN zum Einsatzort vor Saipan zurück. Dort trafen beide Kriegsschiffe am 24. Juni wieder ein. In der Zwischenzeit war die USS LONFSHAW zusammen mit den anderen Zerstörern aus der TG auf der Suche nach Piloten die vorzeitig ihre Flugzeuge verlassen mussten. Die Schiffe der TG griffen daher vorerst nicht weiter in die Kämpfe um Saipan ein. Stattdessen wurden auf hoher See Start- und Landemanöver der Trägerflugzeuge geübt. Dann am 4. Juli griffen die Trägerflugzeuge wieder in das Kampfgeschehen über Saipan ein und bombardierten feindliche Stellungen. Dies wurde vier Tage später wiederholt. Am 9. Juli jedoch zogen sich die Schiffe der TG von Saipan zurück und fuhren zum Atoll Eniwetok. Dort bereitete man die Kriegsschiffe auf den Angriff der Inseln Guam und Tinian, Nördliche Marianen vor. Nach dem Bunkern von frischem Treibstoff und dem Auffüllen der Munitionsmagazine verließen die Schiffe am 16. Juli wieder das Atoll. Für die Schiffsbesatzung der USS LONGSHAW war das der schlimmste Tag den sie bis dahin auf dem Kriegsschiff erlebt hatten. Gleich nach dem Verlassen des Atolls strich der Zerstörer an einem Unterwasserriff entlang. Dabei wurde nur leicht die Außenhaut des Schiffes beschädigt. Aber es mussten mehrere Schadenskontrollen durchgeführt und dann den anderen Schiffen der TU hinterher geeilt werden. Die Schiffe der TU erreichten am 20. Juli die Gewässer um Guam. Hier unterstützten die Trägerflugzeuge die angelandeten Marines und bombardierten feindliche Stellungen. Sechs Tage später flogen sie Einsätze zur Unterstützung der Marines auf Tinian. Für die Schiffe der Task Group 52.14 war der Einsatz in den Nördlichen Marianen am 2. August abgeschlossen. Sie verließen die Gewässer um Tinian und sie fuhren in Richtung des Atolls Eniwetok. Doch die USS LONGSHAW wurde einer eingehenden Untersuchung der Schiffshaut nach dem Kontakt mit dem Unterwasserriff unterzogen. Diese Arbeiten und die daran anschließenden Reparaturen waren am 22. August abgeschlossen. Man versetzte den Zerstörer nun in die Task Force 58, doch die Schiffe dieser TF wechselten am 26. August zur Task Force 38. Die USS LONGSHAW versetzte man dabei in die Task Group 38.3 die Rear Admiral Frederick Carl Sherman ( 27. Mai 1888 in Port Huron, Michigan – 27. Juli 1957 in San Diego, Kalifornien ) während der Operation „King II“ befehligte. In dieser TG befanden sich die Flugzeugträger USS ESSEX ( CV-9 ), USS LEXINGTON ( CV-16 ) und USS TICONDEROGA ( CV-14 ), die Leichten Flugzeugträger USS LANGLEY ( CVL-27 ) und USS PRINCETON ( CVL-23 ), die Schlachtschiffe USS INDIANA ( BB-58 ), USS ALABAMA ( BB-60 ), USS WASHINGTON ( BB-56 ), USS MASSACHUSETTS ( BB-58 ) und USS SOUTH DAKOTA ( BB-57 ), die Leichten Kreuzer USS MOBILE ( CL-63 ), USS RENO ( CL-96 ), USS BIRMINGHAM ( CL-62 ) und USS SANTA FE ( CL-60 ) und die Zerstörer USS LONGSHAW, USS CALLAGHAN, USS LAWS, USS MORRISON, USS PORTERFIELD, USS DORTCH ( DD-670 ), USS HEALY ( DD-672 ), USS CLARENCE K BRONSON ( DD-668 ), USS COTTEN ( DD-669 ), USS GATLING ( DD-671 ), USS CASSIN YOUNG ( DD-793 ), USS PRESTON ( DD-795 ), USS IRWIN ( DD-794 ) und USS PRICHETT ( DD-561 ). Am 29. August verließen diese Schiffe das Atoll Eniwetok. Ziel waren erneut die Palau Inseln. Am 6. September lagen die Schiffe der TG rund 265 Seemeilen südöstlich dieser Inseln. Zusammen mit den Schiffen der TG 38.1 und TG 38.2 werden durch die Trägerflugzeuge Angriffe auf die Inseln geflogen, die bis zum Morgen des 8. Septembers anhielten. Danach zogen sich die Schiffe von ihren Positionen zurück und fuhren zu der philippinischen Insel Mindanao. Schon am 9. September hatten die Schiffe der TG 38.3 die Gewässer dieser Insel erreicht und die Trägerflugzeuge begannen mit dem Bombardement der japanischen Flugplätze, Schiffe und Befestigungen. An diesem Tag wurden von der USS LONGSHAW aus mehrere japanische Segelboote ausgemacht. Zusammen mit anderen Schiffen griff man diese an. Die Geschützmannschaften der USS LONGSHAW konnten selber drei dieser kleinen Schiffe versenken. Auch am 10. September gingen die Bombardements auf feindliche Flugplätze auf Mindanao und Davao weiter. Für den 11. September war ein allgemeines Betanken durch die Öltanker der TG 30.8 vorgesehen. Da befanden sich die Schiffe der TG 38.3 rund 300 Seemeilen östlich von Mindanao. Am 12. September erhielten die Schiffe der TG 38.3, TG 38.1 und TG 38.2 neue Befehle. Diese setzten noch am selben Tag zum Angriff auf die Inseln Cebu und Negro in der Visyas Inselgruppe der Philippinen an. Vor Cebu City wurde dabei das japanische Patrouillenboot KISO MARU, die U-Boot Jäger MOGAMI MARU und KYO MARU Nummer 12, der Netzleger KOREI MARU, der Minenleger CHOUN MARU Nummer 18, die Küstenwachboote BANSHU MARU Nummer 97 und FUKUJU MARU Nummer 4, die Truppentransporter BUGEN MARU und NICHIEI MARU, die Frachtschiffe KEIAN MARU, GENKAI MARU, TOYO MARU, SHINTAI MARU Nummer 2, SHINTAI MARU Nummer 5 und SHINTAI MARU Nummer 8 und der Öltanker AYAZONO MARU versenkt. Vor Danao, Cebu Island wurde das japanische Bergungsschiff MIHO MARU, vor Vila Hermosa, Cebu Island das Truppentransportschiff SHIRAMINE MARU, 22 Seemeilen vor Masbate Island das Truppentransportschiff OAKITA MARU und 30 Seemeilen Nordöstlich von Cebu City das Truppentransportschiff RAKUTO MARU versenkt und weitere Schiffe beschädigt. Während dieser Angriffe lagen die Schiffe der TG 38.3 rund 50 Seemeilen östlich der Surigao Straße. Auch am 13. September hielt das Bombardement auf Cebu Island und Negros Island weiterhin an. Am darauffolgenden Tag unternahmen die Schiffe der TG 38.3 und TG 38.2 einen Angriff auf feindliche Stellungen auf Panay Island und Negros Island. Dabei wurde nördlich von Cebu Island das japanische Patrouillenboot PT – 482 beschädigt. Am 16. September erfolgte auf hoher See die Betankung der Kriegsschiffe der TG 38.3. Nach der Betankung stellten sich die Schiffe den neuen Aufgaben. So verließen sie die Visyas Inselgruppe und lagen am folgenden Tag vor der Palau Insel Peleliu. An diesem 17. September unterstützten die Schiffe der TG 38.3, die auf Peleliu am 15. September gelandeten Marines, und beschossen japanische Stellungen. Doch dieses Bombardement dauerte nur diesen einen Tag. Die amerikanischen Schiffe verließen die Palau Inseln und fuhren in Richtung der philippinischen Insel Luzon. Der 19. September wurde zum allgemeinen Auftanken und zur Übernahme von Munition genutzt, so dass am 20. September 1944 sich die Schiffe der TF 38 auf die weiteren Kämpfe vor Luzon, der Hauptinsel der Philippinen vorbereiten konnten. Am darauffolgenden Tag begann der Kampf. Die Schiffe der TG 38.3 lagen da 175 Seemeilen nordöstlich von Manila. Zusammen mit den Trägerflugzeugen der beiden anderen Task Groups wurden in der Bucht von Manila der japanische Zerstörer SACUKI, die Tanker OKIKAWA MARU, KYOKUTO MARU, SUNOSAKI MARU, HORAI MARU und NIYO MARU sowie die Transportschiffe NORWAY MARU, YOZAN MARU, CHINA MARU, TSUKUBUSAN MARU, HIOKI MARU, RISSHUN MARU und RIZAN MARU versenkt. Weitere japanische Kriegs- und Transportschiffe wurden in der Subic Bay und im Norden von Luzon versenkt. Die Trägerflugzeuge bombardierten die japanischen Flugplätze Nichols Field und Clark Field in der Manila Bay. Japanische Flugzeuge griffen am 22. September die vor Luzon liegenden Schiffe an. Die USS LONGSHAW konnte dabei aber zusammen mit den anderen Zerstörern erfolgreich die Flugzeugträger vor diesem feindlichen Luftangriff schützen, so dass es zu keinen Ausfällen kam. Am Abend des 23. September befanden sich die Schiffe der TG 38.3 dann 350 Seemeilen südwestlich der San Bernardino Straße und fuhren am folgenden Tag in Richtung der Palau Inseln. An diesem Tag erhielten die Schiffe der TG durch die Tanker der Task Group 30.8 frischen Treibstoff für die Schiffe und Flugbenzin für die Trägerflugzeuge. Die Palau Inseln erreichten die Schiffe dann am 27. September. In der neugeschaffenen schwimmenden Marinebasis in der Kossol Passage füllten die Schiffe ihre Munitionsmagazine und erhielten weiteren Treibstoff. Am 1. Oktober verließen sie wieder diese Basis und fuhren zum Atoll Ulithi, Karolinen. Dieses erreichten sie am 2. Oktober. Für die Schiffsbesatzungen gab es aber dort nicht genügend Ruhe, denn schon am 6. Oktober verließen die Schiffe der TG 38.3 dieses Atoll. Die Fahrt führte die Schiffe zu erst in Richtung der Marianen. Die TG 38.3 lag am 8. Oktober rund 500 Seemeilen westlich dieser Inselgruppe und erhielt frischen Treibstoff. Das weitere Ziel waren die Flugplätze auf Okinawa. Am 10. Oktober begann zusätzlich der Beschuss auf alle japanischen Schiffe die sich in den Gewässern um Okinawa und den Kerama Retto Inseln befanden. So lagen die Schiffe der TG 125 Seemeilen südöstlich von Okinawa. Am Abend des 10. Oktober verließen die Schiffe der Task Force 38 aber wieder Okinawa und wandten sich mit den selben Zielen nach Luzon und Formosa. Die Schiffe der TG 38.3 lagen am 12. Oktober 75 Seemeilen östlich von Formosa. Hier bombardierten die Trägerflugzeuge in den nächsten drei Tagen sämtliche Kriegstechnischen Einrichtungen, Truppenkonzentrationspunkte und Flugplätze der Japaner im zentralen Bereich der Insel bei den Städten Kagi und Taichu. Es gab in diesen Tagen erbitterte feindliche Luftangriffe auf die Schiffe der Task Force 38. In diesen Tagen konnten die Geschützmannschaften der USS LONGSHAW einen feindlichen Torpedobomber abschießen. Am 13. Oktober griffen japanische Flugzeuge die Schiffe der TG 38.2 an, Dabei traf ein Lufttorpedo während des Luftangriffes den Schweren Kreuzer USS CANBERRA ( CA-70 ) unter der Kiellinie und ein anderer den Leichten Kreuzer USS HOUSTON ( CL-81 ) aus der TG 38.2. Die USS WICHITA ( CA-45 ) nahm die USS CANBERRA ins Schlepptau um es zum Hochseeschlepper USS MUNSEE ( ATF-107 ) zu bringen. Der Schweren Kreuzer USS BOSTON ( CA-69 ) nahm indes die USS HOUSTON ins Schlepptau und zog das Schiff bis zum Hochseebergungsschiff USS PAWNEE ( ATF-74 ). Dadurch mussten mehrere Umgruppierungen am 14. Oktober vorgenommen werden. USS LONGSHAW blieb aber in der TG zur Sicherung der Träger. Am 23. Oktober kehrten die Sicherungsschiffe aus der TU 30.3.1 zu ihren Task Groups zurück. Dabei befanden sich die Schiffe der TG 38.3 rund 60 Seemeilen östlich von Poloilo Island. Man hatte erfahren, dass die Japaner mit frischen Soldaten den Eingeschlossenen auf Leyte in der Ormoc Bay zu Hilfe eilen sollten und stellte daher alle amerikanischen Schiffe der Task Force 38 um. Es war Admiral William Frederick Halsey, Jr. ( 30. Oktober 1882 – 16. August 1959 ) klar, dass diese zu erwartenden drei japanischen Flotten die letzte große Anstrengung der Japaner sein konnte um wenigstens die Amerikaner von den Philippinen fern zu halten, indem man deren Flotten versuchte zu vernichten. Am 23. Oktober versetzte man die USS LONGSHAW in die Task Group 38.4 die Rear Admiral Ralph Eugene Davison ( 12. September 1895 in Saint Louis, Missouri – 13. Februar 1972 ) kommandierte. In der TG befanden sich die Flugzeugträger USS ENTERPRISE ( CV-6 ) und USS FRANKLIN ( CV-13 ), die Leichten Flugzeugträger USS BELLEAU WOOD ( CVL-24 ) und USS SAN JACINTO ( CVL-30 ), die Schlachtschiffe USS WASHINGTON, USS ALABAMA und USS SOUTH DAKOTA, die Schweren Kreuzer USS WICHITA ( CA-45 ) und USS NEW ORLEANS ( CA-32 ), der Leichte Kreuzer USS BILOXI ( CL-80 ) und die Zerstörer USS LONGSHAW, USS LAWS, USS MORRIS ( DD-417 ), USS WILKES ( DD-441 ), USS NICHOLSON ( DD-442 ), USS SWANSON ( DD-443 ), USS MAURY ( DD-401 ), USS GRIDLEY ( DD-380 ), USS McCALL ( DD-400 ), USS HELM ( DD-388 ), USS CRAVEN ( DD-382 ), USS RALPH TALBOT ( DD-390 ), USS MUGFORD ( DD-389 ), USS PATTERSON ( DD-392 ) und USS BAGLEY ( DD-386 ). An diesem Tag lagen die Schiffe der TG 38.4 rund 60 Seemeilen östlich der Südspitze von Samar. Bis in die Nacht zum 24. Oktober flogen die amerikanischen Piloten Angriffe auf japanische Flugplätze auf Leyte und unterstützten die dortige Invasion der Alliierten. Mehrere Aufklärungsflugzeuge der TF 38 entdeckten am Morgen des 24. Oktober zwei japanischen Entsatzflotten. Eine davon unterstand dem Befehl von Rear Admiral Naomasa Sakonju ( 6. Juni 1890 – 21. Januar 1948 ) und die Central Force unter dem Befehl von Vizeadmiral Jisaburo Ozawa ( 2. Oktober 1896 – 9. November 1966 ). Sofort begannen die Trägerflugzeuge der TF diese Schiffe zu attackieren. Es entspann sich die Schlacht in der Sibuyan See. Trägerflugzeuge der TG 38.3 konnten das japanische Schlachtschiff MUSASHI versenken. Weitere japanische Schiffe wurden durch Flugzeuge der TG 38.4 und TG 38.2 beschädigt. Am folgenden Tag begann die Schlacht vor Cap Engano. Hier trafen die Schiffe der TF 38 auf die der japanischen Central Force. In dieser befanden sich die Flugzeugträger ZUIKAKU, ZUHIO, CIJODA und CITOSE, die Schlachtschiffe HUJIGA und ISE, die Leichten Kreuzer OJODO, TAMA und ISUZU und die Zerstörer WAKAZUKI, KUWA, SUGI, MAKI, KIRI, SHIMOCUKI, FUJUCUKI, HACUZUKI und AKIZUKI. Die amerikanischen Trägerflugzeuge konnten während der Schlacht die vier japanischen Flugzeugträger versenken und weitere Schiffe beschädigen, so dass sich die japanische Flotte zurückziehen musste. Die Zerstörer AKIZUKI und TAMA werden dabei durch amerikanische U-Boote versenkt. Die Seeschlacht um Leyte dauerte bis zum 26. Oktober. Danach war die japanische Flotte nicht mehr eine geschlossene Kampfeinheit. Noch am Abend begannen Manöver zum betanken der Schiffe der TG 38.4, die sich bis zum folgenden Tag hinzogen. An diesem 27. Oktober verließ die USS LONGSHAW die TG 38.4 und fuhr zum Atoll Ulithi. Hier musste sich der Zerstörer einigen Reparaturen unterziehen die mehrere Wochen dauerten. Erst am 3. Dezember gliederte man das Kriegsschiff wieder in die Task Group 38.3 ein. Diese TG befehligte Rear Admiral Frederick Carl Sherman während der Operation „Love III“. In der TG befanden sich die Flugzeugträger USS ESSEX und USS TICONDEROGA, die Leichten Flugzeugträger USS LANGLEY und USS SAN JACINTO, die Schlachtschiffe USS WASHINGTON, USS NORTH CAROLINA und USS SOUTH DAKOTA, die Leichten Kreuzern USS MOBILE, USS BILOXI, USS SANTA FE und USS OAKLAND und die Zerstörer USS LONGSHAW, USS CALLAGHAN, USS CASSIN YOUNG, USS PORTERFIELD, USS PRESTON, USS LAWS, USS PRICHETT, USS DE HAVEN ( DD-727 ), USS MANSFIELD ( DD-728 ), USS LYMAN K SWENSON ( DD-729 ), USS COLLETT ( DD-730 ), USS MADDOX ( DD-731 ), USS BLUE ( DD-744 ), USS SAMUEL N MOORE ( DD-747 ), USS TAUSSIG ( DD-746 ) und USS BRUSH ( DD-745 ). Die USS LONGSHAW beteiligte sich zusammen mit diesen Schiffen an mehreren Übungen um die Abstimmungen der Schiffe untereinander für die kommenden Kämpfe festzulegen. Am 11. Dezember verließen diese Schiffe zusammen mit allen anderen Schiffen der TF 38, die noch nicht abgelegt hatten, das Atoll Ulithi und fuhren zur philippinischen Insel Luzon. Auf dem Weg dorthin, die Kriegsschiffe lagen rund 350 Seemeilen östlich von Luzon, trafen sie am folgenden Tag auf die Versorgungsschiffe der Task Group 30.8 und übernahmen frischen Treibstoff. Am 13. Dezember war die Ausgangsposition vor der Anlandungszone erreicht und die Trägerflugzeuge stiegen auf um japanische Stellungen zu bombardieren. Am nächsten Tag fielen Bomben auf die Flugplätze Clark Field und Angeles Field sowie auf feindliche Stellungen auf Salvador Island. Am dritten Tag des Bombardements flogen die Trägerflugzeuge die Gebiete um Masinloc, San Fernando, Manila Bay und Cabatuan an. Dieser Bombenhagel dauerte bis zum Morgen des 16. Dezembers an. An diesem Tage befehligte Admiral William Frederick Halsey, Jr. ( 30. Oktober 1882 – 20. August 1959 ), Kommandant der 3. US Flotte in der sich auch die TF 38 befand, ein allgemeines Betanken der Schiffe des Verbandes. Die Treibstoffübergabe sollte außerhalb der Reichweite japanischer Flugzeuge vonstatten gehen. Und so fuhren die Schiffe der TF 38 von Luzon aus rund 300 Seemeilen nach Osten. Die Schiffe der TG 38.3 lagen da rund 500 Seemeilen östlich der Philippinen. Dort sollte sich die Task Group 30.8, die Sea Logistical Group, unter dem Kommando von Captain Jasper T. Acuff, die aus zwölf Flottentankern, drei Schleppern, fünf Zerstörern, zehn Geleitzerstörern und fünf Geleitflugzeugträgern bestand, aufhalten. Die Treibstofftanks der meisten Zerstörer aus der TF 38 waren nur noch mit rund 15% Treibstoff gefüllt. Die erste Meldung für einen heraufziehenden Sturm erreichte den Wetterdienst der US Navy am 14. Dezember nachdem ein Pilot etwa 60 Seemeilen südöstlich von Samar eine Tropische Störung meldete. Commander G. F. Kosco, der zuständige meteorologische Offizier der 3. US Flotte, vermutete am 17. Dezember diesen heraufziehenden Sturm etwa 450 Seemeilen weiter östlich des Verbandes. Nachdem an diesem Tag der Kampfverband und der Logistikverband aufeinandertrafen begann man sofort mit der Treibstoffübergabe. Trotz unruhiger See und Windstärke 8 konnten einige Schiffe erfolgreich Treibstoff übernehmen. Doch dann scheiterten weitere Versuche da die Treibstoffschläuche rissen und die Schiffe in der rauer werdenden See zu kollidieren drohten. Kurz nach Mittag wurden alle Betankungsversuche abgebrochen und die Schiffe sollten sich weiter nordwestlich wieder sammeln damit am nächsten Morgen die Betankung fortgeführt werden sollte. In der Nacht zum 18. Dezember behielt die 3. US Flotte ihren Nordwestkurs bei. Dabei gab es keine Anzeichen das die Flotte direkt in den Taifun „Cobra“ fuhr. Erst in den Morgenstunden mehrten sich diese. Das Barometer fiel und der Wind steigerte sich auf 30 Knoten. Gegen 10:00 Uhr lag die Windgeschwindigkeit bei 43 Knoten und das Barometer fiel rasant ab. Während des Sturmes verlor die US Navy mehrere Schiffe. So sanken die Zerstörer USS SPENCE ( DD-512 ), USS HULL ( DD-350 ) und USS MONAGHAN ( DD-354 ) und beschädigt wurden die Zerstörer USS HICKOX, USS BUCHANAN ( DD-484 ), USS DYSON ( DD-572 ) und USS BENHAM ( DD-796 ), der Leichte Kreuzer USS MIAMI ( CL-89 ) und die Leichten Flugzeugträger USS MONTEREY ( CVL-26 ), USS CABOT ( CVL-28 ) und USS COWPENS ( CVL-25 ). Aus der TG 38.3 erlitt nur der Leichte Flugzeugträger USS SAN JACINTO mehrere Beschädigungen. Am Morgen des 21. Dezember verließen die Schiffe der Task Force 38 die Gewässer und fuhren in Richtung ihres Stützpunktes auf dem Atoll Ulithi, wo die Schäden durch den Sturm behoben und die Besatzungen sich erholen konnten. Unterwegs wurden sie durch die Tanker der TG 30.8 betankt und erreichten Ulithi am 24. Dezember 1944. Die Schiffe der Task Force 38, zu der die USS LONGSHAW immer noch gehörte, legten am 30. Dezember 1944 in Ulithi schon wieder ab und fuhren erneut nach Luzon um an den beginnenden Kämpfen teilzunehmen. Der Zerstörer stand diesmal frei zur Verfügung und führte neben der Sicherung der Flugzeugträger und der Schweren Einheiten auch U-Boot Patrouillen durch. Diesmal erhielt die Operation den Namen „Mike I“ und Vizeadmiral John Sidney McCain, Sr. ( 9. August 1884 – 6. September 1945 ) behielt das Kommando über die Task Force. Die Schiffe der TF 38 wurden zur Unterstützung der Landungsoperation auf Luzon eingesetzt in dem die Nachschubwege von Formosa aus abgeschnitten wurden. Ab dem 3. Januar bombardierten die amerikanischen Trägerflugzeuge japanische Stellungen auf Formosa und versenkten japanische Schiffe. Zwei Tage später lagen die Schiffe der TG 30.8 rund 300 Seemeilen Nordöstlich von Luzon und betankten die Schiffe der TF 38. Gleich im Anschluss daran näherte sich die Task Force Luzon von Norden her und ab dem 6. Januar wurden japanische Stellungen auf der philippinischen Insel bombardiert. Am 12. Januar folgte gleich die Operation „Gratitude“, die bis zum 25. Januar dauerte und die Südöstlichen Gebiete von Französisch Indochina angegriffen wurden. Sämtliche japanischen Schiffe wurden nun in der Südchinesischen See angegriffen und wenn möglich versenkt. Der Einsatz der Task Force 38 war während der Kämpfe eine Demonstration der mobilen Seemacht und der Stärke der amerikanischen Marine. Bis zum 21. Januar waren feindliche Versorgungsschiffe mit einer Gesamttonnage von 130.000 BRT versenkt und unzählige feindliche Flugzeuge vernichtet. Am 26. Januar verließen die Schiffe der TF 38 wieder ihr Einsatzgebiet und fuhren zum Atoll Ulithi zurück. Hier gliederte man die USS LONGSHAW in die Task Group 58.5 ein die Rear Admiral Matthias Bennett Gardner ( 28. November 1897 – 24. August 1975 ) während der Operation “Detachment and Jamboree” kommandierte. In der TG befanden sich die Flugzeugträger USS ENTERPRISE und USS SARATOGA ( CV-3 ), der Schlachtkreuzer USS ALASKA ( CB-1 ), der Schwere Kreuzer USS BALTIMORE ( CA-68 ), der Leichte Kreuzer USS FLINT und die Zerstörer USS LONGSHAW, USS REMEY ( DD-688 ), USS McGOWAN ( DD-678 ), USS MELVIN ( DD-680 ), USS McNAIR ( DD-679 ) und USS MONSSEN ( DD-798 ), USS MERTZ ( DD-691 ), USS NORMAN SCOTT ( DD-690 ) und ein weiterer. Am 10. Februar verließen diese Schiffe zusammen mit denen der TF 58 das Atoll Ulithi. Ziel war das japanische Festland. Die Aufgabe der TG 58.5 bestand darin die Aktivitäten der der Task Force mit Luftangriffen in der Nacht fortzusetzen. Am 13. Februar begann das allgemeine betanken der Schiffe durch die Tanker der TG 50.8 und am 16. Februar lagen die Schiffe der TG rund 125 Seemeilen südöstlich von Tokio. Sofort beginnen die Luftangriffe der amerikanischen Trägerflugzeuge gegen japanische Flugplätze, gegen die Luftabwehr und gegen Flugzeugfabriken im Raum Tokio. Die USS LONGSHAW lieferte als Radarvorpostenschiff zusammen mit den anderen Zerstörern der TG einen Schutzschirm für die Flugzeugträger vor feindlichen Luftangriffen. Doch die Wetterlage verschlechterte sich zusehends und die Luftangriffe der amerikanischen Piloten werden stark behindert. Am folgenden Tag wurden Schiffsziele im Raum Yokohama aufs Korn genommen. Für den 18. Februar war der allgemeine Rückzug aus den japanischen Gewässern vorgesehen gewesen. Das Ziel waren die Gewässer um die Bonin Insel Chichi Jima. Hier warteten Tanker zur Versorgung der Flotte. Die Schiffe der TG 58.5 übernahmen dabei den Schutz der Aktion. Anschließend wendet man sich gegen Iwo Jima und unterstützte dort die Landung der amerikanischen Marines. Wegen einer Umorientierung versetzte man die USS LONGSHAW am 21. Februar in die Task Group 58.2. In dieser TG befanden sich die Flugzeugträger USS LEXINGTON, USS ENTERPRISE und USS HANCOCK ( CV-19 ), der Leichte Flugzeugträger USS SAN JACINTO, die Schlachtschiffe USS WISCONSIN ( BB-64 ) und USS MISSOURI ( BB-63 ), der Schlachtkreuzer USS ALASKA, die Schweren Kreuzer USS BALTIMORE, USS SAN FRANCISCO ( CA-38 ), USS BOSTON ( CA-69 ) und USS PITTSBURGH ( CA-72), der Leichte Kreuzer USS FLINT und die Zerstörer USS LONGSHOW, USS STEPHEN POTTER ( DD-538 ), USS OWEN ( DD-536 ), USS THE SULLIVANS ( DD-537 ), USS MILLER ( DD-535 ), USS TINGEY ( DD-539 ), USS HUNT ( DD-674 ), USS MARSHALL ( DD-676 ), USS LEWIS HANCOCK ( DD-675 ), USS HICKOX ( DD-673 ), USS YARNALL ( DD-541 ), USS WEDDERBURN ( DD-684 ), USS STOCKHAM ( DD-683 ), USS TWINING ( DD-540 ), USS COLAHAN ( DD-658 ), USS CUSHING ( DD-797 ), USS UHLMANN ( DD-687 ), USS HALSEY POWELL ( DD-686 ), USS REMEY ( DD-688 ) und USS MONSSEN ( DD-798 ). Diese Schiffe kehrten zum japanischen Kernland zurück und deren Trägerflugzeuge bombardierten am 22. Februar erneut feindliche Flugplätze und Rüstungsfabriken. Danach verließen auch diese Schiffe der TG 58.2 wieder ihre Positionen und fuhren zur Bonin Insel Iwo Jima. Am 23. Februar versetzte man die USS LONGSHAW wieder in die Task Group 58.5. Noch während am 26. Februar ein Sturm auf hoher See heranzog, bombardierten die Trägerflugzeuge der TG japanische Stellungen auf Chichi Jima. Anschließend hatte ein jeder Schiffsführer zu kämpfen um sein ihm anvertrautes Schiff so gut wie möglich durch den Sturm zu bringen und die hohen Wellen abzureiten. Zum Glück sank keines, aber in anderen Task Groups wurden mehrere beschädigt. Am 28. Februar hatte sich die See soweit gehend wieder beruhigt, dass die Schiffe der TG 58.5 betankt werden konnten. Während dessen fuhren sie aber weiter in Richtung Okinawa. Hier lagen sie zusammen mit anderen Task Groups am 1. März 75 Seemeilen südöstlich der Insel und die Trägerflugzeuge begannen ihr Bombardement gegen japanische Flugplätze und militärische Einrichtungen. Außerdem wurden alle Schiffe versenkt die man sichten konnte. Gleich daran anschließend verließen die Task Groups diese Gewässer und fuhren zum Atoll Ulithi. Die Schiffe der TG 58.5 aber nicht. Diese fuhren wieder nach Chichi Jima und begannen erneut ein Bombardement gegen feindliche Stellungen. Dabei konnte ein kleines Frachtschiff im Higashi Harbor auf Haha Jima versenkt werden. Nun wechselte die TG nach Iwo Jima und unterstützte dort die amerikanischen Landungstruppen. Aber am 9. März verließen die Schiffe der TG nun ebenfalls diese Gewässer und fuhren zum Atoll Ulithi. Nach dem Auffüllen der Munitionsbunker und der Treibstoffbunker versetzte man die USS LONGSHAW am 21. März in die Task Force 54. Deren Schiffe übten bis zu diesem Tag für die kommenden Kämpfe um Okinawa östlich des Atolls Ulithi. Nur wenige Stunden danach gliederte man den Zerstörer in die Task Group 54.1, die Gunfire Support Group, ein die Rear Admiral Morton Lyndholm Deyo ( 1. Juli 1887 – 10. November 1973 ) während der Operation „Iceberg“ befehligte. Innerhalb dieser TG befand sich das Kriegsschiff in der Task Undergroup 54.1.1 die Rear Admiral P. K. Fishler kommandierte. In der TU befanden sich die Schlachtschiffe USS TEXAS ( BB-35 ) und USS MARYLAND ( BB-46 ), der Schwere Kreuzer USS TUSCALOOSA ( CA-37 ) und die Zerstörer USS LONGSHAW, USS LAWS, USS MORRISON, USS PRICHETT und USS WILLIAMSON ( DD-244 ). Noch am 21. März verließen die Schiffe der TG 54.1 das Atoll Ulithi und fuhren nach Okinawa. Die Ryukyu Insel erreichten sie am 25. März und wendeten sich gleich den Kerama Retto Inseln zu, die bombardiert wurden um den mitgeführten Landungstruppen eine freie Zone zu schaffen. Die Kerama Retto Inseln waren insofern notwendig, um dort eine Nachschubbasis für die alliierten Kriegsschiffe während der Invasion von Okinawa zu schaffen. Die USS LONGSHAW beteiligte sich in diesen Tagen aktiv an der Bombardierung feindlicher Küstenbefestigungen. Anschließend wechselten die Schiffe der TG nach Okinawa und begannen dort ab dem 28. März die Landungszonen zu bombardieren. Am 1. April begann die Invasion von Okinawa. Tag und Nacht waren die amerikanischen Trägerflugzeuge im Einsatz und die Schiffe feuerten ihre Granaten auf feindliche Ziele ab. Die USS LONGSHAW blieb kontinuierlich auf ihrer Position, auch während der Angriffe von Kamikazepiloten, und lieferte die benötigte Feuerkraft zur Unterstützung der Landungstruppen. Am 7. April wurde der Zerstörer durch einen Selbstmordpiloten leicht beschädigt. Da befand sich das Kriegsschiff rund drei Seemeilen nordwestlich von Zampa Misaki auf Okinawa. Zehn Tage später musste die USS LONGSHAW die Kerama Retto Inseln anfahren um ihren Munitionsvorrat zu vervollständigen. Nach der Rückkehr an die Küste von Okinawa, nahm der Zerstörer wieder seine vorgegebene Position ein und feuerte erneut auf japanische Ziele. Ständig erhielt der Zerstörer neue Zielkoordinaten und eilte dorthin um die Landungstruppen zu unterstützen oder feindliche Küstenbefestigungen auszuschalten. Am 18. Mai erhielt Lieutenant Commander Clarence William Becker ( 6. Januar 1917 in New Hampshire – 18. Mai 1945 vor Naha, Okinawa ) den Befehl eine Patrouillenfahrt südlich Naha, einem japanischen Feldflugplatz, durchzuführen. Dabei lief die USS LONGSHAW um 7:19 Uhr auf ein Korallenriff auf und saß vier Seemeilen südwestlich von Naha fest. Alle Versuche das Kriegsschiff wieder frei zu bekommen blieben erfolglos. Um 9:45 Uhr kam der Hochseeschlepper USS ARIKARA ( ATF-98 ). Eine viertel Stunde später befand sich der Kapitän des Hochseeschleppers, Lieutenant John Aikin und sein Funker First Class James J. Zikus, an Bord der USS LONGSHAW um die Kommunikation abzustimmen. Man befestigte anschließend ein Schlepptau und nach einer weiteren Stunde begann der erste Versuch den Zerstörer frei zu bekommen. Genau eine Minute später eröffnete eine japanische Küstenbatterie das Feuer auf die beiden amerikanischen Schiffe. Die ersten Granaten schlugen dabei noch auf dem Wasser auf. Die Geschützmannschaften der USS LONGSHAW eröffneten nun ebenfalls das Feuer, doch da traf eine japanische Granate den Bug des Zerstörers und explodierte in einem der Munitionsmagazine. Den Bug riss es vollständig ab. Außerdem war die Kommunikation auf dem Kriegsschiff zerstört. Ohnmächtig musste die Schiffsbesatzung mit ansehen wie ihr Schiff immer tiefer sank und alle Bemühungen hoffnungslos erschienen. Da gab man von der Brücke aus den mündlichen Befehl per „Weitersagen“ das alle von Bord gehen sollen. In dem Moment, es war genau 11:05 Uhr, gab es einen Volltreffer auf der Brücke und die sich dort aufhaltenden Besatzungsmitglieder waren auf der Stelle tot, schwer verletzt oder betäubt. Zwischenzeitlich war das Schwesterschiff USS HEYWOOD L EDWARDS ( DD-663 ) erschienen und beschoss die japanische Küstenbatterie um die Bergung der USS LONGSHAW zu unterstützen, aber die beiden Treffer auf dem Schiff konnte man nicht verhindern. Die USS LONGSHAW musste aufgegeben werden. Um 11:15 Uhr kam der mündliche Befehl auch bis zum Feuerraum und Maschinenraum das Schiff zu verlassen. 86 Mannschaftsmitglieder, unter ihnen Lieutenant Commander Clarence William Becker und der Funker First Class James J. Zikus von der USS ARIKARA waren darunter. 95 weitere Besatzungsmitglieder wurden verwundet und 113 überlebten ohne eine Verletzung diesen Angriff. Gegen 12:00 Uhr erschien ein LCI, Infanterielandungsfahrzeug, und nahm die Verwundeten und Überlebenden auf. Im innern des Schiffes wütete mittlerweile ein Feuer und Munition explodierte. Am späten Nachmittag versenkten amerikanische Schiffe mit ihren Schiffsgeschützen und Torpedos die USS LONGSHAW.


USS LONGSHAW ( DD-559 )
Commanding Officer

CDR Daniel Thomas Birtwell Jr.         4. Dezember 1943 – 8. Dezember 1943
LT Neal Almgren        8. Dezember 1943 – 13. Dezember 1943 (Vorübergehend)
CDR Robert Hursey Speck          13. Dezember 1943 – 28. Januar 1945 (erreichter Rang RADM)
CDR Theodore Robert Vogeley           28. Januar 1945 – 10. Mai 1945 (erreichter Rang RADM)
LCDR Clarence William Becker         10. Mai 1945 – 18. Mai 1945

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.