USS SHUBRICK ( DD-639 )

USS SHUBRICK ( DD-639 )

Biografie

William Branford Shubrick
* 31. Oktober 1790 in „Belvedere“, Bull Island, South Carolina
† 27. Mai 1874 in Washington DC
war ein Offizier in der US Navy und diente während des Krieges von 1812, während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und in den ersten Monaten des amerikanischen Bürgerkrieges

Drei Brüder von William Branford Shubrick, John Templar Shubrick ( 1788 – 1815 ), Edward Rutledge Shubrick ( 1794 – 1844 ) und Irvine Shubrick ( 1798 – 1849 ) waren wie er Offiziere in der US Navy. William Branford Shubrick begann sein Harvard Studium noch bevor er 1806 zum Midshipman in der US Navy ernannt wurde. Seinen Dienst versah er auf der Korvette USS WASP ( 1807 ) die unter dem Kommando von Master Commander John Smith stand. Die erste Kreuzfahrt der Korvette führte Shubrick in das Mittelmeer wo man für ein halbes Jahr blieb. Dann kehrte die USS WASP an die Ostküste der Vereinigten Staaten zurück und man verlegte mit dem Schiff ab Juni 1808 eine Garnison von New York City nach Passamaquoddy. Im Winter von 1808 zu 1809 patrouillierte das Schiff vor der Casco Bay, Maine um dort das Jefferson Embargo gegen England und Frankreich durchzusetzen. Danach blieb es bis Mai 1809 in Portland, Maine. In Portland übergab Master Commander Smith das Kommando über die USS WASP an Captain James Lawrence ( 1. Oktober 1781 – 4. Juni 1813 ). Am 13. November 1809 versetzte man Midshipman James Fenimore Cooper ( 15. September 1789 – 14. September 1851 ) an Bord der Korvette. Cooper war ein Freund von Lawrence, da beide aus Burlington, New Jersey stammten. Midshipman Shubrick freundete sich auch sehr schnell mit dem Wortgewandten Cooper an und diese Freundschaft sollte ein Leben lang halten. Seinem Freund Shubrick widmete Cooper später die Bücher „Der Pilot“ und „The Red Rover“. Doch die beiden konnten nicht lange zusammen bleiben. Noch im selben Jahr versetzte man Shubrick auf die Brigg USS ARGUS ( 1803 ) die vor der Atlantikküste Amerikas das Jefferson Embargo durchsetzen sollte. Dort blieb er bis zum Ausbruch des Krieges von 1812. Dieser brach am 18. Juni 1812 gegen England offen aus. Man versetzte Shubrick auf die Brigg USS HORNET ( 1803 ) die Captain James Lawrence befehligte. Die USS HORNET segelte nach Südamerika wo am 9. Juli 1812 das britische Piratenschiff DOLPHIN aufgebracht wurde. Die Crew der USS HORNET musste aber das britische Schiff wieder freigeben wegen einer Übermacht an britischen Kriegsschiffen im Hafen von Salvador da Bahia, Brasilien. Die HORNET kehrte kurz nach Washington zurück. Dort ging Shubrick von Bord der Brigg und wechselte an Bord der Fregatte USS CONSTELLATION ( 1797 ) die in der Werft zur Reparatur lag. Die Fregatte kommandierte Captain Charles Stewart ( 28. Juli 1778 – 6. November 1869 ). Nach der Fertigstellung der Reparaturen legte die Fregatte ab und segelte nach Hamton Roads. Kurz nach ihrer Ankunft im Januar 1813 blockierten britische Schiffe die Hafenausfahrt. Captain Stewart ließ Vorbereitungen zur Verteidigung der Fregatte treffen. Anfang Juni übertrug er Shubrick das Kommando über eine Gruppe von 150 Matrosen und Marinesoldaten die Craney Island mit 580 Militärs und Milizen besetzten. Am 22. Juni 1813 kam es dort zur Schlacht. 1.300 britische Soldaten griffen die Insel an. 81 von ihnen blieben auf dem Schlachtfeld liegen. Auf der amerikanischen Seite gab es keine Verluste. Mit diesem Sieg wurde Norfolk und Portsmouth vor der Plünderung gerettet. Mit Captain Stewart wechselte Shubrick dann an Bord der Fregatte USS CONSTITUTION ( 1797 ). Am 20. Februar 1815 wurden die Segel der beiden britischen Kriegsschiffe HMS LEVANT ( 1813 ) und HMS CYANE ( 1806 ) bei Kap Finisterre gesichtet. Beide Schiffe gaben nach einer kurzen Gegenwehr auf und wurden von den Amerikanern aufgebracht. Für sein heldenhaftes Verhalten während dieses Kampfes, erhielt Shubrick später eine Congressional Medaille verliehen. Am 9. Juli 1829 übernahm Commander Shubrick das Kommando über die Schaluppe USS NATCHEZ ( 1827 ) die in der Karibik und entlang der Atlantikküste operierte. Das Schiff wurde dann am 24. August 1831 außer Dienst gestellt. Shubrick wechselte an Bord der Fregatte USS POTOMAC ( 1822 ) wo man die Gräueltaten erfuhr die der Besatzung des Handelsschiffes Friendship aus SALEM, Massachusetts in dem Hafen von Quallah Battoo nahe der Pedir Küste von Sumatra widerfahren war. Der Kapitän der USS POTOMAC, Captain John Downes ( 1786 – 11. August 1854 ), sollte diese rächen. Downes Instruktionen sahen vor, wenn es eine reguläre Regierung dort in Quallah Battoo gab sollte er mit dieser über die Bestrafung der Piratenbande verhandeln, wenn es allerdings dort keine Regierung gab waren ihm nicht die Hände gebunden jede „Bande von Gesetzlosen Piraten“ zu verfolgen und festzunehmen um diese Gräueltat zu rächen. Die USS POTOMAC verließ am 28. August 1831 New York mit dem Ziel Quallah Battoo. Über das Kap der Guten Hoffnung erreichte das Schiff den Indischen Ozean. An seinem Ziel kam es am 5. Februar 1832 an. Downes ging ohne zu verhandeln sofort in den Angriff über da seiner Meinung nach die Eingeborenen nur mit einem Messer an der Kehle verhandeln würden. So schickte er am 7. Februar Frühmorgens eine Abteilung Marines und drei Abteilungen Matrosen unter dem Kommando von Shubrick und Lieutenant Henry Kuhn Hoff ( 1809 – 25. Dezember 1878 ), insgesamt 282 Männer, an Land, mit dem Auftrag die vier Malaysischen Festungen entlang der Küste zu nehmen. Mit Hilfe der Schiffsgeschütze legte man die Festungen in Schutt und Asche und die Landtruppen erledigten den Rest. Nach fünf Stunden war das Massaker zu Ende. 150 Eingeborene samt ihrer Häuptlinge kämpften bis in den Tod. Zwei Tage später beschoss man das Dorf selber, welches dabei Feuer fing und abbrannte. Diese Aktion führte zu weiteren 300 Toten. Danach legte die Fregatte wieder ab und umsegelte das Kap Horn. Nach der Weltumrundung legte die Fregatte am 23. Mai 1834 wieder in Boston an. Danach versetzte man Shubrick an Bord der Schaluppe USS LEXINGTON ( 1825 ) deren Kommando er übernahm. Und von 1838 bis 1840 übertrug man Shubrick das Kommando über das Karibik Geschwader. Das Bureau of Provisions and Clothing leitete Shubrick von 1845 bis 1846. Am 25. April 1846, brach der Mexikanisch-Amerikanische Krieg aus. Shubrick, nun im Rang eines Commodore, forderte vom Marineminister seinen Dienst auf See ausführen zu dürfen. Er erhielt das Linienschiff USS INDEPENDENCE ( 1814 ) welches sein Flaggschiff des Pazifik Geschwaders war. Es traf am 22. Januar 1847 in der Monterey Bay ein und Shubrick begab sich an Bord. Er übernahm dieses Kommando von Commodore John Drake Sloat ( 6. Juli 1781 – 28. November 1867 ) der aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Doch Commodore James Biddle ( 18. Februar 1783 – 1. Oktober 1848 ) kam mit seinem East India Squadron eine Woche nach der Kommandoübergabe an Shubrick aus Japan und landete ebenfalls in Monterey. Er übernahm am 2. März das Oberkommando über beide Geschwader. Im April segelte Shubrik auf Befehl von Biddle mit seinem Geschwader entlang der mexikanischen Küste und blockierte die Häfen von Guaymas und Mazatlán. Anfang Juni beorderte Biddle ihn wieder an die kalifornische Küste und übergab ihm am 19. Juli das Kommando über das Pazifik Geschwader. Biddle selber kehrte mit seinem Geschwader an die Ostküste zurück. Unter Shubrick wurden die US Navy Operationen entlang der Pazifikküste während des Krieges erfolgreich beendet. Der Höhepunkt dieser Kämpfe war die Eroberung von Guaymas im Oktober und die Besetzung von Mazatlán im November 1847. Die Stadt San Blas fiel im Januar 1848 in die Hände der Amerikaner. Das Kommando über das Pazifik Geschwader übergab Shubrick 1848 an Commodore Thomas ap Catesby Jones ( 1790 – 1858 ). Commoodre Shubrick übernahm dafür im folgenden Frühjahr 1849 das Kommando über die Philadelphia Navy Yard. Ab dem 1. März 1852 übernahm er die Leitung des Bureau of Construction and Repair. Dies hatte er bis zum 30. Juni 1853. Flag Officer Shubrick war dann von 1854 bis 1858 der Vorsitzende des Lighthouse Board. Am 1. Februar 1855 war von Seiten Paraguays auf das Seitenrad Kanonenboot USS WATER WITCH ( 1851 ) geschossen worden bei dem der Steuermann des Schiffes tödlich getroffen wurde. In den anschließenden Jahren versuchten Diplomaten vergeblich diese Situation friedlich aus dem Weg zu räumen was allerdings fehl schlug. US Präsident James Buchanan, Jr. ( 23. April 1791 – 1. Juni 1868 ) ernannte daraufhin den ehemaligen Kongressabgeordneten von Missouri, James Butler Bowlin ( 16. Januar 1804 – 19. Juli 1874 ) zum amerikanischen Verhandlungsführer. Um Bowlins Glaubwürdigkeit und Kraft für seine Forderungen zu verleihen, wurden von der US Navy Schiffe angefordert. Diese hatte aber nur eine Handvoll Segelschiffe und das Brasilien Geschwader für diese Aufgabe bereitgestellt. Um den Bedürfnissen dieser Expedition aber zu genügen wurden von der US Navy sieben Handelsschiffe mit Dampfantrieb gechartert und umgerüstet. Bowlin begab sich an Bord der Fregatte USS SABINE ( 1855 ). Am 17. Oktober 1858 hob das Geschwader im Hafen von New York City den Anker und alle neunzehn Schiffe fuhren größtenteils unabhängig in Richtung Süden. Im Hafen von Montevideo, Uruguay begann dann das große Warten auf die Nachzügler. Erst am 29. Dezember erreichte der Dampfer USS MV CHAPIN ( 1856 ) den Hafen. Am folgenden Tag fuhr das Geschwader geschlossen in den Rio de la Plata stromaufwärts. Bis Rosario gelangte das Geschwader und dort trennten sich die USS WATER WITCH und der Dampfer USS FULTON ( 1837 ) die weiter Stromaufwärts fuhren bis Asunción. An Bord der beiden Schiffe waren Bowlin und Flag Officer Shubrick. Asunción erreichte man am 25. Januar 1859. Bowlin begab sich an Land und verhandelte zwei Wochen lang mit dem paraguayischen Präsidenten Carlos Antonio López Ynsfrán ( 4. November 1792 – 10. September 1862 ). Das Ergebnis dieser Kanonenbootpolitik war, dass Paraguay sich bei den Vereinigten Staaten für den Vorfall entschuldigte, die Familie des getöteten Steuermanns von der USS WATER WITCH entschädigte und obendrein noch einem Neuen und vorteilhaften Handelsvertrag für die USA unterzeichnete. Zwei Jahre später brach der amerikanische Bürgerkrieg aus. Flag Officer Shubrick trat im Dezember 1861 in den Ruhestand. Zum Rear Admiral im Ruhestand ernannte man ihn am 16. Juli 1862. William Branford Shubrick verstarb am 27. Mai 1874 in Washington DC.

Zu Ehren von Rear Admiral im Ruhestand William Branford Shubrick wurden bei der US Navy vier Schiffe benannt.
Das erste Schiff war das Seitenraddampfschiff USS SHUBRICK ( 1865 ) das am 23. August 1861 vom Navy Departement an die US Küstenwache übergeben wurde.
Das zweite Schiff war das Torpedoboot USS SHUBRICK ( TB-31 ) das 1901 in Coast Torpedoboot Nr. 15 umbenannt wurde.
Das dritte Schiff war der Zerstörer USS SHUBRICK ( DD-268 ) aus der CLEMSON – Klasse.
Das vierte Schiff war der Zerstörer USS SHUBRICK ( DD-639 ) aus der GLEAVES – Klasse.


USS SHUBRICK ( DD-639 )

Schiffsbiografie

Die USS SHUBRICK ( DD-639 ) ist das vierte Schiff bei der US Navy das zu Ehren von Rear Admiral William Branford Shubrick benannt worden ist.
Der Zerstörer ist das siebenundfünfzigste Schiff aus der GLEAVES – Klasse.
s40001Auf der Norfolk Naval Shipyard in Portsmouth, Virginia wurde am 17. März 1942 der Kiel des Schiffes gelegt. Mrs. Susan W. Clymer Bemis ( 8. Januar 1910 – 9. Februar 1995 ), Ehefrau von Grosvenor Bemis ( 17. März 1902 – 20. Juni 1973 ) und Ur-, Urenkelin von Rear Admiral William Branford Shubrick, taufte am 18. April 1942 den Zerstörer vor dessen Stapellauf. Lieutenant Commander Louis Allen Bryan ( 17. Oktober 1908 – 27. Februar 1966 ) stellte am 7. Februar 1943 das unter seinem Kommando stehende Schiff in den Dienst der US Navy.
Gleich im Anschluss an die Erprobungs- und Ausbildungsfahrt, rüstete man die USS SHUBRICK komplett aus und es erfolgten vor der New England Küste einige Übungen.
Für die kommende Operation „Husky“, der Eroberung von Sizilien, benötigte man die USS SHUBRICK und versetzte den Zerstörer in die Task Force 65 die Rear Admiral Alan Goodrich Kirk ( 30. Oktober 1888 – 15. Oktober 1963 ) befehligte. Am 8. Juni 1943 erreichte der Zerstörer das Areal von Hampton Roads, wo der Verband für den Schiffskonvoi UGF 9 zusammengestellt wurde. Dieser Schiffskonvoi UGF 9 bestand aus 25 Transportschiffen und 21 Kriegsschiffen und legte am 11. Juni in Hampton Roads ab. Auf den Transportschiffen befanden sich die Männer der 45. Infanteriedivision die unter dem Befehl von Generalmajor Troy Houston Middleton ( 12. Oktober 1889 – 9. Oktober 1976 ) stand. Ziel des Verbandes war der Hafen von Mers-el-Kebir, Algerien, der vor den Toren von Algier liegt. Die 21 Kriegsschiffe, die den Konvoi sicherten, waren neben der USS SHUBRICK die Leichten Kreuzer USS PHILADELPHIA ( CL-41 ), USS BOISE ( CL-47 ) und USS BIRMINGHAM ( CL-62 ) sowie die Zerstörer USS MERVINE ( DD-489 ), USS BEATTY ( DD-640 ), USS COWIE ( DD-632 ), USS KNIGHT ( DD-633 ), USS DORAN ( DD-634 ), USS DAVISON ( DD-618 ), USS TILLMAN ( DD-641 ), USS EARLE ( DD-635 ), USS NELSON ( DD-623 ), USS MURPHY ( DD-603 ), USS QUICK ( DD-490 ), USS JEFFERS ( DD-621 ), USS MADDOX ( DD-622 ), USS BUTLER ( DD-636 ), USS GHERARDI ( DD-637 ), USS GLENNON ( DD-640 ) und USS HERNDON ( DD-638 ). Ohne einen Zwischenfall erreichten die Schiffe der TF 65 am 25. Juni 1943 ihren Zielhafen. Bis zum 5. Juli führte die USS SHUBRICK zusammen mit anderen Zerstörern vor der algerischen Küste U-Boot Patrouillenfahrten durch, gefolgt von Eskortierpflichten und Schulungen und wechselte nach Bizerte, Tunesien. Dort gliederte man den Zerstörer in die TF 81 ein, die Rear Admiral John Lesslie Hall, Jr. ( 11. April 1891 – 6. März 1978 ) befehligte. Das Kommandoschiff war das amphibische Truppentransportschiff USS SAMUEL CHASE ( APA-26 ). Für die Invasion auf Sizilien eskortierten neben der USS SHUBRICK die Leichten Kreuzer USS BOISE und USS SAVANNAH ( CL-42 ) und die Zerstörer USS JEFFERS, USS GHERARDI, USS HERNDON, USS MADDOX, USS MURPHY, USS NELSON, USS GLENNON, USS BUTLER, USS COLE ( DD-155 ), USS McLANAHAN ( DD-615 ), USS DALLAS ( DD-199 ) und USS BERNADOU ( DD-153 ) die Konvois NCF 1, TJF 1 und TJM 1 nach Gela, Sizilien. 19.250 Soldaten der 1. US Infanteriedivision wurden durch die Transportschiffe befördert. Am 5. Juli legten die Schiffe der TF 81 in Bizerte ab und fuhren in Richtung Sizilien. Die feindliche Luftaufklärung sichtete schon am 9. Juli um 16:30 Uhr die anrückende Flotte. Doch wegen eines heraufziehenden Unwetters glaubte man im faschistischen Hauptquartier auf Sizilien nicht an einen Angriff. Doch am folgenden Tag um 2:45 Uhr begann der Angriff der US amerikanischen Einheiten auf Gela. Die USS SHUBRICK und alle anderen Schiffe der TF unterstützten die Landeoperation mit ihren Schiffsgeschützen und bombardierten feindliche Küstenbatterien. Anfangs gab es eine geringe Gegenwehr. Doch am Morgen des 11. Juli begann ein Gegenangriff deutscher Panzer gegen die 180. Regimentskampfgruppe. Neben der USS SHUBRICK, den Leichten Kreuzern USS BOISE und USS SAVANNAH sowie den Zerstörern USS GLENNON, USS JEFFERS, USS BUTLER, USS BEATTY, USS COWIE, USS TILLMAN und USS LAUB ( DD-613 ) wurde mit den Schiffsgeschützen dieser Angriff zum Stehen gebracht. Gleich im Anschluss fuhr die USS SHUBRICK zu den Transportschiffen zurück die auf Reede lagen um diese zu bewachen. Der Zerstörer war noch keine Stunde dort anwesend, da gab es auch schon Fliegeralarm. Zwei Tage lang flogen deutsche Piloten Angriffe auf die Transport- und Frachtschiffe und bombardierten diese. Die Geschützbesatzungen der USS SHUBRICK konnte an diesen beiden Tagen zwei feindliche Flugzeuge abschießen. Bis zum 15. Juli dauerten die Kämpfe um die Brückenköpfe der Alliierten auf Sizilien. Die USS SHUBRICK kehrte aber schon vorher nach Bizerte zurück und eskortierte von dort aus zwei Schiffskonvois bis an die sizilianische Küste. Die USS SHUBRICK, USS COWIE und zwei weitere amerikanische Zerstörer begleiteten die Leichten Kreuzer USS PHILADELPHIA und USS BOISE ab dem 28. Juli nach Palermo und leistete für die Alliierten Landungstruppen Feuerunterstützung. Auf Sizilien befanden sich da nur noch wenige deutsche Verbände die über die Straße von Messina an die italienische Festküste übersetzten. Am letzten Tag des Monats Juli folgten die sechs amerikanischen Schiffe, um das Übersetzen deutscher Einheiten nach Kalabrien zu erschweren und dadurch die 8. britische Armee zu entlasten. Sie gaben bis zum folgenden Tag Feuerunterstützung gegen deutsche Stellungen bei Capo Milazzo. Die USS SHUBRICK blieb bis zum 4. August noch an der sizilianischen Küste bei Palermo um den Leichten Kreuzer USS SAVANNAH zu unterstützen. In der Nacht zum 4. August gab es wieder einen deutschen Luftangriff auf Palermo. Eine 250 kg Bombe traf die USS SHUBRICK dabei mittschiffs und schlug durch mehrer Decks. Durch die Wucht der Explosion entstanden in zwei Hauptmaschinenräumen mehrere Lecks an der Außenbordwand und liefen voll Wasser. Dadurch konnte kein Strom mehr erzeugt werden und der Zerstörer lag manövrierunfähig im Wasser. In den Hauptmaschinenräumen kamen neun Besatzungsmitglieder durch die Explosion ums Leben und zwanzig wurden zum Teil schwer verwundet. Die beschädigte USS SHUBRICK wurde durch den Hochseeschlepper USS NAUSET ( AT-89 ) in den inneren Hafen von Palermo geschleppt, wo die ersten Notreparaturarbeiten begannen. Nach dem Abpumpen des Wassers in den Hauptmaschinenräumen konnte man die Dieselaggregate wieder starten um für den Zerstörer Strom zu erzeugen. Die USS NAUSET schleppte dann den Zerstörer von Palermo nach Malta. Dort befand sich ein Trockendock. In diesem wurden weitere Reparaturen vorgenommen. Allerdings konnte man auch hier nicht sämtliche Reparaturen ausführen und so hatte die USS SHUBRICK auf der Heimfahrt an die US Amerikanische Ostküste nur eine Schraube zur Verfügung. Im Hafen von New York legte das Schiff am 9. Oktober an und erfuhr nun dauerhafte Reparaturen. Nach deren s40004Abschluss und einigen Auffrischungsübungen im Januar 1944 eskortierte die USS SHUBRICK zwei Schiffskonvois nach Großbritannien mit denen US Amerikanische Soldaten fast aller Waffengattungen sowie Kriegsmaterial und Kriegsgerät für die Landung in der Normandie transportiert wurden.
Am 4. Juni versetzte man die USS SHUBRICK zu ihrer Force. Innerhalb der Western Naval Task Force, die Kommandant Rear Admiral Alan Goodrich Kirk ( 30. Oktober 1888 – 15. Oktober 1963 ) befehligte, kam der Zerstörer in die Force „A“ im Anlandungsbereich von „Utah Beach“. Diese Force befehligte Rear Admiral Morton Lyndholm Deyo ( 1. Juli 1887 – 10. November 1973 ) und in ihr befanden sich neben der USS SHUBRICK das amerikanische Schlachtschiff US NEVADA ( BB-36 ), der britische Monitor HMS EREBUS, die amerikanischen Schweren Kreuzer USS TUSCALOOSA ( CA-37 ) und USS QUINCY ( CA-71 ), die britischen Kreuzer HMS BLACK PRINCE ( 81 ), HMS HAWKINS ( D86 ) und HMS ENTERPRISE ( D52 ), das niederländische Kanonenboot HNLMS SOEMBA, die amerikanischen Zerstörer USS FITCH ( DD-462 ), USS FORREST ( DD-461 ) und USS CORRY ( DD-463 ) aus der DESDIV 20 und USS BUTLER, USS HERNDON, USS GHERARDI und USS HOBSON ( DD-638 ) aus der DESDIV 34 sowie die amerikanischen Geleitzerstörer USS BATES ( DE-68 ) und USS RICH ( DE-695 ). Wegen des schlechten Wetters verschob man den Angriffstermin vom 5. Juni um einen Tag nach hinten. Der Beginn des Angriffs der Invasionstruppen auf „Utah Beach“ war auf 06:30 Uhr festgelegt worden. Pünktlich um 5:50 Uhr begann die USS SHUBRICK die ihr vorgegebenen feindlichen Ziele mit ihren Schiffsgeschützen zu bombardieren. Genau um 6:30 Uhr mit dem Angriff der Landungstruppen, stellte der Zerstörer sein Bombardement ein. Zwei Tage später erhielt der Zerstörer einen gezielten Treffer durch eine 150 mm Feldkanone aus dem Komplex der Maisy Küstenbatterie, welche zwischen „Omaha“ und Utah Beach“ lag. Für einen Monat musste die USS SHUBRICK nun mit den Auswirkungen des Treffers auskommen. In dieser Zeit eskortierte das Schiff mehrere Landungsschiffe bis in die Nähe der Strände, übernahm Feuerunterstützungsmissionen, ging auf die Jagd nach deutschen Torpedobooten, führte U-Boot Patrouillen durch und sicherte den Nachschub der mit Frachtschiffen aus Großbritannien angelandet wurde. Am 27. Juni begleitete die USS SHUBRICK sechs amerikanische Patrouillenboote nach Cherbourg. Dort erkundeten diese Boote die gegnerische Verteidigung durch ihr abgegebenes Abwehrfeuer. Selbst der Zerstörer geriet dabei unter Beschuss noch bevor der Auftrag abgeschlossen werden konnte. Der Zerstöre verließ am 11. Juli die Küste der Normandie und fünf Tage später erreichte das Schiff sein Geschwader im Mittelmeer. Dort versetzte man den Zerstörer in die Luftsicherung der Task Group 88.2 die an der Operation „Dragoon“, dem Angriff auf die Südfranzösische Küste, beteiligt war. Die Task Force 88 befehligte der britische Rear Admiral Sir Thomas Hope Troubridge ( 1. Februar 1895 – 29. September 1949 ). In der TG 88.2 befanden sich die amerikanischen Geleitflugzeugträger USS TULAGI ( CVE-72 ) und USS KASAAN BAY ( CVE-69 ), die britischen Geleitflugzeugträger HMS HUNTER ( D80 ) und HMS STALKER ( D91 ), die britischen Leichten Kreuzer HMS COLOMBO ( D89 ) und HMS CALEDON ( D53 ) und die amerikanischen Zerstörer USS SHUBRICK, USS BUTLER, USS GHERARDI, USS HERNDON, USS MURPHY und USS JEFFERS. Auf den Trägern befanden sich 216 Jagdflugzeuge. Am 12. August legten die Schiffe der TG 88.2 in den Häfen von Malta ab und erreichten drei Tage später die Südfranzösische Küste. Hier unterstützten sie die Landungseinheiten zwischen Cannes und Toulon.
Am 30. August gliederte man die USS SHUBRICK aus der Task Group 88.2 aus. Der Zerstörer eskortierte mehrere Fracht- und Landungsschiffe nach Oran. Dort legte das Schiff am 6. September endgültig ab und fuhr zurück an die US Ostküste um sich einer Generalüberholung zu unterziehen. Im Anschluss daran eskortierte die USS SHUBRICK einen Schiffskonvoi nach Taranto, Apulien, Süditalien. Nach der Rückkehr an die Ostküste der Vereinigten Staaten begannen für den Zerstörer und dessen Besatzung eine Zeit der Ausbildung und Übungen zur Vorbereitung auf die Verlegung in den Pazifik. Die Durchquerung des Panamakanals erfolgte am 1. Februar 1945. Gleich im Anschluss daran legte der Zerstörer zuerst an der kalifornischen Küste und danach im Hafen von Pearl Harbor, Territorium Hawaii an. In den hawaiianischen Gewässern erhielt die Besatzung der USS SHUBRICK eine zusätzliche Ausbildung. Am 21. April legte der Zerstörer dort wieder ab und eskortierte das Schlachtschiff USS MISSISSIPPI ( BB-41 ) nach Okinawa in die an der Südküste der Insel liegenden Nakagusuku Bay. Diese erreichten sie am 6. Mai und begannen noch am selben Tag mit ihren Schiffsgeschützen die alliierten Streitkräfte zu unterstützen. Sechs Tage später lag die USS SHUBRICK zusammen mit noch einem Zerstörer vor der Vulkaninsel Torishima, Izu Islands, Japan und unterstützte dort die Landungstruppen. Am selben Tag gab es einen Luftangriff durch japanische Flugzeuge. Die Geschützmannschaften auf der USS SHUBRICK konnten zwei dieser Piloten mit ihren Maschinen in der Luft abschießen. Bis Mitte Mai führte der Zerstörer eine Radarpatrouille durch. Während der Zweiten Radarpatrouille griffen am 29. Mai 1945 gegen 00:10 Uhr zwei Kamikaze Flugzeuge den Zerstörer an. Eines von den beiden stürzte sich auf das Schiff. Durch die mitgeführte und kurz vor dem Aufschlag ausgeklinkte Bombe, wurde auf der Steuerbordseite ein rund 10 Meter großes Loch in die Schiffshaut gerissen. Durch diese Explosion wurde eine weitere Bombe gezündet die ebenfalls erheblichen Schaden anrichtete. Zunächst sah es so aus, dass die USS SHUBRICK nicht mehr zu retten sei. Der Zerstörer USS VAN VALKENBURG ( DD-656 ) ging zu dem havarierten Schiff längsseits und übernahm Befehle, Meereskarten, alle Verwundeten und unnötiges Personal. Doch der harte Kern der Besatzung der USS SHUBRICK blieb auf ihrem Schiff. Diese waghalsigen Männer ließen Teile des Zerstörers kontrolliert fluten um einen Ballastausgleich zu schaffen. Danach schleppte der Bergungshochseeschlepper USS ATR-9 den Zerstörer zu den Kerama Retto Inseln, die er am 29. Mai erreichte und die Besatzung eines Werkstattschiffes die ersten Reparaturen ausführte. Durch die Explosionen wurden fünfunddreißig Besatzungsmitglieder des Zerstörers entweder getötet oder zu Vermissten erklärt und fünfundzwanzig Besatzungsmitglieder wurden zum Teil schwer verletzt. Am selben Tag noch schleppte man auch den Schnellen Truppentransporter USS TATUM ( APD-81 ) dort auf Reede zur Reparatur nach dem erfolgreichen Angriff zweier Kamikaze Piloten.
Bis zum 15. Juli 1945 wurden an der USS SHUBRICK die Notfallreparaturen durchgeführt. Danach kehrte der Zerstörer an die US Westküste zurück und legte am 10. August in der Puget Sound Naval Shipyard in Bremerton, Washington. Durch die Beendigung des Zweiten Weltkrieges am 15. August im Pazifik, entschied man im Marineministerium zwei Tage später, dass die Schäden an dem Zerstörer nicht mehr behoben werden brauchen. Das Schiff stellte man daher am 16. November 1945 außer Dienst und strich am 28. November den Namen USS SHUBRICK ( DD-639 ) aus der US Navy – Liste. Nach dem Entfernen aller kriegswichtigen Aufbauten, verkaufte man den Schiffskörper am 27. September 1947 an die National Metal & Steel in Terminal Island, Kalifornien zum verschrotten.


USS SHUBRICK ( DD-639 )
Commanding Officer

LCDR Louis Allen Bryan           7. Februar 1943 – 22. November 1943 (erreichter Rang RADM)
LCDR John Victor Smith          22. November 1943 – 7. Januar 1944 (erreichter Rang VADM)
CDR William E. Blenman           7. Januar 1944 – 22. Januar 1945
LCDR John Chapman Jolly           22. Januar 1945 – 16. November 1945

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